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M. Anton Heimreihe, went. Prediger auf der Inſel Nordftrandifh: Mohr,
nordfrefiihe Chronik,
Zum dritten Male,
mit den Zugaben ded Verfaffers und der Fort fesung feines Sohnes, Heinrich Heimreich, auch einigen andern zur nordfrefifchen Ge fchichte gehürigen Nachrichten vermehrt herausgegeben von
Dr. D: 5 alck, Profeſſor des Rechts in Kiel.
Erſter Theil.
Hüte dich nur und bewahre deine Seele wohl, dab du nicht vergeffeft der Geichichte, die deine Augen gefehen haben, und daß fie nicht aus deinem Herzen fommen alle dein Zebelang, und ſollt (fie) deinen Kindern und Kiudeskindern fund thun, 5 Buch Moſes 4, V. 9.
Tondern 1819.
Gedruckt in der Königlich privilegirten Buchdruckerey der Wittwe Forchhammer.
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Inhalt u ‚des erfien Dheils.
eimreichs Dedicationen und Vorreden. S.
Das erſte Bud. Won der Mord: Frefen Zuftand, unter Degen ref:
chen -Herzögen, im Heidenthum. : Das erfte Capitel. .
Donder Freſen Namen, — — —
Vom Nord; Freslan de, deffen mein Zufand . Ankunft der Einwohner, und derer Bamen, Sit
ten und Die te.
Bon der Nord Freſen erster Ankunft an diefe — derſelben alter Beherrſchung, Zügen und gefuͤhr⸗
ten Kriegen vor Chriſti Geburt. 7 67.
Das vierte Capitelen,
Von der Freſen unter den Roͤmern, und wider den Dänen :gefü
nu Das fünfte Kapitel... —
Bon der Angeler , Sachſen und Juͤten Zug in En | gland, und wie: darauf Diefe Derser Udterder Weſt-Freſen Bothmaͤßigkeit ſeyn geldmmen, und
won Dun Dänen argeforhten worden... «1°. vB.
| Daß, ſechste Tapitek: » 4
Yon esfen Zuflaude dieſes Nord; Freslandeq. 78.
u, a EIREAHEEHIPREN
Das fiebente Capitel.
Don Abrheilung des Nord: Freslandes. ©. 88, Anhang zum ſiebenten Capitel vom “ Deransgeber. _ Bon den Haraldinifchen Öefegen und der alten Ein: sheilung Mord: Sreslands: : 94,
— Das achte Capitel. Bon der Nordfrefen Abgoͤtterei u. Begräbniffen. 118.
Das neunte Capitel.
Don ven erf len Freſiſchen Apofieln und Lehrern. 122. n "Das zehnte Eapitel.
Bon anderen durch die Frefen, dem K. Carolo M.
©... .gefeifteten Dienfien , und deswegen erhaltenen . Fogjfbilegien, nebenft anderen wegen der Religion
a” > vorgefallenen Kriegen. - . 128
1 Das andere Bud. Von der Moröfrefen Zuftand, unter deren Dänifehen, — u. Oldenburgiſchen Herzoͤgen im Papſtthum. mit Das erfie Capirel, Bon Bortpflanzung der Religion; und dem Kirche: | — im Nordfreslande. S. 142. Das andere A | Mon den im Noröfresiande geftifteten, undbefonders von den zur großen Propſtei gehörigen Kirchen. 161. x : Das dritte Capitel. 2 Bon —2* in der Eiderſtedtiſchen Propſtei. 169. Das vierte Capitel. 5 Bon vr Kiryeni in der Strandinger und Wiedifchen Propſtei, wie * den Kirchen zu Tondern und auf cHeiligeland. eine ce ig 476.
Das. fünfte Kapitel Bon der. Rordfrefen Beherrſchung durch. die D id
Von der Herefhafi der ——— — afen „und vorgegangenen Kriegen. “r „218. Du Das fiebente Capitel. —
gen, und da egen erlitteuen Waf erſe aden und 5 andern Vegedenheiten. ee be 238.
Das achte Capitel, Bon befchehenen Schaden in —— Ger fluthen, ‚und ben Urfachen der —— des
Nordfreslandes. — | 24T.
Das nennte Capiteh | Bon den im Nordfreslande befchehenen Bedeichnuu⸗
| Das gehäte Capitel. in Bon der Beherrſchung des Nordfreslandes zu Anz fang der Regierung des Oldenburgiſchen Stams- _ mes und deffen Verrheittng. 0.00 27% — Das elfte Tapitekh — Von denen im Nordfreslande üblichen „Re tem’; und derfelden Con rmation und er altenen Pris
Don Beflalhung und ee des — im Nordfreslande und den Eiderſtedtiſchen und‘ Nordſtrandiſchen Stallern. = 32324.
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Das dritte Bud.
Bon der Nordfreſen Zuſtand, unter deren Alten⸗
ie" Herzdgen nach der Reformation im Evangeliſchen Chriſtenthum. Das erſte Capitel.
Von der Regierung der HerzoͤgeChriſtiani, Johannis and Adolphi, geweſenen Brüdern, und mas daden i > Porgenapgen. ’ i ©. 338.
aß. zweite Capitel. —
Bon > Bele nung des Schleswigſchen Herzog⸗
ums, Herzog Johannis Tod, und. darauf ers
folgter Theilung, wie auch Veränderung der
ichen Pflicht und der Landmaſſe. 356..
Das dritte Capitel. .
Von den bey vorbenanter Derzögen Regierung
ergangenen. Wafferfluthen und vorgenommenen Beveichungen, und andern Begebenheiten. 963. Daß vierte Capitel. Bon der im Noröfredlande vorgenommenen Reefor⸗ mation und dem Kirchenweſen.. . 386. Das fünfte Eapitel. Von den im Nordfreslande verordneten Rechten, und von der hohen Obrigkeit gemachten Conſti⸗
——— Das ſechste Capitel. Bon den übrigen Schleswigſchen Herzogen bis auf jegige Zeit, und was be derſelben Regierung vorgegangen. en u. 428
Borrede
Aufättige umf ande brachten mich auf. den Gedanken, dafeina gene Ausgabe des Heimreichiſchen Gefchichtwertt über die fres fiſchen Provinzen des Herzogthums Schleswig den Freunden der vaterlaͤndiſchen Geſchichte nicht unwillkommen ſeyn wurde, und deranlaßten um Weihnachten vorigen Jahrg den Entſchluß, einem Subſcriptionsplan aufgehen zu laſſen. Der Erfolg if nicht unguͤnſtig geweſen, undhat die gehegte Erwartung, wenn auch nicht übertroffen, dach auch keinesweges getäufcht, u
Indem der Herausgeber nun, die Heimreichifche Chronik in neuer Geſtalt dem Publicum überliefert, und fie miteinem Bors torte begleiten, foll, wählt er. zum Gegenftande diefer einleis tenden Bemerkungen, nicht dasjenige, was von. andern geſagt, ale allgemein bekannt vorausgeſetzt werden darf. Die Gegenden, inwelchen. der fleine Reſt der nordfrefifchen Volke, auf Inſeln dei fireut, oder auf dem feſten Lande. (de faſte Wall oder. Warf, nen⸗ nen, es die Injelfrefen) in ununterbrochener Nähe beyfanımen “wohnt, Find nad ihrer, phyſicaliſchen Beſchaffenheit oft befchries ben, und die Sitten und Eigenthümlichkeiten des Volks von den, Schriftftellerg nicht. unbeachtet geblieben, fo daf in Pins fiht, alles deſſen, was. der Lefer von dem. dermaligen Zuftande des Landes umd des Volkes etiva wiffen möchte, ehe er an die Geſchichte geht, auf. bekannte Bücher,. z. B. auf Niemanns Handbuch der Landeskunde, verwieſen werden. kann. Daher beihränfen wir uns. hier auf eine Nachricht von. dem Leben des Verfaſſers der nordfrefiichen Chronik und von. den wichtis tigften Hulfsmitteln zur. frefifchen Gefchichte, nicht bios folchen, die dem Verfaſſer au Gebote fanden, fondern auch von beiten, die der Fleiß fpüterer Zeiten hinzuge fügt bat. Denn eben die biftosifche Literatur ſcheint mehr als die geographiiche und ſta⸗
tiſtiſche, einer Aufforfchung zu bedürfen, und ſchließt ſich anch fat von felbft an die biographifchen Notizen über unfern Ger ſchichtſchreiber.
Vieles iſt es nicht, was von feinen Lebenkumſtaͤnden berichtet werden kann. Anton DHeimreich”) ward am sten März 1626 zu Trindermarfch im Nordfirand geboren, wo fein Vater Johannes Heimreich (geboren zu Flentburg den 7ten Aug. 1586) Bis 1639 als Prediger fand Von feinen Borfahren geben die der Chronik eingefchalteten genealogifchen Tabellen (Buch 3 Kap.zu.9) einige Auskunft, woraus erhellet, daß der Vater des Geſchich tſchreibers der erfte ift, welcher den Namen Heimreich, anſcheinlich als eine hochdeutſche Ueberſetzung von Heinrich, wie der Sohn den Beynamen Walter, welchen er in der Borrede zur erften Ausgabe hinzufügt, zu Ehren des Aelterva⸗ ters, angenonimen hat. Der Sohn Heinridy Heimreich giebt zwar feinem Großvater fhon den Beynamen Walter, aber felbft der Bater hat ihm nicht immer gebraucht, wie die zweite Ausgabe feiner Chronik zeige. Der Hauptname ift daher billig: Heimreid.
Wahrſcheinlich war Anton Heimreich von dreien Brüdernder ' jüngfte, Eines Bruders, mit Namen Heinrich erwähnt er fels ber im Buche. Nach den in den Zufäzen zur Chronik befind⸗ Eh n, in diefe Aufgabe wicht mitaufgenommenen vollffändigen Liften der nordftrandifchen Prediger ward diefer Bruder 1649 Diaconud, und nach dem am garen Nov. 1464 erfolgten Tode des Vaters, deffen Nachfolger, ald Hauptprediger an der alten Kiche auf Pellworm. Er ftarb fchon 1669. Der erfte Pre Diger auf Nordftrandiih Mohr war 1642 Gebaftian Heimreich, welcher der aͤlteſte Bruder fenn wird. Er führte ein etwas unordentliches Leben, und ward deshalb 1649 abgefegt. Eine Predigerftelle, die er 1652 in der Ufermarf erhielt, verwalter®
*) Ben allen hier gegebenen Nachrichten ift die cimbria- literara von Möiler fo oft benugt, daß ed unnothig iſt, fie jedesmal anzuführen.
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er nur 6 Jahre, zog daranf nach Umfterdam, und flarb 1668 als Prediger ben der dan. Compagnie zu Friedrichsburg in Africa,
Seiner Schul⸗ und Univerfitättjahre ermähnt Heinreich nicht, Der Aufenthalt in Lüneburg während des erſten ſchwediſchen Krieges von 1643 bis 45 (Buch 3 Kap. 18) laͤßt indeh ſchließen, daß er feine Schulbildung auf der Damals von Fremder fleißig befuchten Schule in Lüneburg *) erhalten habe. Die Bortbeile der Freitiiche, die fonft fremde hingelockt haben ſollen, waren für Heimreich wohl nicht die beflimmenden Grunde. Denn daß Ve Familie zu den wohlhabenden gehörte zeigen mehrere .Ums fände, unter andern die große ausländifche Reife, weiche unſer Heimreih gleih nah Vollendung feiner Univerjitäts. Studien in Helmſtedt und Leiden **) (an welchem lestern Drte erwohl auch promovirt haben wird) unternahm, und auf welcher er Deutſchland, England, Frankreich und Stalien befuchte +**), Die Erwähnung des engliichen Hurgerfrieges, im welchem bey feiner Anweſenheit zu London die Paulskirche zu einem Pferdes ſtall gebraucht wurde, und die beſtimmte Angabe über eine Unter vedung mit Lucas Holſteinks zu Rom im Jahre 1651 geben einigermahen eine Zeitbeftimmung für Diefe Neife, deren Daner uns übrigens unbekannt if. Der Zweck, weichen Heimreich auf diefer Reife hatte, war wohl bips fich im Allgemeinen zu unterrichten, Möller nennt fie eine literartiche,
Bald nach feiner Zurückkunft ward er zum Prediger auf Nords ſtrandiſch Mohr berufen. Ueber das Jahr der Beförderung iſt eine tleine Barietät in den Angaben. In der Borrede zun Nords firandiichen Landrecht nennt Heimreich feibft das Jahr 1652 und deſſen — foigt Moͤller. Die handſchriftlichen Zuſatze
*) Monecke Veſchreib. und Geſch. EIERN 8.27. **) Dithmarſiſche Ehronif ©. 23
rer) Vorrede zur erſten Aufgabe der hrehfihen Chronik. DieBors rede zur Kirchengeſchichte nennt ald Die wichtigften der. vom Verfaſſer beſuchten Städte, vermuthlich in chronologifcher
Ordnung, London, — Genua, Nom, Flo⸗ sen; und, Venedig.
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zur Chronik: enthalten, aber. die Bemerkung, daß er am 2öflen Dec. 1654 fen ordinirt worden. Fir die erftere. Angabe fprechen indeß 2 uͤbereinſtimmend und von verfchtedenen Derfouen gemach⸗ te Adfchriften eımes anf der koͤnigl. Bibliothek aufbewahrten Driginalbriefed von Heimreich an, den Rathmann Peter Sax in Goldenbüttel d.d. Mohr den arfien Nov. 1655 *) nach welchem der Derfaffer damals ſchon das Predigeramt auf der Infeleinige Zeit verwaltet heben muß. Die Jahrzahi der Handſchrift der Bufäse wird daher irrig fenn, mas fo leicht möglich ift.
Auf dieſer fleinen Pfarre blieb Heimreich fein Lebenlang, wahrfcheinlich weil er ſich nicht um andere Befoͤrderung beworben Hat. Wenigſtens darf man wicht gerade zu eine Anzeige vom, &inem geringern Grade der Anerkennung bey feinen Obern und, ben dem Prblicum oder von einem Mangel an, dem was den Geifflichen auf der Kanzel und, in feiner Amtsführung empfiehlt, Darin finden wollen. Es war, damals überhaupt das Verfegen, der Prediger von einer Stelle zum andern, viel feltner als im, ihriern Tagen, wo kaum eim Prediger auf der Pfarre ſtirbt, wo er fein geiſtliches Amt zu üben begann. Ohnehin mochte. die Verſezung in eme andere Gegend wenig ansiehendet für einen Mann baden, der von Kindesbeinen an in der Landſchaft gelebt hatte, dabey nicht unvermagend wer, ynd jeine Privat⸗ bejisungen in der Nähe hatte, Unſerm Heimreich gehörre ein Hof in Eiderſtedt, und auf Pellworm hatte er fich in den ſpaͤtern Jahren einige Yändereien augefauft. |
Wohl waren die erfien Jahren feines Leben wie die Zeiten feines Alters herbe und unfremdlih. In die erftien Jahre der Jugend, ald er noch im neunten Jahre ging, trat die Erfchets nung dee namenlolen Elends, welches die große Ueberſchwemmung von 1634 über das Land brachte, und Ungiücefälle anderer Art, die Folgen dei unglückfeligen Zwiſtes der Landes fuͤrſten /
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*) So auch der Abdruck in v. Seele Athen Lübec. 177. Es ſtimmt damit zuſammen die Unterfchrift unter feinem Bilde wor ders zweiten Ausgabe der Chronit (Aetat. 43 minist. 6) wornach er im 27. Jaͤhre feines Alters deworden iſt.
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trübten. Die Testen Jahre feined, Lebens. Mehrmals kommen über die Laſten der ſchweren Kriegejahre Klagen vor, und zulest dutch über die Abnahme feiner Amtseinkünfte, wie. im Jahre 1684*). Daß nen in fo hochbedrangter Zeit an dem drmfelis gen Orte mehr als den vierten Theil feiner Beſoldung fünf ganze. Jahre muſſen entrarhen, und ungewiß ſey, wo die ſelbe ferner wahrzunehmen.“ Daurend ſcheint dar Mißgefühl indeß nicht geweſen zu ſeyn. Denn in’ der Vorrede zu demſelben Buche nennt er die Inſel „einen zwar ſchlechten, doch ihn Herr gnuͤgenden Ort”. Eine gewiſſe tirhige Heiterkeit und Gteidh) mäfigfeit des Gemüthe, die das Leden nicht gerade von feiner ſchwerſten Seite nimmt und ſelbſt das Schwere/ was das Leben Bringt, mit Geduld tragen hilft, ſcheint uns in ſeinem Sry niß *) wie in dem Tone ſeiner Schriften ausgedrůckt zur ſeym, und war alſo wohl die. herrſchende Stimmung. Ais er aber irf die Zukunft feines Lebens fo ängfliche Blicke warf,! war ei nicht mehr fern von dern Ende alle Sorgen. Denn et ſtarb ſchon im naͤchſtfolgenden Jahre 168%, nahe gegen das Ende ſeines zoſten oder im Anfange. feines 6oſten Lebentjahres dat Datum iſt nicht näher angegeben. Da fein Nachfolger im Amte erſt am ı8ten Det. 1685 ordinitt wurde, fo wäre su fchliehen, daß fein, Tod nicht, früh tm Jahre erfolgt fey. a a Nachfolger im Amt war feit einziger Sohn Heinrich H e it
reich (geb, den 20ſten Jum 1665) welcher gleichfalls bis zu feinem Tode, im Jahre 1730 in der Predigerſtelle anf Nordſtran⸗ diſch / Mohr verblieb, Mit ihm ſtarb der Mannsſtamm unſers GSefchichtſchreibers aus. Eine einzige Tochter war an eine Prediger. Claffen auf der Hallig Hoge verheirather, und von ihr find noch Nachkommen vorbanden Der Name Heimrei ch dauert indeß, aber nur als ein angenommener Name in einer
Kirchengeſchichte ©, 194, Das Druckjaht des Buchs muß alfo nach dem Anfange des Drucks, nicht mach der Zeit der Erfcheintiig angegeben ſeyn.
) Bor der 2ten Ausgabe. der Chronik und deh Weſtphalen Mon: ined. V. Fab. 28. - 0-00...
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verwandten oder verfchwägerten Familie fort. : Auf Pellworm erinnert auch der Johanna Heimreichs Kog an das alte Geſchlecht, doch ohne daß es erhellet in welcher Verbindung diefer. Diftriet mit der Heimreichifchen Familie geftanden hat. Gleich nad) Antritt feines Amts wandte Anton Heimreich feinen Sinn auf die Erforfchung und Befchreibung der Gefchichte des freiiihen Stammes im Herzogthum Schleswig, und blieb dem. Borfage getreu bis an fein Ende, nur. daß in der Folge fein hifigrifches Studium auf andere Gegenftände, der Gefchichte ausgedehnt wurde, Zur Förderung feines Zweckes erfuchteer den damals als fleifigen Sommier bekannten, nnd ale Kenner der Geſchichte und Alterhümer fehr geachteren Peter Sar in dem eben angeführten Briefe*) um Mittheilnng feiner hiftorifchen Sammiungen über Nordfresland. Daß er ſie erhalten, leidet faum einen Zweifel. -Denn.in manchen Stellen trifft Heimreichs Eriahlung. mit den noch handichriitlich: vorhandenen Werfen des Erfigenannten ſelbſt in den Worten zulammen. So unters ſtuͤtzt ſchrieb Heimreich die 1666, erſchienene nordfreſiſche Ehros nie**) welche folgende Einxichtung hat: Crſtes Kapitel (dem eine kurze Einleitung von: 4Seiten vorangeht). - Bon der Srefen Name, Urfprung, Sprache und Zuſtand. ©.5— 20, Zweites Rayitel. Bon dem Nordfreslande, deſſen Zuſtand und Einwohner. 8.20— 37. Drittes Kapitel: Don der Nordfrefen alter Beherrichung, Zugen und Kriegen S. 38 63. Viertes Kapitel. VomerſtenZuſtande die ſes Nordfres laudes 8:63 — 85. Fünftes Kapitel, Bon der Freſen Religion und Gottesdienſt. S. 83 — 102. Sech ſtes Kapitel. Don
> *) Die Unterſchrift Antonius J.T. (Johannis ſilius) Heim- reich zeigt die ehedein übliche Bildung der Zunamen. "r) Vouſtandig Tautet der Titet alſo: Nordfreisiche Chronik, darın von denen, dem ſchleswigſchen Herzogthum incorpo⸗ rirten frejiichen Eandichaften wird berichtet. Mit Fleiß s uſammen geſchrieben durch NE. Antonium-Heimreich / Pas * auf dem Mohr, im dem weiland fogenannsen Bil— 4ringẽe harde des Landes Nordfirand. Gedruckt zu Schleswig Ampeusis Autoris durch Johann Holwein, 523Geiten inı2.
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den in Nordfresiand geflifteten Lirchen S. 1 — 126, Ein bentes Kapitel. Bon deriordtrefenBeherrfchung und deren Verhalten, benden, der Lehn des Herzogthums&chlerwig halber, vorgefallenen Kriegen. &.1.6— 158. Achter Kapitel, Bon derNordfrefen erlittenen Wafferichäden. S.158 — ıgr. Neum tes Kapitel. Von den Urſachen der Zerreißung des Nordfres landes, deſſen MWiederbedeihung und fernen Wafferfchäden. S. 13 — zit. Zehntes Kapitel. Bon Beherrfchung und Bertheilung des Nordfrestandes ben mährender Kegierung des Oldenburgiſchen Stammes. ©, 11 — 253. Eilftes Kapi⸗ tel. Bon den im Nordfreslande üblichen Rechten. ©. :53— 279. Bwölfter Kapitel. Bon der Gerichtsverwaltung im Rords freslande. S. 79 — zut. Dreijehntes Ka pitel. Von der in Nordfresland fuͤrgegangenen Reformation und dem Kirchen⸗ weſen S. 311 + 344° Vierzehntes Kapitel. Von den, ben der Oldenburgiſchen Regierung ertheilten Privilegien. S. 344 — 364. Funfzehntes Kapitel. Von der Landfolge und den bey der Oldenburgiſchen Regierung vorgefallenen Kriegs⸗ haͤndeln · &.364—406. Sech zehntes Kapitel. Bon den ſeit 1532 ergangenen Waſſerfluthen und andern Begebenheiten S. 406 - 432. Siebzehntes Kapitel. Bon den in Nord⸗ fresland geſchehenen neuen Bedeichungen. S. 433 — 454. Ach b zehntes Kapitel. Von der ſetzigen Gelegenheit und Groöße der in Nordfresland gelegenen Oerter. S. 4534 —474. Neun—⸗ zehntes Kapitel. Von der Anno 1634 ergangenen land⸗ verderlichen Sundenfluth. S. 474498. Zwanzigſtes Ka⸗ pitel. Von dem Nordſtrandiſchen Zuſtande nach der A. 1634 beichehenen Inundation. S. 498 — 329.
Zwei Jahre darauf erſchien die Nordfreſiſche Chronit in einer ganz neuen Geſtalt und fehr erweitert *), Daß aus dem vorigen
2) Shienig 1668 gedruft bev Johann Holwein i imperisis
Autoris. Der dig di wird durch Anfahrung
der wichtigften im Buche vorkommenden —— führlich, daß er ſaſt das ganz: Titelbialt juit,
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Büchlein ein maͤßiger Quartant geworden iſt. Ein von dem Hufumer Goldſchmidt Mathias Peterſen in Kupfer geſtochenes Titelblatt/, enthaltend um den Titel herum Grundriſſe der Staͤdte Hulum, Tondern, Thuningen und Garding auch des Fleckens Bredſtedt, Vorftellungen von Fojeto aus Wodan, endlich das Brujibiid des Verfaflere, fodanıı eine Charte von den freſiſchen — ſind als außerliche Zierden hinzugekommen. Die frühere
Lürgabe iſt bis auf einige Kleinigkeiten ganz in die neue über, gegangen, nur daß der dort nach den Materien geordnete Zus halt, nad) dem neuen mehr chronologiſchen Plane det Vers faſſers getrenht und in Berfchiedene Kapitelgefommen if. Das ber die erfie Ausgabe in mauchen Puncten eine leichtere Ueber⸗ ſicht gewahrt *). Das manche Minutien das Tuch groß zu macen geholfen haben ift nichk zu verfennen. Aber Mollers Zadel iſt doch in dieſer Hinficht nicht ganz gegründet. Denn der Maaßſtab für das Intereſſe von Begebenheiten ift nicht bios ein anderes bey einer ganz ſpeciellen Geſchichte, als bey einer mehr allgemeinen, fondern ändert jich auch je nachdem der Berfäffer und feine Zeitgenofjen ihnen näher oder ferner ſtehen.
- Naher hörte der Verfafjer wicht auf für die Vervollſtaͤndu gung jenes Werts; zu fanımeln. Nach einer Aeußerung in dier ſen Zuſatzen **) find ſie im Jahre 1681 geichlofien. Ä
Mitrlerweile beihäftigten auch andere ſchriſtſtelleriſche Ay beiten unferm Heimreich. Im Jahre 1670 erſchien zu Schles⸗ wig, die non ihm veranſtaltete Ausgabe des nordftrandifchen Lands
rechts/ welches Herzog Johann 1572 der Inſel ertheilet hatte. Bis, ‚dahin war das Geſetz nur in gejchriebenen Eremplareu vor⸗ handen, und in der großen Fluth von 1634 waren ‚Die meiflen yon, Dielen überdem verloren gegangen. . Heimreich erwarb fh, nicht blos das Verdienſt/ ‚für die rg des Geſetz;
Dieß iſt wohl. die Urſache/ warum Moller in —— un. Hap- 244 in. Betreff des trieiichen Recht auf vie Alte sd nicht auf. die neue * PER *) In dieſer Umgabe, Ib: Eher Sa *7 uno ube
IX Buche sis forgen, londern Reilte auch aus werderbten Leſearten den richtigen Tert ber, und fügte einige erflärende Anmerkungen hinzu. Die Seite 101 folgenden Artikel aus dem Spadelom desrecht hat Heimreich ohne Zweifel aus dem Plattdeutfchen ins Hochdeutſche überfegt. Denn ein plattdeiticher Tert ifk noch erhalten, welcher ehedem in den hoifteinifchen Marſchen gebraucht würden *). — Der Vorrede diefes Buche find nach damaliger Sitte eine Reihe von Gedichte guter Freimde an den Verfaſſer beygefügt, darin fie ihn zür Herausgabe feiner auf der ausländischen Reife genigchten Bemerkungen auffördern» Nachder Vorrede zur erſten Ausgabe der@tonik ging er fräber wir, lic) mit diefem Plane um; Inzwiſchen ift er nicht zur Ausführung gekommen. — Auch für die Vervollſtaͤndigung feinen Hunters kungen zum Nordftrandifhen Landrecht hat Heimreich in der Folge einige Zuſaͤtze geſammelt, die auf 3 oder 4Blaͤttern hins ter den Zugaben zur Chronik ſtehen, aber Nichte anders als eini⸗ ge ans dem gemeinen Recht etitiehnten proceſſualiſche Regeln enthältetis Seine legten Werke waren die ſchleswigſche Kirchen geſchichte 1685 und in demfelbigen Jahre oder richtiger indem fols genden die Dith marſiſche Chronik, in welchen beiden im Ganzen diefelbe Manier vorherrſchend if, als in der Chronik, wur daß er fich mehr der Kürze befleifigte. Denn jedes diefer Bücher if nur ein maͤßiges Bändchen in Duodez. Ueber den ſchriftſtelleriſchen Ehasacter Heimreichs, über Sprache und Vor⸗ trag kann jeder nach der vorliegenden Chronik vollſtaͤndig urs theilen, and es bedarf bloß der Erinnerung, daß niemand For⸗ derungen an den Erzähler michae, die erſt eine ſpaͤtere Zeit fü Die Kuuft des Gefchichtichreibers auigeftellt hat. - Wie bemerkt worden befchäftigte ihm feine Chronik noch bie 2681, und daß er nun den Plan hatte, die Zufäse für fih - BEINEN) daran laßt das — kaum Be om
9 Neue Prod. Ber. 1818. etes Heft. ©. 308. DieSielr Univerfität befigt ein a Sremplar
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unterdiiehindeß. Foft mochten wir "aber glatten, daß noch dey ſeinen Lebzeiten/ amd"feibft’ehe er’ die’ Yırfase fo Weit ges brocht Hatte, ale die’ gebrauchte Batıdiiriff fie ehthälk, Ab, Achriten ins Publicum gebracht, und Freunden etwa mithethelll Wworden nd Oer Ditel/ Beit'der Verfaſſer den Zugaben vorge ehe Hat, fagt/ daß ſie den nachfolgenden Fähren’ geſammen a und paßt alſs nur auf eie Frühere Redaction Ein ſolches nvollſtandigeres· Exemplar/ der Zuſatze zur Chrontk ſcheint v, Weſtpalen benutzt zu haden. Denn war es gleich meht feine ae die handſchriftlichen Sſatze bollſtandig mit zutheilen *) 6 iſt ee doch kaum glaudlich/ daß er alles diejenige, was das von uns gebrauchte Exemplar mehr enthält, hättefibergehen ſollen. Dieſe der Kleler Bibliothek gehorige Handſchrift iſt von dem Prediger Volquarte in Lunden nach 3 Eremplärenen, nemlich mach des’ Altern Heimreichs Original, nach einer Handſchrift des Sohne und nach einer Abſchrift des Eiderſtedtiſchen Prop⸗ Henn Peter Petreſus, wie verfichert wird, mit allem Fleiße bei “forge und vollendet am 29ſten Nov. 1759. Diefe Zufäge machen 'eihen zieinlichen eng geichriebenen Quartband and und wurden daher, ohne das Buch’ zu ſehr anzufchmwellen, nicht wollſtandig haben’ aufgenortmen werden Ehrinen, verdiehen es
aber auch keinee weges. Mehrere unbedeutende Urkunden 5.8: Ordinationsatteſte, Fundations briefe für Capellen nnd Vicarien, And Heimreichs vollſtaudige Auseinanderfeging der verſchiede⸗ "ten ſeparatiſchen Keligientmeimingen, Heben für das größere Publieum tkein Srirereffe, ' Bon manchen andern Privatges Achichten gilt dafjeive, Es war daher eine Auswahl nothwen⸗ dig, swoben keine irgend bedeutſame Nachrichten ubergangen “worden. Die Zuſatze find in Allgemeinen fo abgefaßt, daß ſie in ven Tert eingeſchaltet werden koͤnnen. Nur bey einigen
— — | ar ti 5) Monum. ined. IV.-p. 148%. selecta ex Auth ho ) heißt es daſelbſt. Au ographum iſt aber nicht —— Original, ſondern nach einer vom Verfaſſer ſeldſt beſorg⸗
Abſchrift. som. bu 4. der ıyı 38 er Pour
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‚wenigen ift Diele Verbinduntz dor Heimreich außer Acht gelaß fen, und ſolche ſind als Iinmeriungensunter den Tert geſtellt worden. Einige Zuſaͤtzr haben gewiß den Sohn um Verfaf fer, von andern ifi es ebenfalle waricheiniih. Dieſe Interpo⸗ lationen aue zuſondern dunkte uns vicht nothwendig, obgleich'e# bey den eiuzelnen Nachrichten, die über Heimreicht Zeit hin⸗ aus geben, leicht thunlich geweſen mare. Nur wo die Haud⸗ fchrift einen fpatern Zulatz bemertt, iſt es cuch angezeigt worden⸗ Der Werth des ganzen Werts beſteht nicht in einer kuͤnſuü lerifchen Vollkommenheit, ſondern allein in der Treue und Vahrbaftigteit, womit die Geſchichte erzählt," und worin der Sohn dem Baier wicht nachiufegen if. Auch die Fortfenung des jungern Deimreiche bat abgekürzt werden muͤſſen/ und weg⸗ gelaſſen find vornemlich außer undedeutenden Kleinigkeiten, die aus gedruckten Buchern nbgefchriebene journaliſtiſche Erzaͤh⸗ lung der. letzten Belagerung Tonningens, und ein umſtaͤndlicher Bericht von den Waßerfuthen der Jahre 1717 und 1720 außer unſern Herzogthumern. Was imereſſaut tern konnte iſt aufs genommen, und inſoferne dieſes nicht bioß überhaupt das Gen präge der Wahrbaftigteit trägt, ſondern über Mauches den! Bericht einied Augenzeugen enthält, ſo bat es owiſſerußen einen urlundichen Werth.
Es war aufangs der Plan, in der neuen Au gabe mehren res von der altern wegzulaſſen, was fur jetzige Lefer kein Intereſſe mehr haben tonnte. Naͤtere Erwaͤgungen hielten den Herunegebet indeß ab, mit einem der Literotur ahgehörie gen Werke auf eine fo freie Art umzugehein, und fo: iſt die alte Ausgabe, bloß mit Weglaſſung der''geneoicgiihen Tabel,? len über die dauiſchen Könige: der alteſten 'Beit,'in die gegets® wärfige ganz übergegangen. Aufferdem Aft Die Drtbogrephie? nach jetzt üͤblicher Weile EN worden ; in wen, was! Richt Die, Ansigeache-änderrd - "Tu. Ga ,,nee
Anmerkungen und Berichtigungen zu der mordfrefifchen Chro⸗ nf, ſiud nicht: verſprochen mötden; sind niemand hat alſo Lin Recht fie awrerwartenz oder gar· zu ferdermi DTazu Heike
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daß eine Ho muͤhſame · Arbeits, : ala Be: darchgangige Berichtte gung enes Geſchichtswerks in allen. Eleinen. Thatſachen, fie dus grosere, Publaum beinahe ſo gut als verloten iſt amd die Lecture faſt für jeden ungeneßbar macht, der nicht eigendé Beihichte Ruder Kur ſolche iſt aber Heimreichs Werk. nicht beſtimmt. Wichtiger als die theilweiſe Berichtigung der Heim⸗ reich iſchen Erzählung in, einigen Kleinigkeiten ware eine ganz tieuie Bearbeitutig Der. nordfteſiſchen Geſchichte nach den. Hulfs⸗ mitteln, Die us jetzt zu Gebote ſtehen, und nach Maaßgabe Der Forderuugen, welche gegenwärtig an die hiſtoriſche For⸗ hung. und an, die Kunſt geſchichtlichet Darſtellung gemacht werden koͤnnen. Und recht ſeht wuͤnſchen wit, daß ſich je⸗ mand finde, it Neigung 34 ſolcher Unternehmüng ind: der⸗ elben gewachſen. Au. Sammlern hat es bieher nicht gefehlt, aber. nur. wenige ſind es, die das Gatsze zu bearbeiten. unter⸗ nommen ‚haben, und ſeit Heimreichs Zeiten bat, Niemand et⸗ was Aehnliches werfucht, Um, unſeres Theils nichts fehlen au laſſen mas in unſern Kräften ſieht, und etwa jenen -Ents ſchluß zur ‚Reife, bringen. Eönntes ſoll bier eine kürze Webers ſicht der Halfsmittel ax hiſtoriſchen Künde Nordfreslands ge⸗ geben werden,*)z wobey ‚wir. die allgemeinen. Sammlungen von Noodt, Weſtphalen und Langebeck, ebenfalts die: allgemei⸗ ten Bearbeitungen, son Deukwerth, Lackmann, EShriſtiani, Venom ‚und Hegewiſch glaͤubten Ührtgehen zu kötinen.
Bis in iemlich ſpate Zeiten bit iſt die Geſchichte der gafjen oen Stammes, auch Det gropern Theils, der jeuſelts der Weſet wohnt, luckenhatt, aud hat keine audere Quellen, als gelegeutische, Erwahnungen einzelner Begebenheiten bey fraͤn⸗ tiſchen aualiſten am); in den, legendenartigen Biographien der erſten Berbreitey des, Ehriſteuthums. Nur Weniges uud His: lammenhangendes iſt Daraus zu erfahren. Ihrer nordlichen Stammes genoſſen wird gar nicht —— sei nr daͤuiſche
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9— Bis zum Schlufe fr 1yten —* — | Jiagoge par MH. Bu 2 die >.
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Erretfzuge ſcheinen den Frefen jeieiee dei Verer den drbeden eis die graufame Ecker/ wie ſie ihn nannten; drmerkentwerth gemacht zu haben: Es war erſt ma Taten: Jaͤhrhundert of Emo ; Abe des Kioſters Wittewirum im Grönmingerkand, def Anfaug: damit · machte / dig Geſchichte ſeines Volfts zur ſchteidena Da aber war die Verganigenheit großtentheile in dem Gedach wiß erloſchen · ¶ Spätere Geſchichtſchreiber waten es erſt "DE wie Suffridus Petrr und> Hamebmus · von der Urgeſch ichte de Voits an, ſo viel zu erzählten wußten, ale hatten ſich ihnen vene Archive auigethan *
Richt deſſer und nicht einmal ſo gut ſteht ed um die Go fhihte unferer Nordfrefen. Ganz einzelne Erwähnungen in der Verzeit ſehr feitenebeftiumme Nachrihtentn rtumdeii”) und Geſchichtſchreibern machen far den ganzen Stoff 'aneh Ale ein fonſt ſehr ausgezeichtetes Denkmal der Srefitdien Ser ſhichte in der alteſten Zeit; darte indeß Dad teulich erſt Bekannt gewordene angelſachſiſche Gedicht Beowulf wicht“ übergam gen, werden **),. welches wenngſtens Einen Lichtpunkt in des Borzeit gewährt: Die auckünrlichen Nachrichten ' begiuneng aber bey: uns viel ſpaͤter, ale- ſelbſt ben den Oft: und Weſtkre⸗ fu. Unter den vorhandenen Aunglen und fonftigeu Aufſaͤen iſt gewiß kein Stück Alter gie das r5te Jahrhundert: ent geich frühere‘ Aufzeichnungen daben, beuußt ſeyn werden; {@ hd doch der zuverlähigem Nachrichten aus dem“ 1aten und igten Jahrhundert nody- febr wenige.: In den fpätern Reiten hat, man · ſich verleiten tafjem,> die Dichwiggen der oft: und weßizefiichen Geſchichtſchreiber über die’ Urseit’dee Werte und pi: auch manche fpätere: Ereigniſſe aus Ver Geſchichte jenes Glanmes; aufe unſere Feſen zu ubertragem Det Wahn dal Kine, rechte: Geſchichte volfiandig ſeyn? und zum Stanumoater
+9), Einige in Roos Brokägen I. DR. S· 6:3, 88-178 Diplom. arnaemaguaearum,l. p. „u. — —
”) De Danınum 'reuus. gestis pos a danicum diAleerr Krssauglosaxu sich, edidi Thorkklin. 'Goponb. 18:5. Wergist ET ET De ER Fe
Des: Volka hinauegehen müfle, was nach der Natur der Sache in den weiſten Saiten unmöglich: iſt/ hat boſouders die Er zaͤh⸗ lung: von Freſo und ſeinen Rindern gar annehmlich machen nud Suffridus Petri und ſeinem Anhang vor Ubbo Emmius beſonnenen kritiſchen Forſchungen den Vorzug geben müſſen. ⸗ Bey der folgenden Aufzeichnung werde ich nun der Ordnung folgen, Daß zuerſt Diejenigen haudſchriftlichen Stuͤcke, die ich elbſt geſehen habe, umſtaͤnd ich angeführt, dann die wichtigſten der uͤbrigen Haudſchriften und gedruckten Bücher, bloß dem Titel noch in einem hie —— autgezahlt werden. "Huter. den ——— PR, Peter Sar * gerade: der aͤlteſte, kanu aber hier füglich vorangeſtellt werden, wegen der genauen Verbindung feiner Arbeiten mit der Heim⸗ eeichiichen Chronik. Bun feinen kebensumftanzen hat er felbf einen handfchriftlichen Aufſatz binterlaffen. : Geboren su Evens⸗ bill in Nordſtrand den sten Sept, 1597, war er in der Reihe yon 14 Kindern dad dritte. Der Vater, welcher felbft auf nicht weniger ald 4 Untverfitäten, Roſtock, Wittenberg, Mar⸗ burg und Helmfädf ftudiert hatte, gab feinen Söhnen eine gelehrte Bildung, erſt wirter einem Hauslehrer, dann auf der Shule in Huium. Der Sohn ging indeh im Sommer 1614 nach) Lübeck und um Michaelis 1617 auf die Uniberſitaͤt Witr tenberg. wo er in zwehen Jabren allerley Vorleſungen aus fd verfchiedenen Wiffenfchaften hörte, daß es bey ſeinen Studien‘ nicht wohl auf ein :beftimmtes Fach abgefeben fenn konnte. Nah feiner Rückkehr lebte er, wie es fcheint, auf einem er; heiratheten Hofe, Drenderſum genannt, ın Evidenbüttel, und widınete feine Zeit der Landesgeſchaften. Von feinen gelehr⸗ ten Beihäftigungen wird in der Selbſtdiographie, als hätte er fie allein. zu temier Unterhaltung unternommen ,- nicht. ein Wort gemeldet. Denush har er ſich ernithaft genug mit feis nen gelehrten Arbeiten beichäftigt und einige derſelben mehrs mals, quletzt 1654 rebidert. Er muß Auhr6or , da er wie '
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rütter anführt 4, Ieirte‘ eritifhch Amerkungen Aber" ficden Beichichtfähreiber am 24Aen Nodbr. den Tgedachteh ih tes unter zeichnet hat geftorben ſeyn oder wahrſcheinlich iſt er Hin: ſfolgenden Jahre gefiorben, da beyDefriung feines Grabes eihenrd platte'mit der Fahrszapl=}662’ge'unden worden"). Semte vuf Nordftes land ſich beziehenden"Schriftett (deriit aufferdem hof“ er och: über Oithmarſchen geichrieben) find kheila choro raphu ſchen theils hiſtori ſchen Inhalte. ¶Die erſtern werden ais eim zelne Werke angeführt’ und mogen auch da ſie in Handſchrifz ten: als beſondere Buͤcher vorkommen, zuerſt ſo andgehreitek ſeyn, etwa in den Jahren 1436 und 37. Im fpätern Uebenß arbeitungen ſcheinen fie mehr zu einer allgemeinen 6 horogra⸗ phie des ganzen Nordfreslandes gefammelt zu eyn, wozu wohl (don 1638 der Anfang gemacht worden Denn ius diefen Jahre iſt unter dem Titel Fresia minöe eine grohe Ehartend ' ſammlung von 51 Stüfen vorhanden ;' die jich uber alle free ſiſche Gegenden erſtreckt, urfpriungiich indeß nicht alle Chat ’ " er ex “1 4 26
2) Ein vollſtaͤndiges Schriftenverzeichniß bey Moller und von Seeleı —eu.— Die Dedication vor den Exercitas tiones historicae bey Weftphalen IT, 12317, bat indeh " ein anderes: Datmın. Datam'Gildenbarteli in dedie bus Diendtersummianis; auno- +00 :die: 1%4-December; - Don feinem Leben und feinen Schriiten handelt von.
Weftphaien mon. ined. 1. Vorrede ©. 4—3. U. Som Bst —— “) Eine Handſchriit der Sariſchen Beichreibinig von Ei⸗ derſtedt bat am Schluffe Diefe Bemertung: : 1....,. Solgende Infeription EN
Al fossorem ° 2“ *
Iprobe, tolle manus, post fata quiesoere fas est,
Ju cıneres graiumm, ie, decet esse meos
Petrus Sax 1062, iſt anno 175 den‘ 26ſten Det in des Rathmann⸗ Peter Sarens eronetem Grabe auf einem viereckigen Stuck Bey eingegraͤben befunden worden, und wird daſſe be bis dieſe Stunde in dem daſigen Kirchenarchiv zum Sa 5 daͤchtniß dieſes beruhmten Mannes verwihrlih" anfges hoben. 0. Nat Test: A Beundixen, Pe
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kart enthalten haben kann da Charten von 1644 Darunter vom Eosimmen. Auſſer gedruckten Charten ſind darunter Handzeich⸗ gungen von dem Deichgrafen Rollwagen und dem ber dannten Geographeu Meyer Auf einigen ſind hiſtoriſche Unmerkungen zugeſchtieben/ z. Ber, auf einer Charte vom der Bockingharde/ daß Charles Morgan, Anrührer der Hulfetrup⸗ gen, welche Jacob L. Chriftiog IV. fandte, am 24ſten Man 1649 zwiſchen Deesbüll und Rieſum gelandet ſey, und auf einer Speciglcharte von Coldenbittel mit Peter Say Hof au Drendelum iſt bemerkt, was fonfk nirgends ersählt wird, und auch, wohl feinen Grund. hat, daß am dieſem Drte eheden: eine große Stadt geftanden habe, wovon noch Ruinen jichkbar wäre
Unter. alten dieſen Belchreibungen iſt die von Eiderfiedt die wichtigſte *), wegen mander guten Notizen über die dem Vers faſſer wohlbekanute Rechtsverfaſſung. Das ditefie Statut der drey eideyſtedtiſchen Lande iſt in dem Coder der Kieler Unis verſetaͤt voll ſtandiger als in dem Dreyerſchen Abdruck, doch auch nicht ohne Lücken. — Die eiderſtedtiſchen Annalen, welche im, den neuerg Abichriften bis 1644 geben, geben nad) Heim reichs Benutzung derfelben wenig Ausbeute. In den mir vorgekom— menen Abfchriften fcheint der Anfang au fehlen. Die Schrift beginnt ganz ex abxypto: „le um Frifo zu folchen Digs pitäten genanut war." — Eine Benrertung, welche Ser ın, feiner Veichreibung von Nordſtrand macht, und die ich fonft wicht gefunden habe, ſcheint Aufmerkſamkeit zu verdienen; dieſe, daß Morſum, Kamin und Lith denſelben Dialect mit den Lunder Bürgern, welcher von dem Nordſtrandiſchen verſchie⸗ den geweſen, geredet hätten, Morium, Hamm, Lith und Lun—⸗ deuberg/ machten ebeden die Lundbulling Harde aus
Auſſer den Werten der beyden Hauptmanner fur die fres liche Geſchichte / Sax u. Heimreich, ſind bier noch fulgende Bu und Hülfemittel namhaft zu machen.
* In der Handſchrift der Er Vibliethet ſteht ne Das tum: den. aöflen Sept. 1630.
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„B)Ehrönisön-Eieroitadeiise, All Yalzabe, PLLIERT IN muß. aber wenigſtens vor dem Jahre «1465 angefangen fenns Denn es erwähnt der holzernen Kapelle in Oldensworth, ‚an deren Stelle. die feinerite Kirche im gedachten Jahre erbaueh würde, als noch vorhanden. Wahrſchrinlich iſt bie. Schrift einerleyg init den anitialibus Eiderostädensibns, die (ho Hanis fort ( Langeberk Script. meram danic J. p· 20) und it, neuern Zeiten Kap (Huſumſche Nachtichten ©. 17) benutzt haben ”) GE Kr u 1 erg 2 Awen Knantz en (nach der unter Num. 4. angeſührten Handſchrift geſtorben zu. Huſum beh feinet Tochter den 3: Jull 1613 im zuſten Jahre) Hofdefiset zu Wobbenbüll ih-der Hatt ſtedtet Varſch, ſchtiebt 588 ineflirgeNnzeige,mie Eidet ſtedi mit der Gteſt landfeſt geworden, welche 1740 dürch Gerdt von Ruteln mit Titl Arers Anmerkungen aut denu Plattdeutſchen ins Hoch deutſche übern ſetzt worden iſt. Dieſe Ueberſetzuug iſt abgedtuekt in. Cameretb⸗ Nachtichten IT S. 428: Eihe plattdeutſche Handſchrift beſitzt die Schulbibliothek iu Huſum *) Das Origmal iſt es ſchwerlich. Denn ben- dieſem ſollte eine Charte befindlich ſeyn, die dork fehlt. In einer Hahdfchrift der hochdeutſchen Ueberſetzung iſt auch die Charte nach gezeichnet | J Re
3 Die Weipagüngen der freſifchen Sibhlie Hertje von eittem Prediger Meier zu kLindhoim etwa in der Mitte des 1öten Jahrhunderts aufgezeichnet in. 25 Artikeln, enthalten zwar keine beflimmte hiſtotiſche Data, dienen aber doch ih einiger Hinſicht zur Characteriſtit der Zeit. Da ſie
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D Kruſe hat ſich mehtmals über, dieſe Handſchrift geaͤußert und einge Bruchſtucke daraus, ber Konig Abels Zug gegen die Freien (Niemahıte Prov. Ber, 1794 11.©.66) und über die Fehde der Eiderfiedter sind Dithmarſet (Drews. Ber; 1795 1. ©. 220) mitgethyeilt; Vergl. auch Stıeier Bl; IV: Bd. ©. 405. & Die vom Krüfe ausgehsbenen Stücfe dienen ſehr paſſend zu Vergleichung puncten um die Reimisung; dieler Chronik: bey ſpatern zu eutdechen 9) Kieler Blätter IY. Sigapı ne la ne
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wicht vielen Platz einnehmen, find fie dieſer Chronik als An bang bengefügt.. =.
4. Jwen Knugens etlihe alte denfwürdige ..r ſch ich ten, fortgefegt von Meves Opens in Witzwort und 3 Predigern in Huſum, Jacob Sax und Peter Dankwerth und Johann Homer *), eine etwas beſchadigte Handſchrijt, die cuch das vorher genanute Tuch vonſnutzen enthalt, ebenial: dem Propſt Voß in Garding,/ jest deſſen Schwiegerſohne gehörig, Bey Zwen Knutzeus Arbeit liegt das Chrouicon vuigıre zum Theil in einer wörtlicien Wiederbe tung zum Grunde, Fir die ipatere Reit bis 1634 enthalt die ganze Handſchrift manche deachtungs⸗ wertise Notizen, wenn gleich) - die. meiften Nachrichten lancile: Ereigniſſe betreffen. - Ep wird adannum 1573 berichtet: „Is dieſem Sabre kam een Beiehi, dat neemand. trogen edder Beer biuen möfte, he hedde den van den Landuages Sievert Sievert⸗ zen Ohrloff und möͤſte järlit een genannzed.geven. Dit. Vers. bot wuhrede nicht lang. De worden de Dingfieden up allen Kerthöven afigelhaflet und moften de Leens ude dat Karipels recht, duten den Kerthave” holden. Dit Verbot werede os nich lang." Gleich darauf ift eine Elogrum auf Weinvern eingeichals:
tet, das wicht zu feinem Lobe gereicht. Er fen feiner Tyrams.
ney wegen nur der Vermaledeite. genannt werden, obiit. cum applausu totius ducatus” und unterm roten Juli 1617 heißt ed: „Damals hat Herr Petxrus Dankwerth aut Ihrer Durchl. Befehl die. niederſaͤchſiſche Sprache ändern. und bochdeutich, Teden müfjen.” ‚Mehrere Notizen Tonimen; vor uber, die Ereigs nifje des sojährigen Krieges in unfern Herzogthümern, die um ſo weniger zu vernachlaßigen ſind, als die Nachrichten darüber weder zahlreich, noch auch gehörig gefammeit fiud‘*) 1627 den szten Det. iſt beimeiit. „Die Herzogin Augufin iſt von Gob — x * . Ber. 1Bd. 6.1 2 Im. Br. I190 180. 6.6 e auß os Gar Schriften geſammelt. Prov. Ber. 1790 I. Ban nenn das Theatrum une > kr ee
torf wieder mit ihren Nofffante Hier angelangt, nachdem Cie von dem Friedländer eine Salvegnardia für das Leibgeding, Ant und Stadt Hufum erhalten.” Eine aͤhnlich Salyegarde cu theilte Wallenflein der fchleewigholft. Ritterfchaft. Cie lautete nach einem andern alten Manufeript fölgendermaßen +), +
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{ *) Salva guardia des Fürfien Wallenfteins für die Echlehe
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wig-Holfteinifche Kitterfchaft vun achten Drt. 1627. -—
Wir Alvrecht vom Gottes gnaden Hertzog zu Zriedts land Rom. Key. Man. Krieges Rabe Cammerer, Ober fer zu Praag, wid General Dberfter Feldthauptmann, geben allen und jeden Hochfternenter 9. Ken. Man. bes ftelten hoben und niedern Officirern Befehlehabern und
. Soldaten zu Roß und Fuß, biemt zu vernehmen, nach⸗
dem wir alle Holfieinifche und Schleswigſche vom Adelf
und Nitterfchaft weiche auf ihre Heuſer Nitterfige und
göter ſich zu begeben willens, in der Nom. Key. Man, Unſers allergnadigften Herrens ſchutz und fchirm folcher‘ geftaldt auf und angenommen, daß ſe im den ihrigen, ſampt Weib und Kınd, gefinde fabrnuß jicher moleſtiret ihrer güter fuhren, und dannenhero der Einquartirung. {woferne ratio beili nur anders nicht erfordert) eximirt und befrenbet.bienben -follen: Zudem «ende auch diefen Unfern offenen Paß und ſchutz brief aufßfertigen und er— theilen laffen, befehlen derowegen alfen obgemelten Sens; ferich Hohen und Niedern Officirern, und derfelbigen söltatesca zu Roß und Fuß verniftlich , und bey Unnach⸗ lafliger Xeib und Lebens Straffe, daß fie gedachte Hols feiniihe und Schleswisiche Nitterfchafft, weiche ſich nach Hauß verfügen, after drter zur Waffer und Landt, mit allen bey ſich habenden gejinde, mobilien, Roß und, Wagen ‚ungehindert umd ‚unaufgehalten paſſuen laſſen, ihnen aud) anf ihr begehren zu deſto Sicherer ihrer und‘ der ihrigen fortkommung genugſahmer Convoh ertheilen,, diefeibige ihn ihren Hähfern und Höfen ſchuͤtzen mit Frerbirauge, abnahm, Pluͤnderung, rundt der auf‘ andere Weile und Wege, wie daß namen haben mag vder Uunter waß practext ed inniger Hefchehen möge, keynesweges befchwehren, ihnen in Verwaltung ihrer Heuß⸗ baltung, zu Haus oder int Feldt,. Feinigen Drang oder Ders hinderung thuen .er einiger ſchaden zu fügen follen, bey
Vermeidung obangedeuteter Leib» und Lebensſtraſſe; Es
werden aber hingegen gedachte Gohfeiftriche und Schleb⸗
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3. Nordfrefifhe;,Chronica von ı 143 bis 1537, in einer Abichrift von Friederich Lindenbruchs Hand. Es ſtimmt großentheild mit Iwen Knutzen überein. Die Erzählung ift aber. in den mehrften Stellen kürzer und das Werk fcheint fos nad) ein Auszug: aus demfelben alten Chronicon zu fenn, welches jener benuste. Auch ift ed wohrſcheinlich dafjelbe, welches tuter dem: Titel, Eiderſtedtiſche Geichichte von 1103 — 1502; auf der Hamburger Bibliothef befindlih if. So vermurhet der Befiser des Manufcripte, Herr Paftor Dörfer in Preetz. Der gewöhnlichen Abkürzung ungeachtet hat diefe Handfchrift “ mehrered Eigenthuͤmliche, fo 3.8. ad 1404 „Do lad Bos lenbrügge twiſchen Neße und Ellenvurt Aver de Eider, und de lach elleven Wecken. Id was do alfo flark een Winter — Dat man bedde eenen groten fiacken Wed, gelegt von Neße awer de Eider tegen Ellenvurtb, Da was een Mann de hete Johann Bole, de drev dar erſten mer, darup hete man dat Bolenbrügge.” Sichtbar ift hier bloß von einem Wege über das Eid, nicht von einer dauernden Verbindung der Eiderufer durch eine Brücke die Rede, wie die Erzählung fpäter hinaus verftanden murde *). | 6) Dentwürdige Gefhichte, fo mit Fleiß von Herr Knut Lorenfen b. ni. gewefenen Paſtoris su Eversbill im Nordſtrande verzeichnet und erforichet, aus feinen Schriften aber copiret. Eine dem Werke des Neocorus in der Boltihen Handſchrift angehängte Ehronif, — — — —— wigſche von Adell und Ritterſchaft ihre gebürende Con— tridution zu nothwendigen der Kaiſerl. soldatesca Unter haltung ordentlich liefern und die Abfürung derjelbigen deftowilliger ſich erheifchender nothurfft, nach Beforde⸗ a Key May. dienſt erweiſen. egeben im Haubt Quartier zu Elmshorn den zoſten Det. Anno 1627.
*) Denn eine andere Duelle hat Humsfost (Langebeck 10. ©. 312.) wohl nicht gehabt, wenn er ad aunum 5370 fagt: Insula Nordstrandia Frisias Eidorensi eras ponti Ballinbroggicp juncta.
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wenige unbedeutende Nachrichten bon ro9g — 1598 enthaltend, Herr Dr. Krufe hat feiner Ubfchrift dieſes Auszugs eine Bor ſtellung ‚der zu den Kirchen Hersbüll, Evenebuͤll, Odenduͤll, Gaikebüll und Trindermarfch eingepfarrten Nordftrander beys gefügt, betreffend die Salarirung ihres Predigere , woraus erſichtlich, daß fie noch gegen das Jahr 1640 die Hoffnung nicht aufgegeben hatten, mit der Bedeichung ihres Landes’ zu Stande zu Fommen. Sie wollten nemlich verhindern, daß die defolirten Kirchenguter den Einwohnern auf dem Moor zum Baue der ihrigen überlaffen würden,
7) Annalis Strandensis, fand ‚Major im dem gefähtiebenen Starmtenbuc des fürflichen. Landvoigts auf Föhr, und excer⸗ pirte einiges daraus, was fich noch in. feinen Collectaneen auf der Kieler Univerjitats Bibliothek befindet, - Eine andere Abs ſchriſt, welche nad) einer Altern aus dem Buche eines Hans Anderfen auf Fohr gemacht worden, iſt auttührlicher. » Sie findet fich No 9. bengefügt. Eine wie die andere diefer Hands ſchriften {ft hochſt unbedeutend. Sie ſchließen mit den Krie⸗ ge, den Konig Chriſtian IV. „mir einen Kaiferlichen Dberfien, gebeten Marſiane Tillig, ale dat Gerücht. gatb, alleen um das Evangelii willen” unternahm. — Major felbft giebt. feine bieher gehorige biftortiche Notizen, wenn man nicht dabin rechs . nen will, was er von dem Singen der Köhringer Weiber bey Hochzeiten erzählt, welches bieweilen fo arg wurde, daß die Prediger Davon geben mußten: Es find allerhand drollige fieder, fagt Major, unter weichen Eins, welches „Knut Knut Sriederich ” beißet, vor andere herumſchallet.
8) Antiquitaten der Infel Silit von Hang Kien holt. So nennt Heimreich die Schrift; in zweyen Hands Ihriften führt ſie bloß den Titel: „Kopie uth eenen olden geihveven Driginal.” Wann der Verfaſſer ‚gelebt hat, ift nicht ganz klar. Aus einigen Datis follte man glauben, daß er in das Zeitalter der Neformation gehöre. Damit dürfte aber nicht zuſammen fiimmen, daß der Verfaſſer den Unter⸗ gaug der Gemeine Eidum erlebt bat, an welcher fein. Vater,
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der letzte Prediger war. Denn diefes Ereigniß muß mohz nicht fo ganz nahe dem Schluffe des ısten Jahrhunderts er⸗ folgt ſeyn. Die Schrift felbft ſtellt den Verfaſſer als einen hoͤchſt ungefchickten, faft albernen Menſchen dar, erhielt aber eben dadurch einigen Werth, Denn gewiß find die Erzaͤh—⸗ lungen von den alten Zeiten und von dem KRiefengefchlechte, sicht bio Erfindungen des Gcribenten, fondern gangbare Volksſagen. Bie führen darauf, das es auch ehedem in dies fen frefiichen Gegenden einen herrfchenden Adel, einen Stand von KHäuptlingen gegeben habe, von welchen wir fonft, etwa mis Ausnahme der. Wagemänner in Eiderfiedt, feine Spuren fin den. Diefe Fleine Kielholtihe Schrift habe ich am Schluffe der Chronik mit abdrucken laffen. — Andere Nachrichten von Sit enthalten nichts Dentwürdiges.
9) Eine Korte Befchrivinge des Ländleins Nordfirandes und deffen Gelegenbeit, var den Inwoh—⸗ nern, Seden, Gebrüfen, Nahrung, und Beſchwerden; Negis ment ac. 2c. durch Johannem Petreium, Paſtoren zu Odens büll, (gef. 1605) mit einer Karte von Nordftrand wie es 1597 war. Die Handichrift, welche 1633 dem auch von Heim⸗ reich genannten Titus Aren, Rathsherrn oder Bürgermeiſter in Hufum gehörte, und fih jest in der Bibliothek des Hrn. von Eronftern auf Nehmten befindet, beftcht aus 194 Blättern ' in 4. Bon Heimreich ift diefe Schrift zwar benugt worden, und ben manchen Materien, z. B., bey den Nachrichten von dem Landrechte und den Zandmaapen vieleicht feine einzige Quelle geweſen; doch iſt fie lange nicht in dem Maaße ges braucht, ald man nad ihrem ganz ausgezeichneten Werthe erwarten durfte. Nirgends findet man eine fo vollftändige und urkundlich belegte Gefchichte des nordftrandiichen Nechts als gerade hier. Die hochdeutſche Weberfegung in Camerers Nachrichten II. ©. 735 — 72 enthält nur einen Eleinen Theil des Ganzen und auch diefen nicht ohne mand)e fremdartige Zuſaͤtze. Beylaͤufig kann noch bemerkt werden, daß die Hands fchriften von den freſiſchen Landrechten, theils einiges ganz
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Freue, 3. B. eine Dingordnung, vornemlich aber gute Ber träge zur Vervollſtaͤndigung und Berichtigung des bereits Ges druckten enthalten. Drey ſolcher Handfchriften bejist die Univerficäts s Bibliothef. 5 |
ıo. Bon den Gtallern in Eiderftedt, Ever, ihop und Uthholm. Zwey Handichriften, die eine von dem Propfien Peter Perrejus (geſt. 1746) in Eiderftedt, die andere von dem Propſten Voß dafelbft ( gef. 1815) in dem Nachlaß des letztern Bende Arbeiten find im des letztgedach⸗ ten Abhandlung von den Stallern und den. befondern Gefesen, und Freiheiten der drey Lande, Eiderftedt, Everfchop und lith; bolm *) vollftandig benugt. Die mitgetheilten Auszüge aus den Beliebungen der Landesräthe und aus den Privilegien der Landſchaſt find fehr ſchaͤtzbare Beyträge zur Geichichte des Eiderfiedtifchen Rechts. Ä
ıt. Eäderfedtifche Kirhengefchichte, von dem Propften Bob. Diefer Dann, welcher überhaupt für die Ges fhichte Der Landſchaft Eiderftedt vieles gefammlet hatte an Ehronifen und Urkunden, bat zulest auch den Eirchenhiftoris {hen Theil feiner Sammlungen zu einem Gauzen verarbeitet, welches aus zweyen dicken und enggefchriebenen Quartbänden befieht, zınd von den Verfaſſer vollendet hinterlaſſen iſt. Der Abdruck des Werkes in feinem ganzen Umfange wird nicht möglich ſeyn; aber ein Ternhafter Auszug wäre gar fehr zu wunſchen. |
12. Nachricht von bottfchloten Deichwefen und einigen andern Bedeihungen von 1672 —49. Eine kleine unbedeutende Handfchrift der Univberſitaͤts-⸗Bibliothek, die Aufzeichnungen eines den Deichbau dirigisenden Beamten ent, baltend. Intereſſant ift es bloß wegen der Nachricht, daß
*) Prod. Ber. 1790 S. 36 und in vielen folgenden Heften. Ein Abdruck der ©. 54 augeführten Abhandlung des Propfien Derrejus if in den Nachrichten vom baltıfchen Meere 1765 ©.69 angefangen, aber nicht fortgejegt. — Ueber Voß vgl. die Prov, Ber. 1316 S. 203.
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ein großer Theil des Herzogthums Schleswig. zu. dieſem Deich⸗ bau hat beitragen müſſen Daß dieſe fuͤr den Fall, wenn der Landesherr ſelbſt eindeichen läßt, ſehr natürliche Kegel ches dem noch fonft allgemein geweſen, erheliet daran, daß einzel, nen Commünen Eremtiongprivilegien ertheilt iind, 3. B. BIER, feld, dänischer Atlad, Ir Bd. ©. 792.
13. Bon den Handichriften welche die. im Kieler. Frieden den 14ten Jan. 1814 an England abgetretene Inſel Helgo⸗ land angehen, wird eine kurze Nachricht genügen. Cnoblochs Helgolandia ift zwar gedruckt. ( Hamb. 2643 *) doch habe ich, fie nur gefchrieben gefehen. Aus einer. fpätern Zeit ift Die Nachricht von der Snfel Helgeland fo wıe fie. im Sahr 1699 beſchaffen gewefen; von Böttcher, Lieute⸗ nant und des Orts Commandanten. Der Abdruck in der daͤniſchen Bibliothek 1. c. S. 538 hat einige Abkürzungen er⸗ litten. Die Angabe S. 541, daß in Hamburg eine alte Schrift uͤber Helgoland, theils in lateiniſcher theils in freſiſcher Sprache verfaſſet, vorhanden ſeyn ſollte, iſt wohl irrig. Was das Recht der Inſel betrifft, fo bezeugt Cnoblocdy, daß auſſer dem jutſchen Low noch gewiſſe Zanderbeliebungen in dem ‚Berichte befolgt. wurden und die vorgefundenen Abfchriften zeigen, daß es auch für Strandfälle ein, auf diefe Weiſe entſtandenes Statut ges
be**). Don dieien beyden unter gleichen Namen (der Hels golander wilttuhrlihe Beltebung ) vorkommenden Statuten iſt nur das erfiere (Camerers Nachrichten 1. S. 569 ***) gedrudt, Am volländigften ſind die Helgolander Anordnungen in einer - Handfchrift der Bibliothek enthalten, welche den Titel führt; Heiliglander Privilegia, Strandredt, Landes— beliebungen, SIR SA wie auch =.
*) Bol. daͤniſche Bibliothek ztes Stick S. 06, ws ven die übrigen Befchreibungen genannt find.
**) welches daher wohl zu unteriheiden ıft vom dem foges nannten Strandprivilegio. Vgl. Niemannd Handbuch der Baterlandetunde ©. 63. |
r) Laß Nachrichten 'S. 50...
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hochfürſtl. Referipte und Verordnungen, die ben vorgehenden Hallen zu objerbiren, nebft einigen Anmerfungen, mad vor hundert und mehr Jahren ergangen, und mie jesiner Zeit das Land befchaffen, aus alten und neuen Arhiven zuſem— men gefüht und befchrieben. Am Jahr Chriſti 1708. Die hiſtoriſchen Nachrichten find indeß bis zum Jahr 1745 fortges führt. Diefe Handſchrift hat wahrſcheinlich dem Advokaten Laß in Hufum angehört. Wenigſtens liegen darın Briefe an ihn, von dem Prediger Drehler auf He'goland, der ibin für fein Buch über die Infel verfchiedene Nachrichten , eine Be, fchreibimg Helgolands von dem Profeffor Moller und eine von ihm felber mittheilte. Im lesterer, welche auszugtweiſe auch fonft vorkommt, wird angeführt, daß um 1300 eine Eharte von der Inſel entworfen ſeyn foll. |
‚Es ifi hier nicht der Ort das Daſeyn von Landcharten aus einer fo alten Zeit näher zu imterfuchen,; obgleich es mit Rüchs ſicht auf die Glaubwürdigkeit der Meyerfchen Gharten ven alten Nordfreslandevon großer Wichtigkeit if, Nach einer ſaſt allgemeinen Meinung der neuern Zeit ſieht man Meyers Arbeit eber ald eine Dichtung an, Und will feinen Chatten von der alten Geſtalt des Landes nur einen fehr geritigen hiſtor und geograph. Werth einraͤumen. Und obhe Grund iſt dieſer Zweifel nicht entſtanden. Die vielen Tempel für romiſche Gottheiten er—⸗ wecken Mißtrauen. Wie Eame diefer Cultus dahin und mie bätte die Kunde ſich fo lange davon erhalten fönnen? : Wär ren ältere Charten da geweſen, fo fcheint es, als hätte Weter Sar ſich wohl eine derfelben verfchaften konnen, wähtend er wie die Fresia minor zeigt, gar feine andere als nette ges habt hat. Sollte es wahr fenn, was erzählt wird, daß Mener eine Charte von Ameland mit der Eharte von Helgoiand verwechfelt habe, fo würde diefes freilich der Zuverlaͤſſigteit feiner Charten überhaupt gar ſehr entgegen ſtehen Tod) ſcheinen uns die Gründe für die Glaubwiürdigfert der Mever— Ihen Eharten noch immer überwiegend zu fern. Zurorderſt gibt die Genauigfeit feiner übrigen, Arbeiten eine nicht geringe
Vernuthuug/n daß ar wAdanch bey Darſtellung des alten Fre⸗ landest nicht darau habe fehlen laſſen. Die Kunde von den
Veranderungenn Der: Gegend erhalt ſich bey Den Einwohnern:
langer als marchezandere Nachricht, amd noch jest willen die; Kuſtenbewohner und die Schiffer mom Gegenden zu, erzählen,
die, feit Jahrhunderteln untergegangen find und tief unter dem Waſſer iegen; micht· Bob von⸗ denjenigen Theilen Nordfres⸗
laudes, die hey ordentlichen Ebbe: taglich ſichtbar werden, und nech in dem) Schlicke als ehemals · bewohnta ‚Gegenden zu er⸗ kennen find. 7 Die Haupt ſacht machte daher zu Meyers Zeiten; noch zu er fahren feyn aundravat er won Tempeln anfuͤhrt, das hochſteus mag auf Rechnung: ſeiner hiſtoriſchen Conjecturaleri⸗ tik kommenn Kernen iſt wichtig die von Heimreich an zwehen Stellen*). wiederholte Angabe, daß bey den Meyerſchen Char⸗ ten eine alte von deun Biſchof in Seeland CJoh. Pauli Roſe⸗
niſs grſtorben 71038) mitgetheilte Zeichnung: won Nordfresland sum Grunde liege. KEndlich dürfte es ſaſt eutſcheidend ſeyn, daß Langebecks Charte zum⸗· Waldemarſcheu Erdbuch**), (wel⸗ cher er das Pradieat giebt / nwaaumemtorum aeri· Walde⸗ rain Side asserta) beynahe in allen Stucken mit den Meyer⸗ ſchen Charten uͤbereinſtimmt. Obgleich der mit Langebecks und Suhms gelehrten Arbeiten ſo vertraute Nyrup nicht
auzugeben weis / welche Hiilfsmittel von Langebeck zu ſeiner Sharte benuzt worden / o iſt doch keinesweges zu. zweifeln, , daß ſie nicht bloß auij gutes Gluͤck den Meyerſchen nachge⸗
macht ſind **). —Inzwiſchen see wir gerney daß die «
DIN —
* Noerdſteſiſche Ehrent © PART inte —
#2), — agrum.danicporum Tom, VlI, ad p-5
| — Dagegen meldet Nrup dem Verfaſſer, daß auf der Fir nigliben Bibliothek in Copenhagen Meyers Handzeich⸗ nungen zu feinen Eharten mm hugefahr 10 Foliobanden — aufbewahrt merden.—. befinden ſich daſelbſt etwa auch * Meyers Sammlungen roͤmiſcher Inſchriften derenSilbern bibliorhee. liistprich pag. 2 und Barıhoim Autiquit. ‚dan. en u Ha ni
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Bäche, um deſtimmt darüder entſcheiden zu können, forgfältis ger unterſucht werden müſſe, als bis jegt geſchehen Und zu wuͤnſchen wäre es, daß unſerer vaterlaͤndiſchen Gefchichtsfors ſcher Einer ſich dieſer Arbeit unterziehen wollte. 14) Zwey neuere Dithmarfiſche Chreniten; Zortſetzungen von Hans Detleffd, von welchen die eine bis zu 3718, die andere bit zu 1794 geht. Während in den freiifchen Diſtrieten ſelber aus dem 18ten Jahrhundert wenige hiſtoriſche Aufzeichnungen vorhanden zu ſeyn ſcheinen, iſt allem Anſehn nach die alte Sitte, ſeine Theilnahme an deu Erriguiſſen der nächften Heimath durch Aufzeichnung derfelben an den Tag zu legen, in Dithmarſchen länger herrſchend geblieben. Diefe Dithmarſiſchen Chroniken enthalten auch für die hordfrefiiche Geſchichte manche beinerkenewerthe Einzeimbeit z. B. über den Zug ded Grafen Steenbock und Über Thunings legte Bela⸗ gerumg. Auch darin zeigt. fich noch diealte Dithmarfcher Weile) daß diefe Ehroniten über einzelne Begebenheiten hifiorifche Lied der geben, wen gſtens eint, über. die Unternehnung des Kapi tains Mafcalari und die Plünderung des. Dorſes Keteibül — „ ein- Schimpflied auf einige Bürger in Heide, welche un der nn Theil genommen ‚haben follen *). Ennlich find hier auch; weil fie weder. zur Kiteratur gerechnet hoch auch ganz übergangen werden können, der Abbildungen fies fiicher Trachten zu erwähnen. Dergleihen findet man in den don J. Rreter herausgegebenen colorirten dänifchen Nationab brachten (Copenhagen 1805. 6 Heft;) von Fohr, Sit, Amrum Und Oſtenfeld. Auegezeichnet ift mur die weibliche Tracht, welche ſich, gleich der Spradje auf: ben Infeln ‚allgemeiner erhalten hat; Als auf dem feſten Lande und ſelbſt auf den Inſeln in neuerm Beiten manchem Wechfel der Mode unterworfen geweſen iſt, — —— — Die Veoebenheit erzaͤhlt der juͤngere Heimreich. Auch, ‚Bolten Geſchichte von Dithmarſchen 4. Bd. S. 203 — Die alten hiftorifchen Fieder diente gemöhnlich zur Ber gleitung des Tanzes, es waren, ‚wie Geifebert fagt, car⸗ mins guae _ sunt salsazec;, * gut iſt es fe! -.,
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wodurch fie. allmaͤhlig der ſogenaunten deutſchen Trachtgemäbert wordeit; Etwas ſehr Auffallendes iſt der Gebrauch von rothen Struͤmpfen auf der Inſel Silt/ die hey unſern Freſen ſonſt nicht vorkommen, und deshalb bemerkt zu werden verdieuen, weil fie nicht nur in mehrern Gegenden des Herzogthums Bre⸗ men, ſondern auch im ſuͤdlichen Deutſchland anugetroffen werden. In dem dies ſahrigen Carlsruher Calender (Rheinblüthen) find Weiber aus der Herrſchaft Havenſtein im Schwarzwalde abge⸗ bildet/ deren Struͤmpfe roth und deren Rocke eben fo kurz find, als die. der Silterinnen. Faſt konute man glauben; daß: es in alten Zeiten eine allgemeine Nationaltracht der Deutſchen ge⸗
Außer den beiden Kleinen Zufäsen, welche der Herausgeber Bengefügt hats hätte er noch ‘gerne und anfangs war: es die Abſicht — dieſe mit einem dritten dermehrt, der eine kurze Ges ſchichte des freſiſchen⸗Rechts würde. enthalten haben. Es ge⸗ Biah aber an Platz dafuͤr. Auch iſt es dem Herausgeber nicht mmnlieb, diefe Arbeit einſtweilen aufgeſchoben zu /haben / indem er! die Hofnuug nahrt, zu einer andern Zeit eine hiſtariſche Heben; ſicht nicht nur des freſiſchen, ſondern auch des damit verwand⸗ shi: dithcarſiſchen Nochts, in angemeſſener Ausfuͤhrlichkeit und mit Urkundlichen Beletzen liefern zu kͤnnen. Vi [> E07 RR Be BE 773207 77 Pe HEBEN 71 —,ν ee DO FED 4: Das Motto‘ desDitslblatts hat Heimreicht ſelbſt den Zugaben ir feiner Chromik vorgeſetzt! »Es iſt bier: beybehalsen, weil-ad fine Ermahnung enthaihsdierfelten überhüßig, dach in unſern gelten beſonders au ihrer Sielle iſt. Denn- Jeit faſt ı einem Qahthissidert den grohetn politiſchen Jutereſſen mehn-als ſonß zugewandt, haden wie den Siun für die Geſchichte der weniger großen Ereigniſſe unſerer Heimath faſt verloren, der noch im Vten und ryten Jahrhundert· ſo vorhetrſchend wär. Daß iu dem, Uinfange weniger Quadratmeilen der Männer nicht ſo wor nigeswvaren,. Die.da#Denkinlisdige ihrer Zeit verzeichneten, Teuch« tet his dem vorhergehendon · ein auch daß aus.bemabgfinicher
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en Jahrhundert wenige Quellen fürdiefe Spetialgeſchich te yon - Hayden find. "Niemand wird eine folche Veränderung des herz ſchenden Geiftes: für gleichgültig halten. ‚Den es hängt das mit die allgemeine im Volke lebende Erinnerung an die Ver⸗ gangenheit ufammen; Wie diefe Erinnerung min die gegen wärtige Ordnung der Dinge begreifen lehrt; und dadurch in - vielen Berhältuiffen Sicherheit und Beſummtheit gewährt, wie fie die bald verfließende Zeit des individuellen Daſeyns mit der ganzen Vergangenheit des Wolke, und mit einem großen Gans zen verbindet, und eben dadurch im Ganzen und im Einzelnen den Dafenn felber' größere Bedeutung und Würde giebt, wie fie den Geift früherer Zeiten, fo weit das lebende Geflecht ihn aufzunehmen vermag, in diefed hinüber leite, und durch alles dieſes eine ſehr wirkfawte moraliſche Kraft werde, kann hier nicht entwickelt werden. Daß aberein ahmicher Geiſt von neuem uns ter und geweckt werde, muͤſſen wir angelegentlicyft wunfchen. Wenn diefe nee Ausgabe etivas dazu bentragen follte, den ge⸗ ſchichtlichen Erinnerungen eiu neues Leben zu geben; ſo wurde der Herausgeber Urfache haben; zufrieden zu feyn/ mit dem Entſchlu⸗ fe die alte Chronik von neuem and Licht. treten: zu laſſen. z Auf die eingehen Thaten, welche entweder AN Moſer und Ermunterung zu ähnlichen, oder als warnende Beiſpiele die Geſchichte aufſtellt, merkt jedweder von ſelbſt. Nur muͤſſe der Blick auf die ‚Vergangenheit nicht zu beſchraͤnkt feyn. Jedes nicht —— ſchlechte Zeitalter hat feine Licht; und feine Schats tenfeite: : Beide ſind nicht zwei ſelbſtandige Stücke, ſondern zu⸗ fammengehörende Hälften eined Ganzen, und dürfen inder Bes ürtheilung nicht ‚getrennt werden. Von manchen Fehlern und Laſtern unſerer Worfahren find wir nur darum frey, weil ed uns an ihren Tugenden gebricht. Erſt dann aber kann ſich das gegenwärtige Gefchlecht einen Borzug vor dem entichlafenem: benlegen,. wenn wir und die Tugenden der Vorzeit angeeignek‘ und und von ihren Fehlern befreit, fie nicht bios mit ander: vertauſcht haben.
End
2 Schließfidh gebührt mein auftichtiger Damfatten den Maunern
welche bereitwillig und mir zuvorkoumender Gefaͤlligkeit mit Nachrichten und Huͤlfsmittel mitgetheils haben, die bey — Aus gabe bennet werden konnten.
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ten ze. und ftatiftifchen Schriften uͤber bie nordfreſiſchen Gegenden.
I. Ueber Norbfresland insgeineiin. a. Urfprung des Volkés. 1) Kruſe, Über den Urſprung der Frieſet auf der Weſtku ſte Schlet/ wigs; in den Prov. Ber. 1793. U. ©. 245, 2) Dugen, über. die ältefte Und nehöfte Geſchichte unferer Nordi friefen. Kieler Blätter zter Bd. Se 257; b. Geſchichte und Deunkmäler der freſiſchen Sprache Wiarda, Geſchichte der alteti ausgeſtorbeuen Frieſiſchen dder ſaͤch ſiſchen Sprache. Aurich 1784. (betrifft zunachſt Oſt⸗ und Weſtfriesland.) Die Etinnerumg dagegen von Cametet Prov. Ber. 1787 ©. 726. vergl. Kordes Schriftſteller Lericon & 437. beruht auf einem Mißverſtande. 4) Bemerkungen über den Urſprung ind Charadter der Sriefis fchen Sprache, Finden fih im dem Schleewig Holſt. Magazin - Rum. XH. &.276, Und in den Schl. Hoift. Anzeigen vom Jahr 1758. ©. 557. 5) Der kleine Cathechismus Lutheri im Foͤhringer nnd Nordfirans dinger Dialect; auf der tönigis Bibliothek in Copenh. handſch. 6) Lieder. Handſchriftl. Zwey alte Lieder, wonit Branz und‘ Braͤutigam auf Gilt, wenn ſie zur Trauung fommen, vor dem Stegel des Kirchhofes eınpfangen werden, hinter einem Mas nuſcript der Kielholtſchen Ansignitäten. Ein Lied ift gedruckt bey Eanierer in den Nachrichten Bd. S. 181. Und noch eins im den Sragmenten eines Reifenden int den Herzogthämern S. 62. 7) Der Geizhals. anf der Inſel Silt. Ein Schauipieling Aufs
xXxu
zügen, vondem Schülfehrer und Rüfter Hanſen auf Wefterlanß, Eleneburg 1809 Bon demfelben giebts auch eine Fleine Samm⸗ lung Silter Lieder. 2 Bogen. |
c. Volkseigenthümlichkeiten.
8) Reinlichkeit der Frieſen in Holſiein, im Zabris geographi
fchen Leſebuch. Num. VII. |
9) Ueber die Befdrderung des haͤuslichen Lebens auf den Infeln
"der Weſiſee, in den Prov. Ber. 1787. ©. 599.
d. Eatidesproducte
20) Fabricius, von der Zubereitung des Friefifchen Kilihenfalzes, Schriften der Gefellfchaft der Wiflenichaften. Theilg. S. 171.
x1) Krufe, vom Schlieftorfe und dem daraus gejogenen Salze; Prov. Bet. 1794. ıfier Bd. S. 363—.
12) Derfelbe vom Seehundefange bey der Inſel Nordersog:-
- 0. Deichweſen und Ueberſchwemmungen.
13) Joh. Ehrifioph annotationes vom der ad 1300 ergangenen
- Waflerfluth, angeführt von Heimreich. |
14) Matthias Pompi, Paftor zu DOrding, Erzählung Son der 1634 ergangenen Waflerfluth,
15) Boltius de cachaclysmo Nordstrandiano commentario- rum libri tres. Slesv. 1623 ing. Das erfie Buch enthält
eine ſehr gute allgemeine Befchichte Nordfresiauds. Bon den
_ beiden legten, die Ueberſchwemmung von 1615 u. f. betreffenden Büchern lieferte Krufe den Anfang einer Ueberſetzung in den Prov. Ber. 1798. I. ©. 105.
26) Krufe über die Abnahme der weſtlichen Küfte Schleswigs und Holſteins. Prov. Ber. 1793. J. ©. 225r
*) Die Fabrication ded Salzes hat ganz aufgehört. Ehedem war es ein wichfiger Handelsartitel. Schiesw. Stadtrecht Art. 41. Sowohl der König als der ſchlesw. Bifchof zogen daraus Nevenüen. Langebeck Scriptor. VII. p. 477, 490, 500, 501 und 504. Der gewöhnlich vorfommende Ausdruf sal crematur erklärt am beften das Wort Orennastellar in Waldemars Erdbuch. Langebekl.c.p.540. Es find die Platze wo Salz gekocht wurde: die Salzbuden wie Heimreich fig nennt. |
XXxXII
17) Umſiandliche hiſtoriſche Nachrichten von der großen Waſſer⸗ ſfluth 1717. Hamburg 1718"). 17. a. Nachrichten von den Waſſerfluthen der Jahre 1751 und
56, in den Schlesw. Holſt. Anz. von diefen Jahreun. 1
18) Von dem Urſprung der Deiche in hieſigen und beſonders der nordfreſiſchen Gegenden, in demSchlesw. Holſt. Magazin Num.
.XII. &.267. Entlehnt aus dem in Copenhagen befindlichen Werke des Eiderftedtifchen Propſten Petrejus über das Tonder⸗ ſche Deichweſen.
19) Tetens, über den eingedeichten Zuſtand der Darfchländer, Prow. Ber. 1787. ©. 641.
20) Ueber die Halligen an der weftlichen Kuͤſte Echletw., ihre ger geumärtige Beſchaffenheit, Gropeund fortwährende Abnahme, Prov. Ber. 1788. II: ©. 1.
21) Tetens Reiſen in die Marfchländer. Leipzig 1788.
22) Bon den Ueberſchwemmungen Pellworms am 10. und 11.Der, 1792, am 3 Merz 1793 und26. Jun. 1794. Zwei Auffäge von Kruſe in den Prov. Ber 1793 1.©.291 u. 1769. LS. 171.
f. Freſiſche Rechte.
23) Die. Ausgabe der Statuten nennt Schrader, Lehrbuch det vaterländifahen Rechte $. 14. 154.16 Denen auch die zahlrei⸗ chen Beliebungen in Voß Abhandlung von den Stallern (Pro, Der. 1790 J. S. 36.) und das, nordfvejifche kandrecht von 1559 mit angehängten Sententien bey Camerer in den Nachrich⸗ ten I. G. 350 hinzuzufügen find.
24) B. Grauers Anhang des Eiderftetifchen Landrechts, worin unterfchiedliche Privilegien, Conſtitutiones, benebſt dem Toͤn⸗
uninger Stadtrecht, ſo bisher niemals im Druckausgegangen — Das Autographum des Verfaſſers, von dem Luͤbecker Syndicus Krohn zum Druck approbirt, beſaß Moͤller. Das ſchleew un . gericht wollte den Druck nicht geflatten.
.
x Vier. audere Schriften macht Bolten i in der Dithmarfiichen Gefchichte Ater Vd. S. Z28 nabmhaft. Ferner gehört hieher sine ſchlechte Homannide Charte von diefer Heberfchwenm.
g. Merkwürdige Perfonen.
25 Peter Petreji oratio de viris Frisii borealis illastribus, . habira Flensb.ı- 13. Manufcript derftieler Univerfit.bibliothef,
es) b. Sried.Bredling u. A. Owen Harrin. Prov.%.17879.665.
86) Weber die Nrophetin Hertje und ihre Weißagungen, ſo wie über eine Prophezeihung, die einer gewiſſen AnnaThomfen zuge⸗ ſchrieben murde und noch 1755 das Volk ſchreckte, fiehe die Schleew. Holſt. Anzeigen von 1755 u. 56 an mehrern Stellen.
26) b Nachrichten von einigen Saren die fich um die Schlesw. Holſt. Geſchichte verdient gemacht Haben. Schlesw. Holſt. Ans zeigen 1753. Num. 16.
27) Hans Mommſen in Fahretofft. Neue Prov. Ber. 18:13 © 97- 3814 8.33%. 18:6. 209.
h. Vermiſchte hiſtoriſche Schriften?).
28) Unter einer ſehr allgemeinen und unvollftändigen Bezeichnung "werden von Reimreich angeführt: Annota tionesundRelationes von mehrern: als von J. A. Becker, Joh. Meier, Pet. Nickelſen, Küfter zu Stintebüll, Fabricius, Prediger zu Poppenbüll, Gode⸗ knecht, Organiſt zu Pellworm/ und ſeinem Vater Joh Heimreich.
29) Cleffel, kurze Betrach tung des Alterthums unſerer Marſchlaͤn⸗ der. Touning 1742 und Camerers Nachrichten J. ©. 160u. f.
39) Petrus Saxe de praecip uis rebus gestis Frisiorum septen-
: trionalium breviter descriptis bey Wefiphalen mon. cre- dit. T-I. p. 1338.
31) M. R. Flor von den hiftorifchen Fehlern in Heiimgeicht und Facmanns Schriften, beſaß Moller handſchriftlich.
32) Auszug einer alten geſchriebenen Chronik von Eiderſtedt und — Maͤrſchlaͤndern, inſoweit in Heimreichs Chronik nichts dar⸗ in zu finden, in eben deſſelben Bibliothek.
*) Eine dem Reformator Herrmann Taſt von Dreyer (Schriften der Copenh Geſellſchaft der Wiſſenſchaft gzter Th. ©. 165.) beygelegte Schrift hat ſelbſt im Titel eine Beziehung auf die frieſiſchen Gegenden und der Inhalt wird fie auch angehen: CollectioFundatjonum Praebendarum et Vicariarum
slesvicens. item Hamb.Lub outynKlixbulla aba13:8.
i xxxy II. Einzelne Landſchaften betreffend #), 5 a. Eiderfiedt J 34) Verzeichniß von allerhand, fonderlich vom Jahre 1135 —150 ſich erſtreckenden Schlesw Holſt, infonderheit Eiderſtedtiſchen Merkwürdigkeiten Kraffts Katalog IT. p. 202. Num.2. 35) De Kroneke van Wunder unde Warfhon, fo nn diffe 3 Lande Eiderſtaͤdt, Everfchop un Utholm gefehen is von 1313 — 1579 36) Hoiers Beſchreib von Eiderſt, uͤberſ.h Jac.-Sar-Damb 1610, 57) Iwer Peters kilksgefaßtes Jahrbuch pon 1100 — 1620. Hoch? deutſch überfest von Mecklenburg 757. Der Ueberſetzer war Barbier oder Chirurgus in Friederichſtadt Auſſer diefer Chro⸗ nik und Iwer Knuzens Bericht, hat er auch das Friedrichſtaͤdter Stadtrecht an? dem Holländifchen ins Deutiche überfegt. | 38) Laur. Adfen annales Eiderostadienses von 1582 — 1603. Wollers Iſagoge III. p.247: | 39) Schulgens Verzeichniß von Eiderft. Everfch.u. Uth. 16:8. 40) (Volkmars) Befchreibung von Eiderſtedt Hamb. 1790 41) Ditharding de febribus Eiderostad. Eopenh. 1735. Tb Nordſtrand. 553 42) Ueber den Urſprung des Namens dieſer Inſel, 2 Auffäse von Hamken: und Krufe, ben weicher Gelegentheitlegterer auch eine Kritik der Meyerſchen Charten liefert. Prov. Ber. 1796 I ©. 330 und II. S. 150. | Bi 45) AntiqnitatesNordstranliäe von Petrus Richardi, Digconus in Hufum :700. Vergl Krafts Jubelgedaͤchtniß ©. :92. Dieſe ‚ deutihe Handſchrift enthält nichts Neues, obgleich der Verfaſſer unnter feinen Qullen ein ſonſt nicht angeführtes breve chroni- cum Msc. vetustum Eiderostadiense angefangen von A. 400 continu ret Bid 670 und handſchriftliche Nachrichten ſeines Grosvaters Richardi Petri unter feinen Quellen nennt. -
*) Die fpecielfe Ratiftifche Literatur iſt vollftändiger zu finden in Pirmannd Handbuh und im sten Bande von Thanengs Ud’orlih Veiledning til det danſte Manekers Statiſtik. (Copenhagen 1915) )5). |
xxxvi
44) Nacht. v. d. Inſel Nordfirandi. J. 1735. P.B 17927. 36t.
45) Matth. Lodedanz / Ad und Sach des ertrunkenen Nordſtran⸗ det. Hamburg 1654.
46) Kruſes Topographie der Jufel Nordſtraud vor der Fluth vom Jahre 1634. Pıpv. Ber. 1795. I. ©. 97.
c. Nordmarſch.
47) Benaue Befhreibung der Inſel Nordmarſch von Loren Lorenzen in Camerers Nachrichten II. S. 17,
48) Beſchreibung der Inſel Nordmarſch 1.-> der Halligen von Paftor Sienifen in v. Eggers Beyträgey zur Kenutniß von Holſtein, zte Sammlung ıgor. ©. 109.
d. Foͤhr,
* Otto Laurentii, Entwurf, der auf Föhr ſich begebenen Ge— ſichte und Wunderzeichen; von Heimreich angeführt.
Rich ardi Petri, Paſtors zu St. Laureutii, Nachricht von dem Heidenthum, der Einführung der chriſtlichen Religioy und der Keformation auf der Juſel Zohr. Daniſche Biblio thef, VI. ©. 329 — 344. |
51) Nachrichten von dem neyeften Kirchenzuftande auf Fohr,
„ Acta historica ecclesiastica. VI. ©. 225 und, 1056.
e. Silt,
62) Beſchreibung und Nachrichten von der Inſel Silt, in C ame
rers Nachrichten II. S. 637 — 638. (von M. R. Flor).
63) Einzelne. Aufzeichnungen von den Predigern und Kuftern zu
Morſum, vorzũglich Michel Madis, Kirchendiener daſelbſt.
Finden ſich Auszugẽsweiſe hinter Kielholzs Schrift, auch unter
dem Titel Anuales morsumenses zu einem Ganzen vertun:
den. Sie ſind von Heimreich und beſonders von Flor be— nutzt worden.
III. Den ſchwediſchen Krieg 1713 betreffend. 54) Wahrhafteund gründliche Nachricht von demjenigen, fo vor und mach der am ssten Kebr. 1713 befchehenen Sinräumung der Zefiung Tonningen an den Grafen von Steenbock und
bis zu der den Sten Febr. Jungfibin erfolgten Nebergabe ge
xXXVu
ı dachter Feſtung an 3. Königk Majeſtaͤt zu Daͤnnemark ſich zugetragen. Gedrukt im 1714. | 55) Abdruck des von dem geweienen Commendanten der Feftung ı Tonningen Zacharias Wolf theils felbft gehaltenen, theils von dem Audiseur Rubach continuirten Journals 1714 56) Articulationtpuncte, fo wegen Hebergabe der Stadt und Bes fung Tönning zu Tetendüll den 7ten Febr. 1714 gefchloffen wordel.. | Anm. zu Num. 34. Erfi nachdem die Worrede ſchon gefchloffen war, ift mir ein Eremplar dieſer Chronik zu Geficht gefoms inen. Gonft würde fie als eine der Hauptquellen, welche Peter Sax in feinen Eiderſtedtiſchen Annalen bemugt, einen andern Platz erhalten haben. Inden Handfchriften der Sarfıhen Ans na'en wird det Verfaſſer Iwer Iwens genannt. Die Iden— titat der Schrift mit der, die Sax vor ſich hatte, leidet indeß feinen Zweifel, wegen des oft woͤrtlichen Zuſammentreffens. Diefe bey unfern Annaliften gewöhnliche Art, ihre Vorgan—⸗ ger zu benutzen, daß fie fie woͤrtlich abſchreiben, kann weder auffallend ſeyn, noch Tadel verdienen, da es ihnen überall nicht auf Darftellung, fondern blos auf die hiftorifche Kunde an kam. Manches hat Sar jedoch ausgelaffen, ohne immer gerade diejenige augunehmen, mas und wenigſtens das wich tigere ſcheint. Ausgelaffen ift von Sar die Sage von Er; bauung der Wisworther Kirhe. Als die Leute über deu Drt mo die Kirche ftehen follte nicht einig werden fonnten, banden fie einen weißen und einen ſchwarzen Dchfen an eine Manftrang, und lieben fie damitgeben. Wo die Ochſen von feldft ſtehen blieben, erbaute man die Kirche. (Deſſelbe wird von der Jerpfiedter Kirche erzäplt. )
Ad annum 1:53 wird von einem Propheten Edde Stret berichtet. — Die Trennung Lundenbergs pon Nordſtrand fegt diefer Chroniſt in dat Jahr 1492 (vergl, Knutzens Bericht bey Gamerer II. ©,4:9.) „Die Siemonsberger und Lither haben Ein Recht gehabt bis Hz. Friederich fie ſeparirte. — Ad annum 1595 die Ordinger ſollen erſt dieſes Jahr ihr
xıxıvma
. Kirchfpielrechterhalten haben. Die Meberfegung iſt im gangen wohl gerathen, obgleich einzelne Mißgriffe vorfommen, 3. B- daß die Infel Helgoland mit dem Heiligen: Land (Kirchen* land) vermwechfelt wird, wenn es ad annum 1505 heißt, daß Hi» Adolph den Verkauf von Helgoland beföhlen habe;
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Dedication und Norrede zur erfien Auflage
Dem Hochedelgebornen, Geftrengen und Veſten H. Joh. Samuel Heiſtermann von Ziehlberg, Dero zu Schleßwig Holſtein regies renden Hochfſtl. Durchl. Hochbetrauten Hof: und Canzeleirath, auch Stallern der Lande Eiderſtaͤt, Everſchop und Utholm;
Dem Hochedeln, Veſten und Hochgelahrten Hrn. Petro Pauli Gunnens, Ihro Hochfſtl. Durchl. der verwittibten Herzogin zu Schleßwig Holſtein hochbetrauten Cammerrath ıc. Dem Edeln Wolehrenveſten, und Großachtbaren ‚Hrn. Friderico Croͤchelen, der regierenden Hochfſtl. Durchl. zu Schleßwig Holſtein wolverordneten Landes-Inſpectoren im Nordſtrande;
Und Dem Wolehrenveſten, Wolweiſen und Vorſichtigen Hrn. Balthaſar Novock, Hochgemeldter Fuͤrſtl. Durchl. zu Schleßwig Hol; ſtein langbedienten Nordſtrandiſchen Landſchreibern; Gnade und Friede ſamt meinem andaͤchtigen Gebaͤte, und unverdroſ⸗ ſenen Dienſten bevor.
A
Großguͤnſtige Hochgeehrte Herren: Vom Cyriaro Anconitand lieſet man daß, nachdem derſelbe allerlei merkwuͤrdige und in Schriften berühmte Sachen auf feinen, des⸗ falls in fremden Ländern angeſtellten Reiſen, gegenwaͤrtig beſchauet, und in Augenſchein genommen, er ſich ferner habe angelegen ſeyn laſſen, dieſelben eigentlich abzureiſſen, zu be⸗ ſchreiben und andern vorzuſtellen, und wie man ihn gefraget warum er an ſolchen Sa⸗ chen ſo großen Fleiß legete? da habe er wol⸗ bedaͤchtlich geantwortet: Damit ich die Tod⸗ ten möge erwecken! Welcher Hiſtorien ich mich bey Ausgebung dieſes Fractütleind auch nicht unbillig erinnere. Denn vbmol dieſem Cyriaco ich mich an der Seite zu ſetzen un⸗ wuͤrdig achte, ſo habe jedoch ohne uͤppigen Ruhm zu melden, auf meiner hiebevor durch Hoch⸗ und Niederteutſchland, Engeland, Frankreich, Italien, und die Koͤnigreiche Ungern und Boͤhmen vorgenommenen, und durch Gottes Gnade gluͤcklich vollzogenen Reiſe, was mir merkwuͤrdig vorgekommen, mit Fleiß obſerviret, und nach meiner Heim⸗ kunft alſo in die Feder gebracht, daß ich
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mich dadurch zu allen Zeiten vieler Dinge kann erinnern, derer Gedaͤchtniß ſonſt mit der Zeit bei mir wuͤrde erloͤſchen, und gleichſam erſterben. Weiln aber dergleichen unterſchied⸗ Jiche Reiſebeſchreibungen, und bey demſelben “ beishehene Anmerkungen, in offenen Druck werden befunden, und beſonders Herrn Benjamin Anoblauch ſich ohnlängſt bearbeis get, eine neue europaͤiſche Reiſebeſchreibung au ediren, dem ich. dieſes mein, fü von mir ge⸗ nanntes Hamerologeion zu dem Ende eine ge⸗ xraume Zeit communitiret, als habe daſſelbe Ak fein mir und Den meinigen zu gut beygeleget, and umnoͤthig erachtet, neue Sliada nach dem Homero zu fchreiben, und unbillig mich mit des Predigers Beſchuldigung: daß des Buͤ⸗ chermachens fein Ende ſey, zu beladen. Je⸗ Doch habe ich der ungewohnten Anmerkungs⸗ arbeit mich nicht wol n entbrechen, ſoudern ferner angelegen ſeyn laſſen, den Züffahd Dies ſer Oerter zu verkundigen / und derſelben An⸗ fang, Fortgang und Abgang etwas genauer zu erforſchen. Daher denn geſchehen, daß viele denkwuͤrdige Sachen, ſo bey den mehren⸗ theil auch der Einheimiſchen und Landleuten in tiefer Vergeſſenheit geſtellet, gleichſam wieder ſeyn erlebet, und die vorige Gelegen⸗
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Beit derer Derter, die nunmehr der wilden See zu Theil geworden, und gleichfam in der- ſelben erfoffen, fo viel wie möglich geweſen it, abgebildet und vorgeftellet worden: Und pbich wol wegen befahrenden Berurtheil derer, die fich felbft um dergleichen wenig annehmen, and zur Vertheidigung ihrer Hinläffigkeit, da$ Out bene latuit, bene vixit, gemeiniglich mißbrauchen, billiges Bedenken tragen koͤn⸗ nen, ſo habe doch hingegen unbillig erachtet, daß die in dieſem Buͤchlein enthaltene Ge fhichte, Derer gröffer Theil hiebevor niemaln in offenen Druck gekommen, oder je meines Beduͤnkens im folcher richtiger Ordnung, gaͤnzlich follten unterdrädt, und derer Wiſ⸗ fenfhaft den Nachkommen entzogen werden. Und wird daſſelbe dahin dienen koͤnnen daß man darin nicht allein londerliche Exempeln der Errafe der Gottlofen und der Erret⸗ tung der Frommen werde finden, fondern auch die nach und nach befchehene Veraͤn⸗ derungen daraus Fönnen erfehen werden, und endlich Durch diefe Befchreidung Anlaß möge gegeben werden, Daß, da zu befinden, wie hie⸗ bevor Diefer Derter einage Veränderungen borgegungen, oder einige Unfall entftanden, man alsdenn auf Mittel- und Wege mögt
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bedacht feyn wie demfelben kuͤnftig, da ſich dergleichen durch Gottes Verhaͤngniß wieder ſollte eräugen, in der Zeit vorgebauet werde, Habe abes dero refpeetive Hochedelgebornent und Ehrenveiten, Hoch und Sroßachtbaren, Hochaelahrten, und Wolweiſen Gunſten dies ſes Büchlein wollen offeriven, nicht vermu— thender Ehrgabe halben, wie wol bon ans dern pfleget zu geichehen, geftalten ich alfo Unterhalt zu fuchen nicht benöthiget, weiln der grundgütige Gott (dem ich Desfalls hoͤch⸗ lich zu danken) mein geringer Einkommen an diefem fchlechten Orte alfo gefegnet, daß mir dadurch fiber meinem mothdürftigen Un— terhalt noch ein übriges zugewachfen, fons dern in Betrachtung, daß dieſelben ſaͤmtlich bon der hoben Obrigkeit ven benamteſten Sheilen dieſes Nord-Freßlandes (derer Ber gebenheiten hierin am meiſten werden erweh— net) ſeyn vorgeſetzet, und demſelben mit ihrem beſonderem Ruhm vorſtehen, darzu der Hr. Staller in Eiderſtaͤdt, da er in unſers itztregierenden gnaͤdigen Landesfuͤrſten und Herrn Nahmen, den 7ten Junii des 1661. jahres, ven Huldigungseid von Geift- und Weltlichen in Pilmornm bat empfangen, wich zu Colligirung und Edirung deffen muͤnd⸗
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Jich angereizet, der Hr. Cammerrath aber felber (wo mir nicht fehler) frefifchen Ans Funfts ift, und feiner zu diefem Werklein tragende Beliebung mir ohnlangft nicht uns deutlich zu erkennen geben laffen, der Hr. Landes⸗Inſpector im Nordftrande zwar nicht frefifcher Abkunft, doch zu Galkebuͤll in dies fem Rande geboren, fein Hr. Vater mit meinem Hrn. Vater, (ſo nun beide dieſe Welt gefegnet) in groffer Vertraulichkeit geles bet, und mein Taufpate geweſen, auch er felber feine, gegen meine Wenigkeit und meinem ges liebren Bruder Hrn. M. Denricum, isigen Hauptpridigern an der alten Pilmormer Kirchen, tragende Gunſtgewogenheit in viele Wege laſſen blicken, und endlich der Hr: Nordſtrandiſcher Fandfchreiber, nachdem der⸗ felbe nach Abſterben meines S. Schwieger- datern, Hr, Petri Finden, folche feine Ber dienung angetreten, aleichfalld mit meinen &. Hrn, Vater vielfältige befchmerliche Kir⸗ chen⸗Commiſſionen gehalten und mir ihm eine ungemeine Freundfchaft bis an feinem Tode gerflvaen, auch meine Wenigkeit sleicher Freundichaft gewürdiget, und allein mit williger Darreichung Ddeffen, was er zu Dies em Werte dienliches an der Hand gehabt,
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dieſe Zueignung billig berichuldet. Bitte demnach unterdienſtlich, Selbige wollen ſamt und ſonders mir meine desfalls gebrauchte Kuͤhnheit nicht veruͤbeln, und meine und der lie⸗ ben meinigen hoch⸗ und großgeneigte Guͤnner ſeyn und verbleiben. Welches mit meinem andaͤchtigen Gebete um derſelben beſtaͤndige Geſundheit und gluͤckliche Anverwaltung alter vorfallenden reſpectiven Hof⸗ und Lanz desgeſchaͤften, auch ſelbſt erwuͤnſchender Lei⸗ bes⸗ und Seelen Wohlfahrt ich jederzeit zu verſchulden mich hiemit verpflichte, und die⸗ ſelben der gnaͤdigen Beſchuͤtzung des Aller: hoͤchſten, mich aber dero beharlichen Gunft- gewogenheit nochmals empfehle, Geben auf dem Roͤhrbecker Mohr im Nordſtrande den ıften May Anno 1665. | Dero refp. Woledl. und Ehr: Doch: und Groß : Acheb. Hochgel. und Wolwerf.
Geſt. unterdienftwiliger e:
M. Antonius Heimreich Walter, P. daſelbſt.
— VWorrede an den guͤnſtigen Leſer und beſonders an alle wohlgeneigten Landesleute.
Was dem Kaiſer Juſtiniano unter andern loͤblichen Thaten, jo er beides zu Friedend- und Kriegszeiten hat verrichtet, von dem ber namten Gefhichtichreiber oh. Eufpiniand nachgeichrieben wırd, daß er feine Geburts⸗ ſtadt Bedirinum (ſo in Syrien gelegen) trefflich geehrt und geziert habe, daſſelbe ift nicht allein eine hoch zu ruͤhmende Eaiferliche Zugend, fondern es wird auch eben daſſelbe bon allen dankbaren Stadt» und Landkin— dern gefordert, und haben fich deffen wohl geartete Leute auch allemege angelegen ſeyn laffen, und fich ftetig entfinnet, daß fie nicht allein ihnen felbft zu gute waren geboren, fon dern auch: ihr Waterland fich einen großen Antheil ihrer Geburt zueigne, wie auch die Heiden uns deffen.recht erinnern. Ob num wol diefent Nord⸗Freßlande nicht wenig zuhmlich iſt, daß daſſelbe zu allen Zeiten
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viele feine und gefchickte Maͤnner abgegeben, die mit ihren Gaben Gott und ihren Naͤchſten in und außerhalb Landes koͤnnen dienen, fo nimmt mich Doch nicht wenig wunder, Daß unter allen denen niemand bisher gefunden worden, der ſich hätte ans gelegen ſeyn laffen, deffen Zuftand nach Wuͤr⸗ den zu befchreiben, und demnach daffelbe mif gleicher Billigfeit mag Hagen, wie D. Bars thold Kaffianus von feinem Baterlande Hedua klagt, daß da die Juden fich des Philonis, die Hierofolymitaner des Fofephi, die Athenienier des Thucydidis, Die Phrys gier des Daretis, und die Thebaner des Pindari zu rühmen hätten, dagegen fein Baterland fo ungrüclich fey, daß es feinen erzeugt, der daſſelbe commendiret, nicht daß es demſelben an verftändigen, fondern an fleis ßigen und unverdrofienen Leuten hatte erman⸗ gelt. Es hat zwar vor 49 Jahren Herr Matthias Boethius feine Commentarios de Cataclysma Nord Strandico ediret, Aber indem er diefelben in Lateinifcher Sprache gefchrieben, iſt damit vielen fonft verſtaͤndi⸗ gen Leuten, denen Gott die Gabe Latein zu verftehen nicht gegeben, und dıe demnach wicht pubillig zu klagen, daß dergleichen Cs
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chen in Lateiniſcher Sprache zu ihrem ſchimpf⸗ lichſten Nachtheil ausgefertigt werden, nicht gedient, und indem er ſeine eigne Landesleute in demſelben nicht nach dem Heften beſchrie⸗ ben, ſo bat. er Dadurch Ausländiſche veramaßt feine Beſchreibung zu verdeutſehen, und zu großer Beſchimpfung diefes Landes dasjenige auf alle zu sieben, dazu er Damals wegen einem und andern zu feiner Zeit fich zugetra— genen Unrau iſt veranlaßt, und wozu er gleichfalls dadurch entrüftet, daß fein Vater H. Petrus Boifen wegen geführten Strafamt bei. nachi⸗ fihlafender Zeit untermegens überfallen und toͤdtlich iſt verwunder worden, Co findet man auch ja noch einige Anmerkungen, fo yon unterichiedtichen kuͤrzlich feyn aufgezeichnety aber es bar ſich doch memand wollen angreiz fen, und diefeiben ın Drdnung bringen, und in öffentlichen Druck übergeben, Unter weichen, nach Hrn. Johanem Peterſen Flensb. gewe⸗ ſenen Paſtoren zu Odenbuͤll, Petrus Saxe (jo zu Evensbüt im Nordſtrande geboren) wol den größeften Fleiß angewandt, indem er viele Dinge von Eiderfiidt und Nordſtrand collis giret, Davon ic) mich zwar einer Abfchrift von den Eiderftädtifchen Gefchichten einmal bemäch- tigt; habe aber. nicht fo glücklich ſeyn koͤnnen,
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daß deffen Nordfirandifche Chronik, wie ſeht ich mich auch darum bemühet, zu meinen Händen mögen gelangen. Damit id) abet auch meine Schuldigkeit womit ich meinen Vaterlande verpflichter ablegen, und Dasjeniger was ich) an andere tadele, nicht felber verab⸗ fäumen möchte, als habe ich wiewol Der ger ringſten einer; anfangs eime Nordſtrandiſche Befchreibuna auszufertigen, vor die Hand ger nommen. Demnach ich aber befunden, daß viele Geſchichte fih nicht allein auf dieſem Ländfein wol beziehen laſſen, ſondern allen Einwohnern diefes Nord⸗Freßlandes ind ger mein. betreffen, als habe ich endlich dieſe Ber fehreibung auf dem ganzen Nord⸗Freßlande gerichtet, und ob ich wol um Wiſſenſchaft derer Dinge, fo. in den Goß⸗ und im Amte Tundern gelegenen freßiſchen Harden fich ver« kaufen, mich unterichiedliche Mahlen münde und fehriftlich beworben, fo hat man doch faft nirgend von ichtes merkwuͤrdiges wollen wife fen, und. ift mir zulegt mündlich entbotenz daß zwar ein Paſtor in Riſummohr, Herr Johannes Breckling genannt, einige Sachen haͤtte colligiret, aber weil er dieſelben ſelber zu ediren gemeinet, koͤnnte er dieſelben ke⸗ nen Fremden communieiren, deme ich hierin
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ſeinen Willen muͤſſen laſſen, und 7will ihn hierneben freundlich erinnert haben, ſolches ſein Vorhaben (wofern es annoch nicht iſt werk⸗ ſtellig gemacht worden) hiernaͤchſt nicht zu ver⸗ abſaͤumen. Wie ich demnach dasj nige, was mir zu erkundigen und auszuforſchen moͤglich geweſen, mit getreuen Fleiß zuſammen gebracht, und daſſelbige zu maͤnnigliches Nachrichtung, ohne einige Partheiligkeit, auf meinen eignen Koſten zum offenen Druck befördert, Als lebe ich der ungezweifelten Hoffnung, es werde mein Nord⸗Freßland ſolches, als ein klares Spuͤr⸗ zeichen meiner gegen demſelben tragenden Dank⸗ geneigtheit aufnehmen, erinnere hieneben den Neider, ein Beſſeres auszufertigen bedacht zu ſeyn, und bitte alle gutherzigen Leſer, alles zum Beſten zu deuten, und dafern in einem oder andern moͤchte verſtoßen ſeyn (wie denn fehlen menſchlich iſt / und zumahin in ſolcher Materie, wegen ungleichen Berichtes, leichtlich etwas kann verſehen werden) mich deſſen, ſeiner Be⸗ ſcheidenheit nach, freundlich zu erinnern; welche ic) neben mir, hiemit goͤttucher Obhut wil ergeben haben.
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Dedication und Vorrede zur zweiten Ausgabe,
Dem Hochwuͤrdigſten, Durchlauchtigſten Fuͤrſten und Herrn,
Hr. Chriſtian Albrechten, poſtulirten Coadjutor des Stifts Luͤbeck, Erben zu Norwegen, Herzogen zu Schleswig, Hol⸗ ſtein, Stormarn und der Dithmarſchen, Gras
fen zu Oldenburg und Delmenhorft, ıc.
Meinem gnädigften Fürften und Hertn,
Wuͤnſche ich von dem grundghtigen Gott alle Zeit Fürftliche Gedanken, reichen göttlichen Seegen, beftäsidige Sefundheit, langes Les ben, und was man bohes Ehriftliches und Fuͤrſtliches Wuͤnſchen mag, durch Jeſum Chriſtum unſern Herrn.
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Hochwuͤrdigſter, Durchlaͤuchtigſter Fuͤrſt, gnaͤdigſter Herr.
Man lieſet nicht allein in den alten Seri— benten, was Geſtalt in vorigen Zeiten bey den Perſern der Gebrauch geweſen, daß nie⸗ mand vor derſelben Koͤnige muͤſſen erſchei⸗ nen, er haͤtte denn ſondere Geſchenke mit ſich gebracht, ſondern es haben auch die von E. Hochw. Fuͤrſtl. Durchl. Herrn Va⸗ tern gottſeligſten Angedenkens, dem Durch⸗ leuchtigſten und Hochgebornen Fuͤrſten und Herrn, H. Friederich III. meinem weiland gnaͤdigſten Fuͤrſten und Herrn, dahin A. 1637 abgefertigte Legaten befunden, daß noch auf gegenwaͤrtige Zeit ſolcher Gebrauch bey den Perſern muͤſſe beobachtet werden. Nun kann zwar E. Hochw. Fuͤrſtl. Durchl. ich fo wer nig eine dero hohen Perſon anſtehende Gabe praͤſentiren, als wenig dieſelbe ſolcher iſt bes duͤrftig, habe gleichwol mich unterwunden, deroſelben dieſe geringe papierne as in
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tieffter Demuth mit unterthäniafter Chrer- bietung zu überreichen, in ungezweifelter Zus verficht, Sie werden fich diefelbe in Gnaden Iaffen gefallen. Denn wie mir nicht unbe- wuft, was geftalt Em. Hochw. Fuͤrſtl. Durchl. Eich mit dero unfterblihem Ruhm den Zu> ftand fremder Oerter und Sander zu erkun⸗ digen, nicht allein vor, jondern auch nach be reits angetretener Fürftl. Regierung anges legen ſeyn laſſen, und derenthalben nach allen bier Eden der Welt in eigener Perfon ift gezogen, als zweifelt mir nicht, eö werde fich bei derofelben eine gleichmäßige Begier- de finden, auch vom Zuftande derer Land- fchaften, fo von derofelben mit großer Gorg- föltigfeit beherrichet werden, Bericht zu wif- fen. Und meiln dero hohe angelegene Re⸗ gierungsgefchäfte derfelben nicht zulaffen, Sich in eigener Perfon darum zu erfündigen, dem⸗ nach, damit fie gleichwol nicht in dern eiges nem Lande fremd feyn moͤgen, was von ans dern, denen darzu mehr Zeit uberfcheuffet, davon aufgeſuchet worden, nicht ungerne werden fehen. In welchem Bertrauen Em. Hochw. Fürftl. Durchl. ich Denn diefe hie bevor zwar bon mir auögegebene, nun aber vielfältig vermehrete Chronick in aller Unter
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thänigfeit offerire, mit demüthiger Witte, daß gleich wie unter den Perfifchen Konigen der Alexander Minemon, das don dem armen Sinaͤta aus dem Fluß Eyro mit beyden Hans den geichöpfete und ihm in Ermangelung anderer Präfenten gereichete Waffer fich für anderer feiner Unterthanen anfehnliche Ges ſchenke gefallen Faffen, alfo auch Ahr: Hochw. F ˖ Durchl. dies geringe Prafent, ſo aus dies ſem armfeligen Orte derpfelben wird gereis het, und anderer hochgelahrten Männer Schriften nicht das Wafler reichen mag, fich nicht wolle mißfallen laſſen, ſondern mit dero Fürftl. Gnaden mir und den Jieben Meinigen allewege wolgeneigt und zugethan feyn. Und werde für Ew. Hochw, Fürftl, Durchl. hocherwünfchendes Fuͤrſtl. Wohlers gehen, langer beftändiger Geſundheit, und mildreichen Gnadenſegen, damit der allwal⸗ tende Gott die hohen Haͤupter diefer Welt gnaͤdigſt anftehet, ic) an meinem Orte täglich zu bitten unvergeſſen ſeyn. Welche E. H. F. Durchl. ich in gnaͤdiger Obhut des Aller höheften zu einem gluͤckſeligen und friedlichen Resiment, auch aller von dern Hoch. F. D. felbit erwünfcheten Leibes und Seelen Wohl fahrt von Herzen will empfohlen haben,
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Geben auf dem wuͤſten Mohre des annoch derer Derter inundireten Nord: Strandes, den 5. Martii Anno 1668. Ew. Hochw. Fürftl. Durchl. unterthaͤnigſter Vorbitter bey Gott und gehorſamſter Diener M. Antonius Heimreich Walter.
Vorrede. An den gutherzigen Leſer.
Demnach ich keinen Zweifel trage, es werde vielen Wunder nehmen, daß ich dieſe vor kur⸗ zer Zeit erſtlich ausgegebene Chronick ſobald aufs Neue wollen ediren, als habe ich billig erachtet, denſelben ſolche Verwunderung zu benehmen, und ihnen die Urſache, ſo mich hierzu bewogen, zu entdecken, auch, warum dieſer Edition viele im der vorigen ſich nicht befindende Sachen ſeyn inferiret worden, da- neben anzufügen. Es hat mich Aber hiezu bemogen nicht etwa ein fondeklicher Genieß, fo ich aus der vorigen moͤchte geſchoͤpfet haben, und aus diefer andern Edition bon mir möchte gefuchet werden, maflen ich wol
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mit Wahrheit fchreiben kann, daß ich kaum meine berlegete Unfoften, fo ich an voriger Edition gewandt, wieder eingelöfet; fondern neben der fehuldigen Liebe, damit ich meinem Baterlande bin verpflichtet, einiger guthers zigen und mwohlgeneigeten Freunde befchehe- ne wohlmeinentliche Erinnerung und bezeug⸗ te Liebe, die fie zur Wiſſenſchaft derer in dieſen Ländern vorgegangenen Händel hätten und trugen. Denn weiln der Theologifche Poet unter den Griechiſchen Heyden nicht unbiuis ſchreibet: Der ift der beſte Mann, der alles ſelbſt verſtehet: Der fich erinnern laßt, was er nicht weiß; der gehet am nächften dieſem nach: der filber Fein Bericht weiß, noch auch lernen will, der ift ein Taus genicht, Als babe ich die freundliche Erinnerung, fo in guter Wohlmeinung gefcheben, billig zu Dank. angenommen, und neben den in voriger Edi⸗ tion wegen meiner Abwefenheit über Verhof— fen vielfältig eingefchlichenen Druckfehlern, was hiebevor unrecht berichtet worden, enden, und was zuvor Fürzlic) übergangen, mit mehren einführen wolln. Und wiewohl ich hätte wuͤn⸗ ſchen mögen, daß ich befler Selegenheit an der Hand haben koͤnnen, mich deshalb mit andern,
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fo verftändiger, und etwa beffere Nachrichtung, als ich, von vielen Sachen mögen haben, zu bereden, fo hat doch die durch den vielfältigen Waſſerfluthen befchehene Zerreiffung diefer Lanz der, und desfalls fich befindende Befchwerlich- feit jeglichen Ort zu befuchen, und fich mit einem jeden, bey deme einige Nachrichtung möchte befindlich feyn, befonders zu befprechen, mich Dieran wider meinen Willen gehindert, und habe demnach, was ich nicht endern Fün; nen, ‚müflen dulden und gutheiflen. Immittelſt wird der neißige Fefer befinden, daß nicht allen die in voriger Edition eingeführete Gefchichte mit mehrem feyn ausgeführt, fondern auch Über denfelben andere mehr merkwuͤrdige Häns det in diefem Buch feyn eingeführt worden, von denen ich ein Theil felber ohnlaͤngſt ſchon beyhanden gehabt, ein Theil aber mır von vorneh⸗ men curieufen Leuten ſeyn Jugefertiat, und daR dieſelben dieſem Werke möchten inferiret wer: den, von denfelben Daneben ift begehret worden.
Und wein diefe Gefehichte ohne Wiſſenſchaft der Eucceffion der Dbrigfeit, fo diefe Derter haben beherrfihet, in viele wege unverftandlich feyn, als habe ich, dieſen Mangel zu erfeßen, die Genealogie der hohen Dbrigfeit derfelben zu inferiven, nicht undienlich erachtet, Und dem⸗
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nach auch die Einwohner diefer Derter mit den benachbarten Dithmarfchern oftmals in Etreit gerathen, und von denfelben mehrmahlen großen Unfug erlitten, als habe ich zugleich hie; neben einführen! wollen, wie gemelte Dithmarz ſcher ſowohl gegen ihrer Obrigkeit als ihren ber nachbarten Freſen fic) haben verhalten, und wie endlich diefelben nach langem Widerſtand feyn bezwungen und zum Gehorfam gebracht worden. Wie große Mühe es aber geftanden, fotches alles aufzufuchen, und in ſolcher Ord- nung, wie allhier befchehen, zufammen zu brins gen, Daflelbe wird der am beften wiflen, der entweder zuvor mit dergleichen Arbeit fich hat bemübet, oder Fünftig verfuchen wird, derglei- hen von andern in diefen Herzogthumen bele— genen Landichaften aufufeken. Doch zweifelt mir nicht, Daß, wenn der Kefer dieſe Hiftorien nicht mit beißigen Zähnen anfallen, fondern mit gütigen Augen anjchauen, und mit emft- gen Fleiße nachdenken wird, er mir der hieran gewandeen Mühe und Koften halben werde danken, und darın dergleichen finden und ans treffen, Das ibm niemals zuvor wiffend gewe⸗ fen. Wie ich denn fchließtich hiemit will ges wünfchet haben, daß derfelbe es fo willig lefen, fo fleißig nachdenken, und ein jeder Derfeiben
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in feinem Stande es fo nüßlich gebrauchen möge, als treulich ichs gemeinet, und willig gewefen bin, meine Arbeit, Fleiß und Unkoften an Zufammenfefung und Ausfertigung deſſel⸗ ben anzuwenden. PFéeci, quod potui, potui, quod, Christe, dedisti. Ich hab’ hieran gethan, fo viel ich hab’ gekonnt, Gekonnt, ſo viel mir Gott darzu ſein Gnad gegonnt.
Vorrede zu den Zuſaͤtzen.
Guͤnſtiger Leſer! Es Haben nicht alle Geſchichtſchreiber einer- ley Urfache, warum fie ihre Schriften an den Tag geben, und werden diefelben eines Theils Dazu bewogen durch fonderbare Ehrfucht, das mit fie durch die Wohlredenheit ſich ein Anz fehen machen und fonderlichen Ruhm erjagen mögen; andere jparen Feine Arbeit damit fie fih denjenigen, deren Wohlthaten fie genof- fen, durch Beſchreibung ihrer Gefchichte dankbar moͤgen erweifen,. andere treibet die Geſchichte felbit dazu an, daß fie Händel, die fie erlebet, und dabey fie felbft geweſen, als ‚rechte Hiftorici erzahlen und manniglich Fund hun mögen, wie auch nicht wenige gefuns
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‚Den werden, die nicht leiden fonnen, daß merk; würdige und zu wiffen nuͤtzliche Händel int Berborgenen bleiben mögen, und ſich der- halben angelegen feyn laffen, die Erzählung derfelben zum gemeinen Nugen zu befordern. Unter melden allen anch die beyden Ichten Urfachen mich zur Herausgabe Diefer Nord: freſiſchen Gefchichten haben veranlagt, geſtalt⸗ fam ich nicht allein felber ein gut Theil Der- ſelben erlebet, fondern auch die Gedanken geichöpft habe, es werden diefelben Fremden und Freunden zu wiſſen und zu lefen nicht unangenehm ſeyn. And aus derſelben Ur- fach habe ic) in meiner unläangft anderweit aus- gegebenen Ehronid, nicht allein Die in meinent Vaterlande vorgegangene Sefchichten ordent⸗ lich erzählet, Sondern auch Denfelben die Jahr⸗ rechnuug allenthalden beygefüget, und dane⸗ ben bin und wieder dergleichen Exempel mit eingeführet, die ung Nachlebenden Anwei⸗ fung geben koͤnnen, was in gleichmäßigen kuͤnftig fich begebenden Fällen, geftatten Sa⸗ hen nach, gethan und gemieden werden muͤſ⸗ fe. So aber jener mit Zug hat fagen dür- fen, Daß, wer etwas wolle zu fihaffen haben, daß er an ein Weib und ein Schiff kommen möge, jo kann vielmehr auf felben Schlag
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nicht ungereimt geſagt werden, daß demſel⸗ ben Feine Arbeit werde mangeln, der die Ge⸗ fchichte der vorigen Zeit der Welt vorzuftel- len fich werde unternehmen. Denn glei) wie feharffichtige Augen an Eünftlichen Ge⸗ mählden immer etwas Neues finden, darüber fie fich müffen verwundern, alfo kann dem- felben, der fich diefer Arbeit mit Fleiß an- nimmt, nimmer ermangeln an dem, fo dem⸗ felben ſey anzufliden und beyzufügen. Wels ches ich bey diefem Werke auch befunden, und nachdem mir nachgehends über vormals aus- gegebenem Bericht viel andere und ins beſon⸗ dere merfwirdige Sachen vorkommen, als habe ich diefelben gleichfalls zufammengelefen, und 10 diefelben oberwahnter meiner ander: weit ausgegebenen nordfrefiichen Chronid füglich anzuhängen, auch was deffen, fo bey meiner Abwefenheit im Drud verfehen, zu ändern und zu verbeſſern, fleißig beobachtet, und demnach diefelben als eine milde Zugabe zum vorigen Werke denen Liebhabern mit- telft dieſem wollen mittheilen, erachtende, Sie weniger nicht durch denfelben als Durch den vorigen (Theil) werden von mir Ders gnügt und mir geneiget werden. |
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Morgens und Abendgefang in frieſiſcher Sprache,
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Yn Miren:Sdngh. Aff juͤ noͤte, als ham ſiunght: Aus meines Herzens Grunde,
Ander: Helft mir Gottes Güte preifen.
Re; Fon ich noog tond fedje, D Godd von Demmelrid, Ss Iung, als ick moͤth ledje Af erden dm duͤ ſick, That in vergiengen Naacht Duͤ myn Liff, Siel uͤn Leeven, Un war duͤ my heeſt jeeven, So trawlick heeft bewaagt. Ick badde di ver allen, Jeff my thoch the min ſeen, Duͤ ick walln uͤn uͤnwallen Min Leevedegh heef dehn, Un beth ock delling my Jaa nat oͤn uͤnlock kamme, Mi ock hat min nak namme, that ick mey thoncke dy. Leeth mi am Mirn uͤn Erne Min tochte rocht dirhen
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That icf mi wahr veer Serne, un alleidd feerb min Senn © Aff di, that ick allgeh Mei wallig dühn dan walle ün du ıni meift ün alle Behädde eeder ün Ich. Leth nat apthien ün famme Fiürmwere uͤn grumlid Win, Hat üffe leth nat namme Di Floͤdh, ſtoͤrm, ün gothrinn, Behuͤdd vor Krigh ün Brön, Der heyel, fchlaagh un fihneien, Der Schelme, Thieff ün Heien, Erhuel ja Lind in Loͤnn. Min huͤß, min hoeff, min Leeven | Rönn uͤn Soͤnn Min goͤd, min} —— un mat duͤ mi oͤrs jeeven * a Fra ' ün hiele Keen, - Nam du, O Godd, in aacht, That awr mi iin hat minne Di böfe Gift ich finne Mey ynigh waalt in macht.
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Yn Een:Söngh. Aff juͤ noͤte, ald ham ſiunght: Ich dank dir lieber Herr, ıc.
Ander: Lobet Gott unſern Deren, ꝛtc.
Te thonck dy, lieve Diere, That if on deefen Dep The min netten, nu din ihre Min Weerck voldeen, ün mey Uthraw myn traade Lee Un ſchleept me min Mann, Dirver ſchal di thonck wee All di hee wat uͤn Sann. Boll Lock heeſt dü mi jefen That ick vollbrocht min Werck, Bewahrt min Liff uͤn Leeven, Als Noah oͤn ſin Erck, Dijn gnae heeſt duͤ nat ſparet Us her bethhurt dijn hoͤn Sp maͤchtig weel bewaaret Ver uͤnweer, Krigh uͤn Broͤn. FE badd, that di min Seene, Duͤ ick begiengen heeff Min leeffdegh, deeſen Erne Werft my thehup thejeff, That ick di fü thonck ſedje, That ick dir von befreit, Un rawlick mi kuͤ ledje Un bliffe ma uͤnheit.
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Der Unweer, ſtoͤrm din flaagen, Ber ongft uͤn tröngigheit, Der driemen ün ver waagen, Der al maßmoͤdigheit, ” Der Pe, Krigh, Broͤn uͤn Floͤhde Der oͤhre nudh ün Flage Ber fürgen, uͤn unmöde Behuͤdd uͤs deefe Nacht. Leth trinam bei mi waage i Din Ingel, that ick mey Mi oller tochte maage Bon ynigh thing ver dep, That ick mey raulick ledje, Un ſchleep ohn alle plaag, Un Miren di mey ſedje Voll Thonck, wenn ick apwaagh.
Compoſ: ab Autore 14. Dec. An. 1661.
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Das erfie Bud. Bon der NordsSrefen Zuftand, unter deren Freſiſchen Herzoͤgen/ im Heidenthum.
Kos erſte Capitel.
Bon ber Freſen Namen, Alter, Urfprung, Spra— he und Zujland.
Es follen ja biffich diejenigen, fo nicht gar der Müffigfeit fih ergeben, ihnen höchfter maßen an; gelegen feyn laffen, daß fie nicht allein auf dem, was vor Augen ift, fehen, fondern auch mit ihren Gedanken binter fich zurück gehen, und was vor ihnen Merkwuͤrdiges gefchehen, mit allem Fleiß mögen erivegen, damit auch von ihnen mit Wahr; heit möge gefagt werden, was der benamte Poet Virgilius von dem Söblichen Fuͤrſten Aeneag ruͤh— met, daß da der alte König Evander ihm die alten Gefchichten der vorigeu Zeiten erzäbhlet, er diefelbe mit Verwunderung angehöret, und mit Fleiß betrachtet, in dem er davon lıb. 8. Aenei- dos ſchreibt:
Miratur, facilesque, oculos fertomnia circum Aeneas, capiturque, locis, et singula lætus Exquiritque, auditque, virum monumenta rıorum!* Inmaßen denn auch die Natur ſelbſt gleichſam in den Gemuͤthern ehrliebender Leute gemeiniglich
9— In der erſten Ausgabe hat Heimreich dieſe Verſe fo überfegt. Aeneas ſein Geſicht nach allen Ecken wand beſchauet alles wohl und macht es ihm bekannt was irgend merkenswerth.
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einige Funken pfleget zu verbergen, dadurch diefel: ben werden entzündet, und faft mit Macht getrier ben zu erfundigen, was fich vor ihnen in alten Zeiten habe begeben.
Und wie es feine geringe Sache ift, die Merk; malen derer Dinge anzufihauen, die in vorigen Zeiten alſo befchaffen gemwefen, daß man noch Auf den beutigen Tag davon wife zu fingen und zu fagen; Alfo feyn diejenigen, die ich um alte Ge; ſchichte nichte bekuͤmmern, vom gelehrten und hoch— geehrten Maͤnnern billig den Kindern verglichen worden, die allezeit kindiſch geſinnet, und bey denen ſich feine Wiſſenſchaft der vorigen Geſchichten bei findet.
Soll demnach einjeder wie andere, alſo zufor⸗ derſt die Sachen erkundigen, welche ſich in ſeiner Heimath haben begeben und zugetragen. Denn wie einer billig fuͤr thoͤricht wird geachtet, der fremde Dinge treibet, und in ſeinen eignen Sa— chen fahrlaͤßig iſt, alſo iſt der verkehrt, der and laͤndiſche Hiſtorien lieſet, und nicht um den Zu— ſtand ſeines Vaterlandes, und was in demſelben merkwuͤrdiges fuͤrgefallen ſich bekuͤmmert.
In Betrachtung deſſen, habe ich, nach gluͤckli⸗ cher Ablegung meiner Durch unterſchiedlichen Euro: päifchen Landſchaften gethanen Reiſe, nicht allein, was auf derfelbigen merfwürdiges vorgefallen, in die Feder gebracht, befondern auch, nachdem ich hierher zum Predigeramte bin berufen, die müffige Zeit, fo mir, nach verrichteter Berufsarbeit, über: gefchoffen darauf verwandt, daß ich den Zufland meines Vaterlandes erfundigen, und was füh in
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demfelben von Zeiten zu Zeiten begeben, mit Fleiß aus alferlei Schriften, die deshalben hin und wies der angezogen feyn, und eigener Erfahrung zu⸗ fammen tragen möchte.
Wie nun fonften niemand mit Bilfigfeit bie alten Gefchichtfchreibere hat zu beſchuldigen, fo fie irgend etwas übersgangen, oder fich verftoßen, fons dern vielmehr an ihnen zw loben und zu vermuns dern ift, daß fie von folchen Zeiten noch etwas haben erfündigen können; ald wird mir niemand für übel nehmen, wenn ich nicht alled möchte treffen, mas diefer Gegend von Zeiten zu Zeiten fih begeben und zugetragen. Denn mie ein guter Fäger alle Mühe und Arbeit dahin wendet, daß er ın einem großen Walde allerlei Wild möge fangen, und ed noch niemals jemand iſt verdacht toorden, ob er gleich nicht alled hat aufgeſpuͤret; alſo iſts genug und übergenug, den größeften Theil diefer vorgenommenen, und über Verhoffen vorges fommenen weitläuftigen Handlungen und Gefchichs te einzuführen.
Und ob wohl theild wegen vielfältiger fich dabei befindenden Beſchwerlichkeit, theils auch wegen unterſchiedlicher deshalb befahrenden Beinrtheilen und Unwillen derer, die Dadurch ſich möchten bes feidiget achten, in folhem Vornehmen zu behars ren’ und fortzufahren, ich mehrmahlen billiges Be; denfen getragen, fo bin ich doch durch unters ſchiedlicher, theils vornehmer und hochanfehnlicher Leute Anmahnen bewogen worden, ſolches nun— mehr, ſoviel immer moͤglich geweſen, werkſtellig zu machen. Und genuͤget mir anjetzo an derer— €
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felben hieran habenden Gefallen, nicht zmeifelnde, daß ich bei den Nachfommen, fo noch diefeiben ſeyn zu hoffen, ein gewiſſes Zeugniß meines aus gewandten Fleißes werde erhalten, wenn nunmehr der Mißgünftigen Verleumdung mird aufhören, will aber diefeiben daneben ermahner haben, daß fo ferne fie beſſeren Bericht wiffen, denfelben mir, deffen ſonderlich begierigen, mittheilen, im widri— gen aber mit diefem verlieb. nehmen mögen, Diefem nah will ich ohne fernern Eingang, von unfer Frefen Namen berichten. Und befinde ih, daß diefeldben in bewährten alten Schriften werden geheiffen Fresi, Fresones und Fresios nes, und von Dione Phresivi, und vom Pto- lom&o Phirssioi, und contracte Phrasioi, und ihre Landſchaft Provincia Fresia, und dag daran floßende Meer mare Fresicum, und feyn in den Manuſcriptis und Inſtrumenten, die vor mehr als 300 Jahren gefchrieben, die Frefen ge: beißen, und alfo nicht Srifen, fondern Freſen zu nennen. Geyn auch alfo geheißen nicht von Freß fen, wie diejenigen erachten, die nur auf ihren vielen Mahlzeiten feben, und nicht betrachten, daß die Arbeitsleute felbiger Derter alfo muͤſſen mis Koft und Bier verforgt werden, damit fie der in ‚ biefen Landen vorfallenden ſchweren Arbeit beftand feyn mögen. Wiewol doch Derzog Georg von Sachſen den Frefen diefen Namen daher nicht uns eben zugeleger, diemweil er fich beflaget, daß ed ihm in den wider den Frefen Anno 1514 vorgenom⸗ menen Zug Meiffen und Thüringen aufgefreilen; auch ſeyn fie nicht alfo.geheifen von frefen oder
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frieren, weil die Kälte nicht Bei ihnen allein, fons dern eben ſowohl bei andern, die im felben Strich kiegen, wird gefunden; auch nicht von ihrer reis beit, angeſehen fie diefelbe erftlich zu Kaifer Caroli M. Zeiten haben erhalten, da fie doch ſchon zu des Kaifer Auguſti Zeiten, ald fie wenig Freiheit mehr, denn ihre Nachbaren gehabt, örefen ſevn genannt worden.
Sondern ſie werden alſo genennet, entweder von ihrem archego oder ihrem Stifter, dem Fre⸗ ſone, oder von dem Woͤrtlein Meer oder Waſſer, davon Wersland und gefchwinder Wresland, und mit dem hart DB oder 3 Freßland gefommen. Und werden fie fonften auch Marfchleute, und zwar gleichfald vom Meer gleichfam die Meeresleute genennet, allerdings auch die Stormarn (gleichfam die Marſch an der Stör) Crempermarfch, Wilfters marſch, Dafeldorfermarfey, Dittmarſch, Südermarfch und. Darftetermarfch, und andere Derter, alfo feyn geheifen; wiewol andere diefelbe von bem Marso des Thuisconis (fo den Teutſchen den Namen, ges geben, und nah der Schöpfung der Welt um U, 211% zur Zeit ded Patriarchen Abrahams, und 41800 Jahr vor Chriſti Geburt gelebt) Sohn, und des Gomeri Neffen, deſſen Drofins und Corn. Tacitus gedenfen, herfuͤhren, und ſich deshalben auf den Strabonem referiren, da doch Plinius Dies felben in quarta regione Italiae, und niche diefer Derter ſetzet.
Daß aber die Freſen gar ein altes‘ Bit ſeyn, ſolches iſt daher leichtlich zu beweiſen, weil ſie dem aͤlteſten Griechiſchen und Lateiniſhen Geographis
as
und Geſchichtſchreibern bekannt ſeyn. Inmaſſen bereits die Griechiſchen Hiſtorienſchreiber Ephorus und Clitarchus,/ fo nach Strabonis Meldung, 300 Jahr vor Ehrifti Geburt geleber, von ihrem Zu⸗ flande gefchrieben. Wie denn auch unter den Las seinifchen Plinius, fo um U. €. 17, Cornelius Zacisus, fe um U C. 100, und Brolomäus, fo um U. & 139 gelebet, biefelben eisen. be fihriebem
Es führen aber etliche die Stefen her von deu sititternächtifihen DBölfern, davon die Alten viel haben gedichtet; andere aber führen fie her: von den Juden, als ob der Kaifer Veſpaſianus dieſel⸗ ben an den Außerften Grenzen des Tentfchlandes hätte vertiefen; andere von den Trojanern, alfo, daß einer, mit Namen Grunind, nach dem Unter; gange der Stadt Troja, mit den Seinigen gen die; fe Derter ſich begeben, Habe anch dieſelben einbe— fommen, und fie nach feinen Baterlande Phrygiam, Hleichfam Phryſiam geheifen, auch darin die Städte Groͤnningen, nah feinem Namen, und Dufft (fs zu Latein Alostum und Ilstum mird geheifen] zur Gedächtniß des zerftöreren Ilij oder Trojä erbanet.
Wie aber derer aller Meinung außer Zweifel falſch, als iſt fie billig zu verwerfen, umd iſt dem⸗ nach übrig, daß fle entweder aus Teutſchland oder aus Indien ſeyn entſproſſen.
Die fie aus Teutſchland herſahren geben für; daß fie von den Alanis entfproffen, alſo, daß des Freſonis Vater Manns geheifen, welche Voͤlker aber, nach. andern: Bericht, für der Freſen Ankunft, bon den: Svenid. oder. Schwaben feyn- vertrieben.
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Andere, daß fie von den Cauchis oder Kautzen her⸗ kommen, weiche vormals an den Seefüften haben gewohnet; Andere endlich, daß ſie von den Fran: ken emfprungen, und berichten, Daß derfelben Koͤ⸗ nig Elodio, im 10: Jahre nah ChHrifti Geburt, feinen Sohn, den Freſonem, mit Bewilligung aller Sränfifhen Fürften, zum Könige über die an ber Teutſchen See wohnende, von ihm bezwungene Voͤlker habe gefeget, mit dem Gedinge, Daß ex, ſamt den folgenden Freſiſchen Königen;. den Fran— ‚Een unterworfen feyn, ihnen alte Jahr 260 De: fen Tribut geben, und mie den Sranfen, gleich wie andere ihre Freunde und Genoffen, zugleich ſollten Krieg führen, und ſollen demnach ‚von die: sem Freſone beyde dieſes Land, und auch deſſen Einwohner ihren Namen nachmald befommen ba: ben. Die fie nun alfo von den Teutſchen her; führen, bringen zum Bemweisthum deſſen herbey der Frefen eigenes Gezeugniß, maßen derer Gr; fanden Veritus (Fere oder Fedder) und Malorig, welche nach eingenommenem Bericht, daß den Ges ſandten derer Völker, die wegen ihrer Tapferkeit und Tugend berühmt waren, die Ehre gegduner wurde, unter den roͤmiſchen Rathsherren zu figen, der Teutſchen Tapferkeit und Treue für alte andre baden gerühmer, und fich bey, Anführung deflen mitten im römifchen Rath niedergefeget haben, wie Tac. lab. 13, c. 54 berichtet, weyland zu Nom fih in dem Theater des Pompeji, zur Zeit: des Kaifers Neronis (der fie beide mit dem Staat; recht begabet) für Tentfchen erfläret, und der Ten: den und ihren Glauben hoͤchlich gerihmet; wie
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denn auch die Verwandtniß der Teutfchen und re: fchen Sprachen, als welche nur blos im Dialeeto oder in der Mundart fenn unterfhieden. Daß aber die. Sreien nicht von den Franken hergefoms men, folches wird vom Cornelio Cempenfi und Suffrido Petri damit mwiderleget, daß Tacitus und Plinius ihrer Fang vorhero gedenken, und fie zur Zeit des Fränfifchen Koͤniges Clodionis einen eise⸗ nen Fuͤrſten gehabt haben.
Dieſe aber führen die Freſen her aus einer Land⸗ fchaft, fo in Indien, am Fluß Ganges gelegen, welche vom Plinio Prasıa, vom Curtio Pharra- sia, von 8, Suffrido Perri benediota Fresia, und vom Corn. Cempemſi Frisa wird genannt, und berichten fie, daß. Frefo und deffen Bruͤdere Saxo und Bruns, neben ihrer Gefellfchaft aus dieſem ihrem Vaterlande, wegen der Tiranney des Agram— mis, der die rechrmäßigen Erben aus dem König: reiche vertrieben (wie auch deffen Curtius geden: fer) fih zum Alexandro M. begeben, ver fie in Beftallung angenommen, und bey dem Aemodifchen Gebirge wider die Indier in Befagung geleget. Da aber König Alexander M. den König Darium überwunden, und nun Vorhabens gemwefen mit dem Indiſchen Könige Poro einen Krieg anzufangen, feyn fie, publica fide datä atque accepta, wie Curtius redet, wieder in ihr Vaterland gereifer. Weil aber ded Orts noch alles unruhig gemefen, und immittelt Alexander M. Todes verfahren, und deſſen Fürften unter einander um der Succef: fion geftritten, wie Davon, beym Eufebio Bericht zu lefen, da haben fie in ihrem Quartier theils
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neue Schiffe laffen bauen, theils auch die von frensden Drten in dem Lafpifchen Meer bey ihnen ankommende Schiffe angehalten, und alfo eine Schiffflotte von 300 Schiffen zufammengebracht, damit fie, nach dem Eurtio U. M. 3640, oder nach des Chriſt Helvici Bericht, (der fich desfalls auf den Juſtinum referiree) U. M. 3619 durch das Caſpiſche Meer gefahren, in Armenien gefom; men, und fo ferner durch dem KEurinifche Meer in. das Mittelländifche; ſeyn auch meiter zmwifchen Europa und Africa hingefegelt, um Difpanien und Sranfreich gefchiffer, und endlich, nach achtjähriger Reiſe und verlornen 246 Schiffen ind Vlie ange kommen, allda von den übrigen 54 Schiffen 24 mit deren Führer, dem Freſone, feyn geblieben, der dafelbft mie feinen Voͤlkern zu Lande getreten, die andern aber feyn weiter force gefchiffee, und derer 18 in Preußen, und 12 in Rügen ange langet, welches auch Petrus Albinus und Johan Deterfen gedenfen. Demnac fie nun, befagter maden U. M. 3648 (oder 27), wor Chriſti Ger burt im Derbfte des 313. Jahres zu Bande getre: sen, und befunden, daß die Schwaben diefelben Der; ter, wegen Ergieſſung der Waffer verlaufen, haben gleich mie diefe Schwaben hHiebevor die Alanog, alfo fie Hinmwieder die annoch dafelbſt übrigen Schwaben vertrieben, und fich daſekbſt um der Ge; gend des Fließ (welcher der eine Ausflug des Rheins ft, und zu Latein Flevus, und in Nie: derland't Vlie iſt geheiffen und niche vom Waffer Flene, daran Flensburg gebauet, wie von andern geſchicht, muß verfianden werden,) 13 Jahr bey
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einander aufgehalten, hernach aber ſich getheilet, und iſt Saxo mit den Seinigen ind Dflen nad dem Lande Hadelen gezogen, und har fih um Stade und Bardowick niedergelaffen: Bruno aber ft an der Wefer geblieben, hat Braunſchweig er: bauet, und fich gewaltig vermehret, und Freſo an dem Orte, da’ er erftlih an Land getreten, und haben die Teutſchen Fürften ein fonderlich- Gedinge mit ihm aufgerichtet, daß er diefe Derter ewiglich befigen, dagegen aber die Deiche bey Macht hal; gen, und alle Seekuͤſten ſchuͤtzen follte, weshalben fie ihn auch mir fonderlichen Privilegien und Herr lichkeiten haben verfehen.
Obwohl aber diefer Erzählung Albertus Erangius und nach ihn Ubbo Emmius und Matıhiad Boe— thius wollen wiederfprechen, die. nicht ermweislich erachten, daß jemahl3 in Indien Säaͤchſiſch uud Srefch wäre geredet worden, noch glaublih, daß man vor fo langen Zeiten, aus dem fo ferne ents fegenen Indien, nach dieſen Norderfüften des Teutſchlandes Härte gefchiffer; fo zeugt doch Suf— fridus Petri dagegen nicht allein einen gewiffen Autorem an, der darauf fejie befiehe, daß die ‚Srefhe Sprache noch igiger Zeit in Indien gere: det merde, fondern er achtet auch für gewiß, daß Srefo dieſe Sprache (darin viele Wörter gefunden werden, fo von den Ebreern, Griechen und Indi— anern entlehnt feyn) mit fih ans Indien ger bracht, und daß die Frefen und Sachſen ‚(weiche auch dem Herodoto und Kenophonti befannt, und aus den bortrefflichen Völkern des Perfifchen Reichs seyn, fo unter dem K. Dario wider den Alexan—⸗
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drum M. gefriget, unter dem Cyro gedienet, derer auch Alexander M. in feinen unterfihiedlichen Krie⸗ gen gebrauchet, Die auch vor Chriſti Geburt, nad des Ptolomaͤi Bericht, in Teutſchland ſeyn gewe: fen, und die Derter an der Elbe bewohnet und bebauet, und auch,’ wie obgeſagt, Freſch geredei) von Dannen urfprünglich herfommen.
Und daß alſo nicht allen die Sachſen (die Eginhardus, und aus ihm Witichindus mona- cohus, aus Engdand faͤlſchlich herholen⸗ weiches auch Guil. Camdenus, feinen Landeslenren zu Ehren, nicht gar will vermerfen) fondern auch Die Freſen aus Indien entiproffen, folches erweiſet der Sir: den Jahrbücher, Archiven und von Areione felbfien aufgezeichnete, und in feiner Bibliothek zn Smpr; zen beygelegte Gefchichten, die ordensliche "Suscef: ſion der Frefhen Fuͤrſten und Könige bis auf Carolum M. die vom Frefone nah Gricchiſcher Manier angeordnete Bibkiorhef, Gymnaſien und Ritterſpiele, wie ayıch die einhellige Uebereinſtim⸗ mung aller Diftorieufehreiber, fo Hierin mit dem einheimifchen Freſchen Scribenten alle uͤbereinkom⸗ men; und endlich die Schiffahrt, fo and Aſien im Enropen und aus dem Mitteltändifchen Dieer nach diefen :Dertern jeßunder gar gemein iſt, dahinge—⸗ ‚gen von bier nach den Schpten, von wannen Alb. Krangins die Sachſen wid herhohlen, und hierin fat allein widriger Meinung if, keine Schiff: ge⸗ hen. Weshalben auch auf dieſe des Suff. Petri, aus dem Cappido Staurenſi, Occone Scarlenſie and Vorperio Taborita, behauptete Meinung, den hochgelahrten Ritter Henricum Rautzovium, laut
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feinen an Georg Brunonem A. 1590 gegebenen Schreiben, anfangs gebracht der Albertus Sta; denfid, und daß ers desfalls mit ibm wider den Crantzium gehalten, dazu haben ihm unterfchied, liche Teutſche und Lateinifche gefchriebene Hiftorien, fo er in feiner Bibliothek gehabt, bewogen. Und referiret er fich auch auf den Plinium und Ponpon, Melam; nach deffen Bericht Corn. Nepos ſchreiben fol, dag Q. Metellus Celer (der im 693. Jahre nach Erbauung der Stadt Nom, und 58 Yahr vor Chriſti Geburt Bürgermeifter zu Nom gewefen) ſolle berichtet haben, daß da er Proconful in Frank⸗ veich gemwefen, ihm vom Könige der Schwaben einige Indianer follen verehres worden feyn, und babe er, ihrer Ankunft halber von ihnen verſtan— den, daß fie durch Ungemwitter vom Indianiſchen Geftade wären abgetrieben, und. endlich. am Ten fhen Ufer angelander.
Was aber die Freſche Sprache betrifft, fo iſt bereu⸗ oben erwehnet, daß dieſelbe mit der Teuts fchen alfo verwandt fey, daß fie nur im Dialecto oder in der Mundart von derfelben fen unterfchies den, wiewol andere trachten, daß diefelbe- eine eis gene und abfonderlihe Sprache fey, welche fi vieler fremder, und andere: Sprachen fündigen ganz unbefannter Namen, Wörter und Sprich wörter gebrauhe- Und ob mol diefe Sprache viele harte Vocales und ſchwere Diphthongos hat, daß ausländifche Völker diefelbe ſchwerlich lernen, und noch fehwerlicher ausfprechen können, fo kann doch diefelbe ja fo wol, als andere ausländifche Sprachen . gefchrieben . werben, : wie Eornel. Cem⸗
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penſiß recht berichtet, mnd mit demfelben meiner Aeltermutter Bruder D. Paulus Eypräus Hberein ſtimmet, in dem er Meldung that, daß der Graf zu Bettford in Engelland ihm ein Lateiniſches Evangelienbuch habe gezeiger, fo auf Pergament gefihrieben geweſen, in welchem üder einem jegli— chen Lateiniſchen ein Freſches Wort fey geſetzet geweſen, weicher auch. anzeiget, daß die Sachfen ehemals Frefch follen gereder haben, fo auch der Wahrheit ähnlicher if, als daß man aus der Freſchen und Frankiſchen eine Sprache wollen machen. | Doch if außer Zweifel, daß, wie bey Erbau— ung ded babplonifchen Thurms, und der dabey vorgegangenen Verwirrung der Sprachen, aus der Ebreifchen die Chatdeifche, Sprifche und. Aras biſche; aus. der Griechifchen die Attiſche, Fonifche, Aeoliſche und Doriſche; und aus der Lateiniſchen die Italieniſche, Franzoͤĩſche und Hispaniſche her— gekommen; alſo aus der Teutſchen die Sächfifibe, Freſche, Dänische, Gotiſche, Schwediſche, Norwe— giſche, Engliſche, Flaͤmiſche, Slaviſche und, Mens diſche Sprachen. ſeyn entſtanden. Wie ſich aber die Freſen ausgebreitet, und was für. Landſchaften fie um den. Fluß des Flies eingenommen, folches ift nicht unferd Vornehmens, allhier weitlaͤuftig zu berühren, jedoch wollen mir hieneben einführen, was in alten Geſchichten von derfefben Zuftand iſt zu finden. Und fchreiben von denfelben unter den Griechifchen Hiſtorien—⸗ fhreibern Ephoruß und Clitarchus, daß fie fich mehr für dem Waffer, als für den Feinden haͤt—
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sen zu fürchten, und mürden ihre Däufer oft vom Waſſer weggeriffen, welche fie Doch immer wieder macheten; und unter den Lateinifchen der Plinius, and Corn. Tacitus, daß bey den Cauchis oder Srefen das Waller alte Tage und Nachte (fo die fe Völker ein Erhmaal beißen) zweymahl ab: und auflaufe *),- daß man bey Exrgieflung der Wafler, das Land und Waffer nicht koͤnne wnterfcheiden, daß die Fluth große Stücken vom Lande wegführ re, die gleichfam mist den auf denſelben vorhan— denen Bäumen anf dem Meer binfchiffen, daß fie auf Hohen aufgeführeten Hügeln oder Warfen ‚wohnen; ihr Trank wäre Negenwafler, fo fie in den Fätingen auffingen, und ihr Brand Miſt von der Sonne und dem Winde getrocknet, und ter- Te sus viscerä, ‚oder bei vom Mohr segrabe: ner Torf ıc.
) Es heißen die alten Freſen und Sachen deir Auflauf des Meeres Lidunam „der ledonem die Fluth und den Ablauf malinam die Ebbe, welche alte am Meere wohnende Sachfen und Freien ihre Jahre und Mis nate nad} der Ebbe und Fluth haben gerechnet, daß
allo ihre Jahre und Monate Mondjahre geweſen ſeyn,
viie jenes Glossæ Isidori und D. Augustinns.de mi- xrabilibus 8S. Scxipt. Iib. I..cap. 7. und dieſes Scali- ‚ger lib. U. de emendatione temporum et in con- ‚jectwris ad Varronem anmerfet. Unmerinng von. Heimeeihe
- . 6.» r
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| Das. .ander Eanpisel Bom Nord-⸗Freßlande, deffen Benennung, Zuftand, Ankunft der Einwohner, und derer Namen, Sitten und Rechte.
Diefed Land wird vom: Alb. Crantzio ind ger mein Fresland, und in feinen Dänifchen Diftori; en die Niederländifchen Länder, vielleicht, weil fie sormald zu den Niederlanden. fein gerechnet, ge: heiſſen. Saxo Grammaticnd oder: Selandicug, und Jonas Koldingenjis nennen daſſelbe Frisıam Minorem oder klein Fresland, welchen Namen fie aus dem Tacito genommen, ift- aber aus gros fer Unmwiffenheit, von etlichen Eiderftedt, von ans dern Nordſtrand allein zugeeignet,. weil derſelbe dielmehr allen diefen an der Cymbriſchen Benin; fel liegenden Landfchaften vom der Eider bis an Sondern, oder die Widau fich erfirestende, bey koumt. Daher au Johannes Saro, von Hatt; flette bürtig, im feiner oratione de Vita Ru- dolphi Agricol& fipreidet: mea patria non solum Frisiis vicina est, sed etiam Frisio- rum Colonia, quæ etiam hodie nomen re- tnet Frisiæ minoris in Holsatia et in gu- bernatione reipublice vetustam juris æqua- bihtatem non sine laude tuetur. Kafparus Hoyer geweiener Fuͤrſtl. Rath und Staller if Eiverfiese, und Martinns Chemnitius Ictus, weil, Furt. Holt: Rath und Canzler nennen fie Fris sin Eidorensem, und veferiver ſich dieſer dei
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desfals auf den Crantzium, mie auch D. David Chytraͤus alfo des Frisi@ Fidorensis, it. Eider- stadie und Eidorensis. Chersönesi gedenfer, die aber damit vornemlich auf die: drei Lande Eiderftär, Everfchop ud Uthholm fehen. Diemweil aber des Tatiti Klein-Fresland, nach Phil. Cluveri Meinung, NordHolland iſt geweſen, als iſt dieſe Gegend, fernere Irrung zu verhuͤten, billiger mie dem P. Cypraͤo, Johanne Peterſen und Nicolao Heldvadero Nord-Fresland zu nennen, damit ſie alſo von dem jetzigen Werts und Oſt-Fresland klaͤrlich koͤnne unterſchieden werden. Sonſt wird auch dieſe Gegend zuweilen die Uthlande geheiſen, entweder von dem alten Worte Eith, ſo nach H. D, Danckwerts Anmerkung, Waſſer ſoll bedeuten; oder daß ſie hinaus an der See ſeyn gelegen; auch wol Spadelande, weil fie mit der Spaden be veichet werden; und Waterlande, weit feibige and den Waſſer ſeyn geholet; welche der Srefo Seeland wollen geheifen haben, darum daß fie an der See ſeyn gelegen, und guten Theil von. derfelben wer den umgeben,
E3 wird aber dieſes Land vom Alb. Crautzib alfo beſchrieben, daß es ein eben wäfleriges Land fey, fo viele Dämme oder Deiche wider das Meer babe, darin Schleufen gemacher, und wenn dieſel— ben geoͤffnet oder gezogen werden; fo fen Das ganze Land eitel See, ſey anfänglich feucht und mwäflrrig gemwefen, aber dur den langen Bau hart ‚ worden, auf welcher Weife e8 anch Saxo Gramı vor ihm hat befchrieben. Denn ed. iit Diefes Land an. fih uͤberall faſt niedrig ‚und fumpfig, Darin
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‚wenig Höhe wird gefunden, deſſelben Aeckere und Wiſche werden durch Graben oder Schloͤte unter ſchieden. If zwar an ſich mehrentheils ſehr fruchts bar und trächtig, aber darneben bey naſſen und feuchten Wertern fehr fotig und fchlüpferia, hat darzu feine Dolzungen und Wälder, (dergleichen doch hiebevor um Deiligland, in Rieſummohr und im Mordfirande um Rungholt, auf der kith und dem Damme, in Bolfsbüll, Oſte z e Weſterwolt und anderweit ſeyn gefunden) es gebrau—
deſſen tt des Tor—
wird A und vom —— ſeinen Namen bekommen, oder des an der Sonne getrockneten Viehmiſtes zu ihrer Feurung. Und weiln der meh— rertheil dieſer Gegend niedriger iſt, denn das Meer, beſonders wenn ſich daſſelbe ein wenig durch die Fluth erhebet, als welches vielleicht vormals nich— tes anders, als die See, und deſſen Schlag oder Schlick mag geweſen ſeyn, wie dahın Plinius klaͤr— lich deutet, fo bat es wider dem täglichen Würhen de3 Meer feinen andern Schug, als die auf et lihe Ellen hoch von der Erde aufgeführte Wälte, die man von derfelben Dicke die Diefe oder Teis che, oder vielleicht vom Griechifihen Worte teich (fo eine Mauer heifer) hat genamet, welche Teiche von auffen allmälig feyn zugeipiger, und mit Reith dder Stroh werden gedecfer, damit fie die Wellen des Meers deko beffer mögen abhalten. Und wenn dieſelben durchbrechen, fo dringet fih dad Meer mit Haufen hinein, uͤberſchwemmet das ganze Land, und kann nicht ehe wieder hinausgetrieben
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werden, ehe die Riſſe des Deiched, die man Weh⸗ len heifet, wieder feyn geftopfer, nnd das Waſſer durch fonderlihe dazu gemachte Wafferleitungen, Schlenien oder Siehlen wiederum werde ausge⸗ führer.
Und haben fich die Einwohner diefer Gegend anfangs anf die hohen Plaͤtze aufgehalten, daſelbſt geringe Haͤuſer von Waſen und Bretter gemachet,
Schafe und Kühe gehalten, und ſich mit der Schiffs fahre und Fiſcherey fich ernähret, und da fie fich gemehret, auf den neuen Anwachſen Hohe Worden oder Wärve*) aufgeführer, Damit fie fich auf den⸗ ſelben, bey entftehenden Wafferflurhen, wie die Egypter fih auf den Bergen wider den Anlauf des Nili, erretten könnten, und nachgehendes haben fie diefe hiebevor ſumpfige und mäfferige Derter ansgetrocknet oder eingedeichet, indeme fie einen Kog nach den andern and dem Schlick eingeholet, und damit das Land je länger je mehr vergrößert. Daß ihnen aber folches große Mühe, und unfege fiche Koften und Arbeit habe geftanden, folches kann ein jeder Vernuͤnftiger leichtlich ermeffen, wenn er ſich vor Augen ſtellet, daß allein um Eis deritedt über 15 Meilen an Haff- oder Seedeiche, und über 40 Meilen in demfelden Lande an Mit
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9 So — weil fie von Erde ſeyen aufgeworfen, der weil fich auf denfelben unterfchiedliche Leute verſamm⸗ let, wie denn nach Adami Bremeniis Bericht in feiney hist. eccles. cap. 229. Warph eine Berfommiung der Volker in den nordifchen Ländern bedeuten full.
—Aumerkung von Deimreide
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teideiche ſollen vorhanden ſeyn, und dm Mroſttam de, über’ die vielfältigen Mitrelveiche, dadurch dad Land vor A. 1634 ergangener Wafferflur in die 20 Koͤge iſt getheilet geweſen, ſich A. 1581 auf 19222 Ruthen, dasiſ auf 10 teutſche Meilen Daffveichts‘ habe 6 befinden. zu alfo, wenn man felt führen, die uͤberge⸗ ‚ Huflimer‘ und | 8 hiebenör da} reist beflurdene theils hernach jeriffene Weh⸗ len und Seröite u flöpfeh, und dem Teich wider d Flut! nterhallen habe geh flanden, man leichtlich daraus kann urtheilen, daß die Einwoͤhner dieſer· Oerter wenig’ gefuͤnden oder geſchenket bekommen, ſie moͤgen gleich dieſelben mit Willen oder Unwillen der vorigen’ Beſttzer einge⸗ nommen und bekommen‘ haben.
Es bewohnen aber dieſe Lander Freſche Dölker, die der‘ Frefo aus Weit: Freßtand dahin” gefandt, welche dieſelbaugemaͤhlich nacheinander' eingendin⸗ men und nach gerade befeget’ haben. Und’ daß deme alſo, ſolches it‘ daher leichtlich zu ſchließen,
dieweil ſie alle die Freſche Sprache' reden, dahin⸗ gegen aber das feſte Land allenthalben mit lantér Daͤnen und Sachſiſchen Voltkern wird bewohnet, ifo, daß fein Dorf’ ſeh, ſo etibas welt‘ von der Eee“ gelegen, darin ah einige Anzeigung deb Freſchen Namens finde föndern es wohnen‘ bloß in’ den’ an den Seekuſten fich- befindenden Laändern und‘ Harder Freſche Leite, die nicht allein der Sprache, fordern’ auch” den Nainen und den“ Sits ten, ja auth ihren Rethten und' Gefegen a vbn
ge
denen, die auf dem feſten Lande wohnen, unter fihieden fepn, und in ſolchem allen mit den Welt Svefen übereinfommen.
Und was anfangs deren Namen belangt, fo 5* zu wiſſen, daß dieſes Ortes eben dieſelben üb: u der Oldenburgi— anni, bey den Ruſtrin—
er den gefunden. Als da . Alge oder Alheit, ſo eine ; J heiſet, als einen Arbeitſamen; 5 > eh einen Sehhaftigen bedeu: tet; Creſten oder Crefet, fo eine Christin heiſet; Dede, eine Freigebige; Edo und Erleff, fo gerne effen, mie alfo geheiien Edo Wiemefen, der zum erjten Negenten im everland U. 1359 ıfl erfohren, wie auch feine Frau Erte genannt wor: den; Folquart nud Follich, fo genannt, daß fie mögen ein Volk, oder volfreich werden; Gunne, fo da günfüg; Daje, fo einen Berrieger beifet, wie alfo der Herr von Ammeland U 866, und unter den Nuftringer Srefen der Herr zu Potenburg A. 1060 ift genannt; Dolmer, fo da den Maͤh— ren oder Pferden hold; ver, ein Eiferer,; Kirr "oder Kirde, jo reih von Kuͤhen; Ludde, fo leutelieb; Melleff, fo neben andern lieb; Nonn und Nomen, fo benamt; Obbe, fo da herzet; Olle oder Holle, ein Haupt, daher Dlenniug der Freien Haupt in Weit; Freßland den Holländern den Namen foll gegeben haben; Bone, fo einen Arbeitfamen bedeutet; Riemer, fo reich au Pfer: den; Nedleff, fo rathlied; Nenlic oder Rin— leth, fo reinlih, und zu teutiſch Keinhold ge;
| Lich .feyn, welche, nach * ſchen Chronik eh wi
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nannt; Sell, fo eine Verkäuferin; Soöncke, fo ſinnreich; und Siug fo eine Siegerin beventet; Tete und Thierlerff, fo Gott- und Gottlieb; Tonclerf, fo dantlieb heiſet; Wencke, fo wennlick oder freundlich, oder auch gemwinlich hei— fet; (daher der Mittwoch bey den Freien Wons— den wird gebeifen, gleich wie er im Lareinifchen flies Mercurn vom Gott der Kaufleute genannt wird) und Wird, fo Vieh oder Weide reich bes deutet... Welche und dergleichen Namen mehr, od fie wol Fremden und Austandischen fiemd und uns gereimt vorfonmen, die demnach ſolche zu andern, und am derer Statt andere zu wählen ratben, fo können doch, wo nicht alle, dennoch ein gut Theil derfelben von einem der Frefcben Sprache Eundiz gen, nach vorangedeuteter Weife, alfo erfläret wer: den, Daß man, beides wegen derfelben rechten Vers fand, und auch der theild hohen und anfehnlichen Derfonen halber, fo Diefelben hiebevor gebrauchet, feldige zu ändern, Billig Bedenfen zu tragen. Doch iſt auch dies hiebei zu merken, daß die hiefiged Orts gebräuchlichen Namen im vierfachen Unterſchiede ſeyn, als 1. vecht Srefibe, 2. von den Teutſchen und Dänen, dabei die Frefen- woh— nen, und 3. von den Nömern, damit fie gekrie— get, a und endlich A, in der Kirche ge bräüchlide Namen ſeyn, wie umgleichen hiebei in Acht zu nehmen, daß, zuwider dem Gebrauch aus derer Völker, Weiber und Männer einerlei Nas men oftmabls haben, und endlich viele Dörfer und Kirchfpiele in Well: und Nord: Fresland faft gleish, benamer ſeyn, und die Ramen dererſelben
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beider Derter guten Theil auf ein am, wid und bull ich endigen.
Was aber ihre Weife, Sitten und Gebräuche, auch ihre Kleidung betreffen, zunebenſt ihrer geineis nen Handthierung, fo gebrauchen fie beider Oerter zur Speife- des geräucheren Fleiſches, Butters, Kä fe, Brei, und dergleichen, trinfen Bier, haben Luft zum Handel nnd zur Vieh: Weide, graben das Torf dus dem Mohr, welch.s fie weun es von der Som ne und dein Winde geddrrer iſt (woher es auch von dem grieihifchen tersein, exXsiccare, oder dom teutſchen dürren feinen Namen bat) anſtatt des Holzes, auch mir fremder Leute Verwunderung, gebrauchen, wie mir denn Johannes Lorenfen weis fand erzähler, daß ihm dergleichen Torf unter ans dern Maritäten des Filicis Plateri zu Bald ehemahls fey gezeigt worden. Da fie aber fein Zerig haben, daſelbſt gebrauchen fie ſich des gedöͤr⸗ reten Miftes, gleicherweife wie auch einige Afiakis fche Völker weiland gethan und noch hun, und die Malthefer vom gerrocfneren Kuhmiſt und Dis fieln euer machen und die Gebriger in Ober An⸗ gern- die- Speife mit hartem Viehkoth Fochen. Und berichtet Ludewicus Guicciardinus ans des Nicolai Pithorii Reiſebeſchreibung, daß Martinus Forbiſche⸗ rus befunden, daß man auch in den Drcadifchen Inſeln Hinter Schottland Torf und Miſt brenne, und erachtet Becanus, daß die Murini Belgici, und derfelden Stadt Tarravanna (welthe von H. Ponto Lalaino zu Binitur des Ke Caroli V. Ober⸗ ſten An. 1553 mit Kriegesmacht iſt zerſchleift,
und der Erde gleich gemachet worden) von: dem⸗
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> Mohe und Torf den Namen haben be ommen. Es haben auch dieſe und die Belt: Freſen vor —*— einerlei Kleider getragen, die von andern oͤlker ſeyn unterſchieden geweſen, dergleichen noch, was die Frauenkleider betreffen, die Heiliglanderg, Töhringer, Spiter und Amrumer, und ein Theil der Eiderftädter beftändig behalten; haben auf einerlei Manier ihre Däufer gebauet, wie ſie denn auch beider Oerter in Sitten und Gedraͤuchen uͤber⸗ einkommen. Denn gleichermaßen wie bei den Weſt— Srefen der Bräutigam in der Kirche der Braut zur linfen Hand pfleget zu ſtehen, alfo ift auch hier der Gebrauch, daß die Brant bei der Trauung zur rechten, und der Braͤutigam zur finfen ſtehet. Und wie jene bei der Heimfuͤhrung der Brant de Gebrauch halten, daß wenn ſie zur Thuͤre Braͤutigams wollen eingehen, einer von des Braͤu— tigams Nachbaren oder Verwandten mit einem bloßen Schwerdt hinzugetreten, und ihr den Ein— gaug ſo lang verwehret, bis fie ihm ein Geſchenk verheiſſen, darauf er das Schwerdt uͤber der Thuͤr aufgeſtecket; alſo auch annoch auf Foͤhr dieſer hoch zeisliher Gebrauch wird gehalten, (fo auch) auf theils Halligen zum Theik üblich ift) daß wenn ‚der. Bräutigam: feine Braut. in fein Haus führen will, er feinen Degen von der Seite nimmt, fel: bigen über der Thuͤr aufjticht; und machdem er ihr zuvor zugetrunken, fie alfo unter folchem bloßen Degen: muß: in feinem Haufe gehen. Mit welchen Gehbrauch die Braut iſt erinnert worden, daß. fie ihrem Ehemanne den ehelichen Bund getreulich
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ſollte halten, and da ſie denſelben gebrochen, hat der Mann Macht gehabt, fie, als eine Ehebreche— rinn mit demfelben Schwerdt (fo daher Aechtſwird oder ein Eheſchwerdt ift geheiffen worden) zu toͤd— ten, nach dem alten Srefihen Gefege: wer fo me een Broume wroeget, (wird angeffagt, daher annoch der Freſche Name Wröger, fo ein Ans fläger heiffet, im Gebrauch iſt und nach der Pre: diger zu Föhr Erachten in ihren A. 1642 über: gebenen Beſchwerungen ift gegründet, da des Ruͤ— genopfers wird erwebnet, welches foviel als ein Eifer; oder Anflageopfer bedentet, wir auch das Wort Wrögen im alten dithmarfer Randrecht, fo Wieben Peters U. 1539 zu Lyhbeck laffen drucken für Anklagen gefege wird,) dar hieve een Ur: hoer deen habbe fo aegh dy formond dine fer, bor by fe flila (will peitfiben, daß ihr die Haut vom Fleiſche gebe) fo hi fe hans dia mit ta ſwirdt (rödten mit dem Schwerdt) Deer fa onder ginga, do fe dat acfte be; gingh ꝛc. Und wie man an diefen Oertern, ach befchebenem Todtſchlag, den Thäter bei der des ftätigung des Entleibeten dreimal verbannet, wie ich felder folches auf Föhr mehrmals habe geſe— ben; alfo laffen in Wert; Frestand die Erben und nächften Verwandten des Erfchlagenen einen bei der Leichdeduction aus ihrem Mittel hinzutreren, der mit einem bloßen Schwerdt dreimal auf den Sarg fihlägt, und dabei rufer: wraed, wraeck, wraeck: und daß die Todefihläger, gleich wie bei uns aus den alten Gerichtsprotocollen erweiß— lich, alfo auch bei den andern Frefen von wegen
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des todten Halfes, Wandel und Abtrag thun müß fen, deffen hat fih ein merfliches Erempel An. 41148 bei den Ruſtringer Freſen begeben, daraus in Verweigerung deſſen vom Thäter ein öffentli— cher Krieg entſprungen. |
Und was endlich ihre Nechte und Geſetzen an⸗ langen, fo haben hieſige Freſen, gleich wie jene, allewege ihre ſonderlichen Richters gehabt, denen ſie ſonderbare Namen, nach Befehl und Verord— nung des alten Freſonis gegeben, und fie Domi- nos, Toparchas, Pıaesides und Senatores, Stallere, Nichter, Advocaten, Bohmächtige, gute Männer, Gräven und Alterleure genennet; und tft far und unleugbar, daß auch viele der hiefiegen Gefege und Rechte mit den Weſt-Freſiſchen Rech— ten übereinſtimmen, wie neben andern mehren, Die Gefege vom Quabeldrank (wenn jemand in een onwad wetter word worpen, dat hey mit argenen mey finen horhimel, nor yrda, nor Dina grond refa mitta handen, nor mitta voten, dag iſt, ein unbewathlich Waſſer oder Wapeling wird geflofen, daß er mit Augen nicht fehen fann weder Himmel noch Erde, noch den Grund kann erreichen weder mit Händen oder Süßen) von Vote auf Bote, oder unehrlichem Schlagen; wie auch von Zwoͤlf⸗Manns Eid, fo ein alter Gebrauch if, welcher bei den Franken und Srefen fihon in der Heidenſchaft tft gehalten wurden; und iſt zwar anfangs der Gebrauch geweſen, daß als fein derjenige, fo einiger Miſſethat ward beſchuldi— get, zum Eide ward gelaffen, wie Ivo, Episco- pus Carnotensis berichtet, darnach aber wurden
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auch „andere zugeloffen, ‚die ‚nicht die That ſelbſt Beichwuren ‚Sondern eidlich ‚betheugrten, daß fie es Dafür hielten und glaubten, Daß der Beklagte ‚die Wahrheit hatte ‚geredet; vom Todtſchlage, und Verfolgung ſowohl des Thäterg, als deffen Freunde; hon den Ordaliis ober dem Zuſcheingehen, und derglei⸗ chen ſattſam qusweiſen; wie imgleichen die Ausrech⸗ nung der Sibbe oder der Blutverwandtniß, die nach Ausweiſung des A. 1426 zu Papier gebrachten Eider⸗ — Landrechtes, ſolgender maßen geſchehen:
Tipp Alvar — Tipp Almem, fo einer der acht Fechten. Ehe Auer 53 a Almen fo einer der vier Klufken.*) R — 5 Alvar 23 m nu *
Bar ' Den Suſterthoemn Ear⸗ er Bruder Broderthoem, Dat erfte Bist. ern | en Ander in der. Sibbe⸗ Sohns Sohn Sohns Sohn Drüdde in der Sibbe,
EohntSohn:&ohn = Eohn aSohnsSohn, Veerde in derSibbe
Dat Barne Blot genannt, darmit fo is dyt uht, uud nimt dat foͤffte find nedden in der thetinge noch gudt noch bote; welches auch dieſes Orts noch allewege Rechtens iſt.
IJ
u⸗oqꝛa⸗ꝛqu
u⸗aoappp ur
2) Sollte dad Wort Kluft auch im dithmarſchen Rechte etwa dieſelbe befiimmte Bedeutung haben: die unter ‚gemeinfchaftlidem Aeltervater ftebende Difcendenz, und Schlacht die entfernten Berwandten umfaffen? Aehn— Jiche Unterfcheidungen fommen and bey unſerm * vpor; ſo een nach einer Urkunde bey Muhlius storia nobii Burdeshuolmensis Dis. p- 61. Drei er Pogwiſch, Wilh und Wulf zu Einem | Sqlechte. Aum. d. Desauig.
Das dritte Tapitel, Won der Nord⸗Freſen erfter Ankunft san dieſe Ders ger, derſelben alter Beherrſchung, Zügen und gefuͤhrten Kriegen vor Chriſti Geburt.
Daß diejenigen weit irren, ‚welche glauben und ſchreiben, daß die Freſen erſtlich um 1,100, Jahren nach Chriſti. Geburt dieſes Ortes ſeyn angekommen, ‚und diefeiben mit G:walt haben eingenommen, Bd. von der. Zeit an fih und ihre Wohnungen ‚nlte Zeit. mir ihren, Waflzn wider. die. Dänifchen ‚Könige, babe verbeten, fotches kann nicht: affein dadurch erwieſen werden, daß die Dänifdhen His ‚fiorien ſchon um. 800ſten Jahre nad, Chriſti Ger Hure dieſer Freſen ausdruͤcklich gedenken, fondern es, erhellet ſalches auch daher, dieweil in keinen Hiſtoxien befindlich, daß in den. naͤchſten 550. Fahr ren im Tentſchland eine fo große Trausmigration und Angziehung der: Völker ſollte geſchehen ſeyn, darin eine fo. große Meuge Volkes aus Fresland waͤre gezogen, und. ſich in fo viele Inſeln und Peninſeln Härte. zerſtreuet, da do ‚die Geſchicht⸗ Sihreiber (deren es zu ‚der Zeit genug hat gegeben, und, die auch. viele geringere Gasen. haben: ange: merket) zweifels: frei eine. ſolche gewaltſame und auſehnliche Ansziehung fo. vieler. Voͤlker wuͤrden aufgezeichnet haben. Und ift ‚gewiß; daß. obgleich dieſe Nord-Freſen ſich erſtlich U €. 1118: dem erſten Schleßwigſchen Herzogen S. rise haben guierwonfen, dennoch dieſelden dieſe Dexter ſchon
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lange und viele Jahre zuvor, and in der ‚Bei: denfchaft und vor Chrifii Geburt haben beſeſſen. Melches denn baß zu erfehen, biltih muß nachge— dacht werden, was ſich von ihrer erfien Ankunft an, bis auf gemelten Herzogs. Canuti Zeit, mit benfelben habe. begeben.
Und melden die Freiifchen Scribenten, daß fie noch bei des Frefonid Leben an diefe Derter ſich ſollen begeben haben, und daß derfelde feinen Sohn Juthonem über fie zum Herrſcher habe verordnet, welcher, damit nachbarliche Einigfeit beffer möge erhalten werden, fi) mit des Cimber-Koͤnigs Boc—
chi Tochter Cumeram babe vereheficher, und zu Wil⸗
tenburg auf HDeiligeland refidiret, und haben ihm ihr Water unter andern mehren, auch das Land Eiderfiädr, oder, wie andere melden, den Theil der Eimbdrifhen Peninjel, fo igo Jüthland wird geherf: fen, mit zur Ausſtenee gegeben, welches fi) bei 300 Fahren vor Ehrifti Geburt foll begeben haben. Nach deffen Tod folt fein Sohn Ubbo, der zu Mes denblick refidirer, und nach deffen Tod deffelben Sohn Vitho, der feine Nefidenz zu Groͤnenburg gehabt, diefe Nord-Freſiſchen Marſchlaͤnder bis auf 209 Jahr vor Chriſti Geburt, beherricher haben.
Weil aber der Könige Boge lange vor diefer Zeit,.
"nach Meldung der Dänifchen Hiſtorien, über Dän; nemarf und dem Cimberlande geherrfcher, als müfs „sen die Srefen auch lange zuvor an diefen Der: "tern angefommen feyn, und biefe Gefchichte fich ‚viel eher begeben haben. Womit auch übereinftems men will, was andere von der Frefen Ankunft bes richten, die da vorgeben, daß ungefähr im 1956.
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Jahre nah Erſchaffung der Welt und vor Chriſti Geburt (fo dieſelbe A M. 3966 wird gefeget) bei 2010 Jahren, der Frigus dom Thuiscon, des Move Sohn, fo ihm nach der Sündfluth im Ar— menten geboren, als einer Bon feinen vorn binſten Fuͤrſten, in dieſe Laͤndere, als ein Lehnsmann ſey eingewieſen, und nachdem ‚er anfangs an dieſen kalten Oertern ein Misfalten gehabt, fey er in Aſien gezogen, und habe das Fand Zreigiam eins genommen, nachmals aber anders Sinnes gewor— den, und habe ſich wieder nach dieſe Oerter (die ſchon zuvor von den Ingewonibus, ald den alten Teutſchen Einwohnern, fo in den Cimbern, Tent: fden und Cauchen feyn getbeitet gewefen, bewohs net worden) geiwender und ſey mit den Seinen am Vlie angekommen, babe diefe niedrigen Ränder eingenommen, mad Dielelben nach feinem Namen Fresland gebeiffen. So gedenfen auch die Dänis ſchen Hiſtorien ſchon der Frefen bei Anfang der Negierung des erften Däniihen Königs Dans, der zur Zeit des Ifraelitiſchen Königs Davids (fo im 2891. Fahre nach Erfhaffung der Welt zu re gieren angefangen) von den Juͤthen zum Schußs herrn wider der Sachen und Frefen Einfall A. M. 2908 ift erfohren, und, da er diefelber über; wunden und Fresiand eingenommen, zum Könige üder das ganze Land iſt erwählet wurden. Darzu iſt befindlich, daß die Frefen fihon zur Zeit des Cimberzuges an diefen Dertern. fich befunden, und derfelben 1200 Männer, ohne Weiber und Kin: der, deren eine viel größere Anzahl ift gemefen, ‚mit den Limbern aus diefen Landen feyn gezogen.
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In deren Abweſenheit einige der Weſt-Freſen ſich wieder dieſer Oerter gefunden, und Pelworm ſol⸗ len bedeichet haben, welche aber ein Theil der alten Einwohner, ſo aus dem Cimberzuge wieder heimgekommen, hinwieder vertrieben, und: hernach. Pelworm und. die andern anliegenden- Oerter haben Bebauet..
Und was diefen Cimberzug anlanget; fo. ift def ſelben Urfache geweſen eine ſchreckliche Ergieffung des Waffers,. welche fib A. M. 3854 um 110: Jahren vor Chriſti Geburt hat begeben und die cimbriſche Suͤndfluth genannt wird, und die Ein; wohner deffen bewogen, dieſelbe zu verlaffen, und an. fremden Dertern fich zu erheben, wie der Silo; rus neben vielen andern Lateiniſchen und Grie— chiſchen Gefchichrfihreibeen folches bezeuget:. Und: ‚od. wol. dieſelbe deßwegen von andern melde von: dergleichen nicht wiſſen, werden verlacher, fo weiß doch. auch: fehon vor ihnen der Ariftoteled, der bey: 340 Jahr. vor Chriſti Geburt gelebet, vou der⸗ ‚gleichen zu: fohreiben. Und. fein demnach diefe Cimbriſchen Völker (wobey auch, mie bereits oben ‚erwähnet,. fih unfre Nord Srefen. befanden) durch Teutſchland gezogen, zu. denen fich eine unzähliche Menge der Teutfchen gethan, die in Frankreich, Italien. und. Spanien. eingefalfen,. bis die Teut— ſchen von. den Roͤmern bey Aix in der Provence, ‚ohnferne dem- mitteländifchen Meere, fchier aufs Haupt: fein erleget, und.dererfelden, bey 100 Jah: zen vor Chriſti Geburt, von: €. Mario in die 90,000: erfhlagen, und 200,000. gefänglich megs geluͤhret worden, auch bald darauf die Cimbern
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don demſelben und Q. Catnlo an der Eich alſo eitipfangen, daß derfelden 140,000 erföhlagen und 60,000 gefangen mworden, da die Römer nur 3000 Mann eingebüffer haben: Jedoch mögen auch diejenigen nicht: eben unrecht haben, welche erachten, daß der Cimber-Nahme nicht eines ge wiſſen Volks Nahme fey geweſen, ſondern des vorbenannten großen Kriegesheers und deſſelben ſtreifenden Soldaten, die alle Laͤnder feindlich an gefälten, und mit einem Teutſchen Nahmen De Kemper (weiches foviel ald einen Kriegsmann bedeutet, und bey: den Roͤmern gleichſam Cember vder Cimber Hat gelauter) und Sicambri (gleich fat: Geefämpfer oder Sofdaten zur Ser) fan ges heiffen, mie denn auch die Gefchichtfehreiber be zeugen, daß die flreifende Soldaten und Straß fenränder von den alten Teutſchen Kaͤmpfer fein genannt worden, weßhalben auch: diefen Krieger, weiche faft ganz Enropenland mit ihren: Waffen gedroher, diefer Eimbernahme wird. zugeleget wors den ſeyn. |
Wiewol mir fonften. nicht. unwiffend, daß ge meiniglich diefer Nahme von des Noah Neffen, und des Japhets erften Sohn Gomer pfleget hers geführer zu werden, deffen Nahme fo viel als, ei nen Zirkel, in der Teutſchen Sprache, und wie man will in der Juthſchen fo viel ald Goomher (ich: gehe umher) bedeuter, und den Nachkoͤmmlin— gen des’ Japhets darum billig zugeleget worden, weil fie in der Welt herum. gegangen, und die feldige. vom Aufgang der Sonne bis zw ihrem Niedergange unter ſich haben gerheite. Go hat
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auch der Saro den Einwohrern diefer Eimbrifchen Peninſel niemals diefen Nahmen gegeben, zwei— fels frey aus diefen Urfachen, Daß fie ſich ſelbſt diefen Nahmen nicht zugeeignet, fondern vielmehr alfe von andern vorberübrter Urfachen halber, fein gebeiflfen worden. Und mag wol fein, daß felbiger Nahme nach folcher herrfichen Kriegesrü— flung dieſen DBölfern der Nordern Peninful ſey gegeben worden, aus melchen diefe Krieger ge: kommen, weiche ſich mit den Teutſchen, Zürchern und den Ambrdnibus zu Verheerung des Roͤmi— ſchen Reichs alſo hätten verbunden, daB weder Syllanus ihrem erſten Einfall, noch Manilius dem andern, noch Caͤpio dem dritten genugſam widerſtehen konten, ſondern ſolche alle mit ihrem ganzen Heer von den gemeldeten: Voͤlkern aus ihren Lägern verjagt, und wäre auch mit Nom gang aus gemwefen, mo ihnen nicht Marius wäre gu ‚Dülf gekommen, und fie obbefügtermaßen hätte versilget, und nad atjährigem Kriege, in die Flucht gebracht. |
Das vierte Capitel.
Bon der Srefen unter den Römern, und wider den Dänen geführeren Kriegen.
Dieweil die Freſen ſich allewege in Krieges; Erercitien fleiffig haben geüber, Damit fie auf als len ſich begebenden Faͤllen nicht allein zur Gegens wehr fih gefaßt machen, fordern auch ‚andern, die ihrer Huͤlfe bedürftig, beyfpringen Eonnten,
63 als ſeyn fie deßwegen bey den Auständern und infonderheit bey den Römern in großem Unfehen gemwefen, die fie vielfältig zu ihren Dienſten has Ben gebrauchet. Wie denn Die Hiſtorienſchreiber berichten, daß, wie der Krieg zwiſchen den Roͤ⸗ mern und dem Koͤnige Mithridate in Ponte vor:
gefallen, die Freſen ſich unter dem Lucio Caͤſare,
fo des Julii Caͤſaris Vater geweſen, fo tapfer im Streit wider dem Carolo, des Koͤniges Ina— bi von Tungern Sohn, Haben verhalten, daß diefelben daher vom Mömifchen Senat ihre aller getveuefte Freunde und befte Vorfechtere fein ge: beiffen worden.
Es bat auch Julius Caͤſar ſelbſt nach feines Vaters To) die Freſiſche Soldaten bey ſich im großen Ehren gehalten, fie zu feine Leibwächter beftellet, und ihnen den Roͤmiſchen Adler, als die -Dauptfahne, in den allergefährlichften Kriegen be tranet, bat auch mit derfelben getreue Huͤlfe und Beyfland die große Infel Britanien (fo nun Ems gelland wird geheiffen) bezwungen, und haben fie in den bürgerlichen Krieg den Pompejum wir feis nen Adhärenten helfen verjagen. Und nach dem gemelter Jul. Caſar ermordet worden, fein die Srefen bis auf den K. Vitellium in fletigem Ver— buͤndniß und gutem Vertrauen mit den Roͤmern
geſtanden.
Und obwol zu Anfang der Regierung des K. Tiberii die Freſen den Frieden gebrochen, und die roͤmiſchen Soldaten ans Kreutz geheftet, ſo haben ſie doch bald hernach ſich wieder mit gedachtem K. Tiberio verglichen und hat er dieſelben bey
or
gefuͤhretem Teutſchen Kriege yir feiner Aisbacht akohren, und derſelben Nation —— die
iin fieberiten Jahre nach Chriſti Gebürt ihm ie Schwäben fehr gerren, und feiren Brüdern BDrufg (nad) weichen, weil er fehr grauſam geweſen, der boͤſe Feind dieſer Derter der Deds, wird Ahei fen, nachdem er nah Dionis Caffır: Melbung die ſtlben bezwungen,) und Germanico ſonderlich art; genehm ſeyn geweſen, und haben fie dürch der
Fkeſen Huͤlfe alle Oerter vom Rhein bis air der Elbe eingenommen.
Weiln aber der K. Cajus Caligula gegen are Menſchen feine Bosheit ansgelaffen, als haben’ die Srefen ch ihm widerfeßer, und U €. 30 den Frie— den gebröchen, ſeyn von’ den’ Römern abgefäleir, haben diefelden gefchlagen, und fi dadurch bei ruͤhmt gemacht. Doch aber har fein Nachfolger K. Claudius dieſelben wieder in ihren alten Stand geſetzet, und fie niit ſonderlichen Freihtiten begabet: Darauf fie mir ihm über die See’ gezogen, und nach ſtarkem Gefechte wider die Brittonen daſſelbe Fand A. €. 46 wieder bezwingen, und deniſelben großen Tribut aufaeleget. Wie deiin auch der K Nero fie wegen: ihrer getreuen Diente zu feinek und feiner Mütter Agrippa Leibwache hat beſtellet, und fie ihn U. €: 57 baden‘ gediener.
Und obwol Vitellius fchuldig wäre gewefen, den Feefen große Dankbarkeit zu erjelgen, angeföhen fie feinen Feind den K. Ditonem hätten verjaget, ſo hat er ſie doch wegen ſeiner Gierigheit und der Bosheit feiner Hauptleute aus Rom vettriebet, daher ein großer Streit zwiſchen ihnen vorgefallen,
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in welchem die Srefen den Noͤmiſchen Hanptmann Slaccum Ordonium gefchlagen, und mit großem Sieg. wieder in ihr Land -feyn gefommen A. C. 73, Jedoch Haden K. Veſpaſianus und feine Söhne Titus und Domitianus die Zrefen wieder nach Nom berufen, die zur Leibwacht der Kaifer feyn beftellet, und von ihnen in großen Gnaden und Ehren ges hatten, wurden. Welches von den Frefen insge— mein,-ich hier nicht wollen unangezeiget laſſen. Was aber. die Nord Freſen betrifft, fo melden von denfelben die Diftorien, daß fie um A. M. 3200 ein großes Treffen -mit dem Srothone I, in Dänemark, fo fonften Gevemilde ift zugenamet wurden, haben. gehalten. Deun ald derfelbe fich an Fresiaud bat verfucher, da iſt Wicho (oder Vitho) der Nord;srefen König, ihm auf dem Waſſer (der Hever) begegnet, und hat einen Angriff ges tdan,iumd dem Frothoni seine Seeſchlacht geliefert. Es hat aber Frotho den Seinen befohlen, daß fie gemach thun follten, bis fich der Feind mit dem Werfen hätte entbloͤſet. Es har aber Wicho vers meinet, daß die Dänen. aus Furcht und Begierde des Friedens alfo an fich breiten, und hat deſto heftiger auf fie gedrungen, aber endlich befunden, Daß fie ſich zur Wehre gerüfter. Daher die Srefen nicht länger Pag gehalten, fondern fich gleich in . Die Flucht begeben. Darauf Srorho zu Lande ge— greten, und eine reiche Bente befommen, und, mie er wiederum zu Schiffe gegangen, hat er der Fein: de Sciffflotte verbrennet. |
So melden auch die Hiftorien, daß der König Rolvo, fo des Frothonis III. Neffe, oder vermuth⸗
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licher fein nnächter Sohn, der nach Teiner rechtmaͤ⸗ figen Erben Tod ind Neich getreten gewefen, um A. €. 70 vie Frefen abermals angegriffen, wider welchen fie unter dem Rorito Bocchi gekrieget, welcher entweder eine vornehme Perſon gemwefen, die man in Freſcher Sprache Mörde oder Rawert Bachfen möchte heiffen, oder es ift diefer Bocchus oder Backe der Ruwert oder Ruhebewahrer der Freſen geweſen, wie alfo der Prinz von Dranien Wilhelmus im Niederlaͤndiſchen Religionskriege U. 1564 wider den König von Spanien zum Aw wart iſt erwaͤhlet worden. Es hat aber Rolvo den gemelten Noritam an der Hever angegriffen, und ihn mir feinen Bölfern dermäßen gefchlagen, daß der Hederſtrom bintig geworden, And die Koͤr⸗ per der Erfchlagenen vi und wieder in demſel ben getrieben.
In folgender Zeit hat der K. Harald III. des Namens, den tapfern Freſtſchen Kriegesheld Ubbo, der oft in Juͤtland gefallen U. C. 260 angegrif; fen, und weiln er ihm großen Schaden hatte ger than, fih mit demſelben in Dandkang eingelaffen, doch ihn micht mit Wehr und Waffen uͤberwaͤlti⸗ gen fönnen. Und wie UÜbbo befunden, daß er nicht gewundet werden £fönnen, hat er mit feinem Krie—⸗ gesvolk verfchaffer, daß er zu Boden gefchlagen, gefangen und gebunden würde. Und weil der "König fih wegen feines Volks einer großen Ries derlage gefürchtet, dat er dieſen Mann, der fo männlich geweſen und ihn gefangen, fo lieb ge wonnen, daß er ihm feine Schwerter verehligt und zum Weibe gegeben, und ſich auf die Maͤnulich⸗
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feit und Erfahrung feines Schweftermannes fo fehr verlaffen, daß er oft das Wendifche Fand verheeret and die Slaven ihm unterthänig gemacher, bat auch durch deffen Unzeigung die Sachfen an der See überzogen, und mir Hilfe feines Heeres die Bölfer am. Nihein befchäger, und alles bis an den Rheinſtrom verheeret, und bis in Franfreich ges ranbert und gebrennet, und hat von diefem Zug in Sranfreich die Normandie wegen der Morweger den Namen befommen. Er bar fih auf Brittans nien gemender, den König Dombrotum erfchlagen, alle Empörungen in den Königreichen geftillet, und verhindert, daß niemand ihm einige Herrſchaft auf dem Meere, davon die Dänen die halbe Herrſchaft gu Waſſer und Lande (maßen auch gewifl: und unterfchiedfiche Derrfchaften ded Meers ſeyn, und die Schiffahre auf dem Meer und der Fiſchfang in demfelben nicht einem jedweden an allen DO ten frei ſtehet) ohne feinen Willen müſſen unter⸗ ſtehen. Es hat ſich auch diefer Ubbo hernach uns ter gedachtem K. Harald im Schwediſchen Kriege wider den K. Regnero gebrauchen laſſen, und nachdeme in demſelben viel Blut zu beiden Sei— ten iſt vergoſſen, iſt dieſer weidliche Verfechter der Daͤniſchen Parthei, nachdem er 44 Wunden von den Pfeilen empfangen, geblieben, darauf der Daͤniſche Haufen hat angefangen abzunehmen, dies weil fie ihren tapfern Dauptmann hatten verloren. Hernach feyen auch dieie Nord.Frefen mit dem K. Harald III. wider den Schwedifhen König Ringo gu Felde gezogen, wobei gleichwol diefer König Darald U, € 320 iji erſchlagen.
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| Da$ fünfte Capitel Bon der Augeler, Sachſen und Tüten Zug in Engelland, und wie daranf diefe Derter unter ° der Weſt⸗Freſen Bothmaͤßigkeit ſeyn gekom⸗ men, und von den Dänen angefochten | worden. |
Wenn man die Freſiſchen Geſchichtſchreiber nach— lieſet, ſo berichten dieſelben, daß um 400 Jahre ach Chriſti Geburt ſich das Volk in Welt: SreBs Sand ſo häufig habe gemehret, daß es daſſelbe Land nicht laͤnger habe ernaͤhren koͤnnen. Wes⸗ halben auf einem öffentlichen Landtage fen beſchloſ⸗ fen wurden, das nach Dem Geſetze der alten. Ire fen, fo ihnen Öffentlich vorgeſtellet worden, ſich em heil deffelden anderweithin follte erheden. Demi nach Hengiſtus und Dorias zu derſelben Heerfuͤh⸗ rer ſeyn verordnet, welche zween Gebruͤder guter Art geweſen, die aus einem vornehmen Geſchlechte unter ihrem Volke entſproſſen, manßen fie des um Alten Wodaͤ Nachneffen geweſen, von welchem Wo: da fait alte Könige Der barbarifchen Bölfer ihre Geburtslinie herführen, wie Saxo berichtet, und ‘welchen die Engl. oder die aus Sredfand in Enge and angekommenen Voͤlker für einen Gott geehret. Wie nun dieſelben Heerfuͤhrer diefer Voͤlker neue Wohnungen haben geſuchet, ſeyn fr endlich mit einer großen Menge Volkes in Angeln (fo eine ſonderbare Landſchaft in Suͤder-Juͤtland, und, wie wberwehne, von Angule, des erſten Königed im Dännemark Bruder, den Namen befommen, und
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damals an die Oſt- und Weftfee gereichet) gekom⸗ men, auch dieſelbe Landfchaft eingenommen, fie viele Jahre befeflen, und fich infonderheit mit See rauben ernähret, und feyn fie endlich, wegen ihres berühmten. Namens, vom den Brittannıern wider die Picten. und Schotten zu Dülfe gerufen worden.
Obwol aber diefer Bericht von andern vieler Ur— fachen halber zmweifelhaftig wird gehalten, fo iſt doch das: gewiß, daß beides alfe Europäifchen BL; fer um. die Zeit fat ihre Wohnungen und Sitze alfo verändert, daß ſich anigo fehier Fein Volk an den Dertern mehr aufhält, da es zur Zeit des €. Caͤſaris und Corn. Taciti kurz vor Chriſti Geburt aufgehalten,. und auch, daß: um diefelbe Zeit, als um A. C. 446, andere fegen 449, zur Zeit des Brittannier Königs Dit oder Bertigerii, und des Roͤmiſchen Kaifers DBalentiniani, die Brittannter, wie; fie fich Der Roͤmer Huͤlfe nicht koͤnnen beinäch; tigen, ale. die ihre Pegiones und Kriegsuölfer und Beſatzung um der Hunnen willen Frankreich zu bes ſchuͤtzen, aufgefordert, die Angeler, Sachſen und Juͤten wider ihre benachbarten Feinde die Schot— ten: und Picten um Huͤtfe angerufen Welche auch. unter vorgemelten Oberſten Hengiſto und Dor: fd. ſich nach Brittannien begeben, und zivar der Brittanier Feinde überwunden, doch ader unser dem Schein des nicht abgefiatteten Soldes in der Inſel ſeyn geblieben. Wie denn die Gewaltigen pflegen zu thun, daß wenn fie erfilich zur Defen: ſion werden gefordert, fie hernach gemeiniglich gar zu beiden fick angelegen feyn lafien, wie neben «den weltlichen Geſchichten der Gothen und. Longo—
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Barden, die anf folche Weile Ah des Welfchlans des, und der Franken die ſich auf gleiche Weiſe des Königreichs Frankreich haben bemeiftert, die heilige Schrift uns deffen Exempel vorſtellet. Und baben fie darauf einen Theil derfeiben Inſel den Schorten und Bieten eingeräumet, nachgerade nrebr der Sachfen, Türen und Angeler nach ſich gezo— gen, die Brittannier nnd fait die ganze Inſel ein: genommen, und in derfelben- unterfchiedfiche neue Königreiche anfgerichtet. Doc ift erfituh Horſus und hernach auch Hengiſtus vom Aurelio Aubro—⸗ ſio A. 474 in einer Feldſchlacht erleget, und iſt ihm deſſen Sohn Oſea im Königreich Renten fuc cediret, welchent gemelten Ambroſii Bruder Lehe: rius im Kriege umgebracht, deſſen Neffe Ethelber⸗ tus der erite chriſtliche König unter den Sachfen ift gewefen, und hat endlich Egbertus der 17te König diefer Voͤlker, den Brittannifchen und Saͤch— ſiſchen Namen abgethan, und das. ganze Land Eng: land geheiffen um U. C. 800.
Es ift aber Flar und unleuabar, daß, wie aus dem Englifchen Seribenten Beda, der um ZOO Fahr nach Ehrifti Geburt gelebet, zu erweifen, die - ‚in England angefommenen Biker feyn Juͤten, Angeler und alte Suchfen gewefen, die nad ges meiner Sage zu Tondern follen eingefchiffer wor— den ſeyn, maßen miche altein dergleichen Voͤlker nirgend alfo beifammen werden gefunden, ats bies figes Ortes, fondern auch der Engländer Fabius Quaͤſtor Etelwardus, fo von Wilhelmo Cambdeno wird angezogen, um X. €. 950 fihreibet, daß das -alte Angeland, fo zwiſchen Sachfen und das
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alte Gioten (das iſt Juͤten) gelegen, eine vorneh⸗ ‚me Stadt habe, die in der Saͤchſiſchen Sprache Schleßwig, anf Dänifch aber Hattby heiſſe.
Auch ifk endlich wahr, daß bei diefem nach Eng: kand geſchehenen Zug fi) auch Srefen haben gefuns ben, mie neben den Scribenten die ‚große Ver; wandtniß der jegigen Englifchen Sprache mit hier. figer Sefifchen folches befräftigen, und weil diefel: ben am Meer gewohnet, demnach ſolche Freſen bie Mercii, das ifl die Märfcher, in England feyn genannt, und von ihnen dem graßen Märsien, fo “on den Angelern, oder diefen Angel: Srefen ges fiftet, und Mediorum Auglorum Regnum if genannt, der Name fey zu gewachfen, und hat die Inſel Wicht van den Witiſche Freſen (den Widings hardern) den Namen befommen,
Gleich wie aber auch wahr iſt, daß nachdem fo viele Bölfer von hinnes nach Brittannien ge zogen, demnach, wie Beda ferner meldet, diefe Derter wuͤſte kiegen geblichen; als ft außer Zwei: fel falfch, daß daſſelbe Angelen bis auf Bedä Zeit ſollte wüjte geblieben feyn. Denk wann iſt jemahls erhoͤret wurden, daß ſolche fruchtbare Länder fo lange Zeit ſollten wuͤſte gelegen haben. Und mag er vielleicht gehoͤret haben, daß daſſelbe nach dies ſem Auszuge ſey wuͤſte beliegen geblieben, und weiln er nicht gewuſt, daß es mir neuen Einwah; nern, Die vielleicht zuerſt nicht fa berühmt gemes . en, und darzn m der U. 516 hernach ergange: wen hohen Fluch gewaltig gefehwächer, wiederum ſey befeget worden; ſo wird es gemeint haben, daß ſolches. won aller nachgehenden Zeit müßte
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verſtanden werden. Und daher iſt gaͤnzlich zu glau⸗ Ben, daß eben zu derſelbigen Zeit, wie die Angeler, Sachſen, Fürs oder Wirhländer, und mit ihnen die hiebevor feßhaftigen- Trefen in Brittannien ger zogen, und ihre Wohnung: wüuͤſte gelaſſen, ja wie faſt alle Europäifchen- Bölker: ihre Wohnungen ver: laffen und andere geſuchet, auch die Wert: Frefen ‘in diefer Cimbriſchen Peninſel fenn” angekommen, und die dden Wohnungen der- Angeler und Withen haben eingenommen. Und sie ihnen dag: fefte Land irgend nicht gefallen, die Seeſtrande, die fruchtbaren Inſeln und. Peninfeln, fo iyrem Baur terlande nicht unähnlich gewefen, bezogen, und da noch einige der alten Einwohner übrig. gewefen, Diefelben zum feften Lande haben hinein getrieben.
Dahero fich denn auch befindet, daß diefe Ge: geud nachgehends unter der Borhmäftigkeir der Weſt— Freſen gefommen, und bezeugen die Diftorien, daß. A. €. -456 der König Willhelmus vou den Freſen ſey erſchlagen, und U. C. 589 dieſe Nord-Freſi— ſchen Länder und Inſeln unter dem vierten Ste: ſiſchen Könige Beroaldo ſeyn gewefen, welcher A. 630 von Lothario II. K. in Franken iſt geſchla— gen, und ihm U. 633 zum Tribnt 6000 Ochſen hat gegeben. Darauf des gemeldeten Clotharii Sohn Dagobertis der KR. der Franfen U. 640 einen großen Krieg wider alle Frefen- geführer, hat diefelben gefchlagen und überwunden, und hat alle Freſen, die da größer und länger, nis fein Reitſchwert, feyn gemwefen, den Kopf laſſen abfchlagen. Hernach feyn diefe Derter unter dem mächtigen Freſchen Könige Nadbodo ‚gekommen, - welcher. vom
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Kt: Ommnd IL in Ding. iſt bekrieget und gefahr: gen genonmen worden, der an feines Stelle feinen Sohn Ynge zum‘ Könige der Frefen verordnet, ‚welcher granfame Iyrannei im Lande veruͤbet, und die neuen Freſchen Ehriften hat geplager und vers folget. Wie er aber nach fünf Jahren mit Tode abgegangen, bat 8; Omund ermeldeten Ki. Radbod aus. dem Gefaͤngniß erlaffen, und ihm ſein König: eich wieder übergeben, mit dem Gedinge, daß er ihm jährlich Schag geben follte,. und. iſt ſetbiges %. €. 669: gefchehen. Es hat aber derſelbe U. €. 692 feine NRefidenz und Hofhaltung auf Peitigs Iand anf der von ihm erbauten Feſtung Notenburg (fo auch fünften Foſtenburg geheiffen) gehabk Und hat derſelbe aus diefen nordländifchen Freſen ein Krieasserr aefammier, und. mit demfelben dem Fraͤnkiſchen Könige Dagoberto wider dem Carolo Maͤrtello treffliche Huͤlfe gerhatt, ind endlich ven ſelben geſchlagen, amd. mit des. Caroli Metelli Sohn, und des Carol: M. Vater, dem Pipino, König der Frauken, ſchwere Kriege gefuͤhret. Nachdem aber derſelbe, als det die nordiſche Abgoͤtterei ſtark getrieben, wegen der Verfelaung der Chriſten, und Verachtung des chriſtlichen Glau⸗ bens aus Gottes gerechtent Gerichte in ein dreis taͤgiges Fieber gefallen, dadurch ihm die ‚Kräfte entgangen, und. er A. C.718 ein Ende mit Schres den genommen, da ift Fresland von Carold Mars tello A.C. 732 bezwungen, welcher ihren 'Fürften Popponem erfchlagen- und: U. 734 ihre- Abgdtter weggemorfen, fie zum Chriſtenthum gezwungen, und weil bei vorgefallenem Streit wiegen Heilig⸗
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land zwiſchen den Schleswiſchen Herzoͤgen und den Stadern jene 4496 für ſich allegieret, daß Kleinfresland mit den anliegenden Inſeln ſchon vor 255. Jahren dem Schleswigſchen Herzogthum incorporirt geweſen, als iſt darans abzunehmen, daß der Koͤnig Gormo (der des Freſiſchen Könige. Radbodi Tochtermann geweſen) dieſes Kleinfres; land um das Jahr 741 an die daͤniſche Krone habe gebracht, und mit demſelben alſo capituliret, wie unten iſt zu leſen. Es haben aber die Freſen in folgenden Zeiten ſich unter dem erſten Teutſchen Kai⸗ fer Carolo M. (nach welchen ein jeder ſtarker Mann ‚ein Kerl iſt genennet worden); des gemeldeten Caroli Martelli Neffen ſich tapfer in allen vorfallenden Kriegen gebrauchen laſſen. Inmaßen denn die ges meinen Freſen dem gedachten K. Carolo Me in dem 33jaͤhrigen Saͤchſiſchen Kriege, fo U. 772 angegangen, wider Luderum, dem Herzogen zu: Sachs fen, treue Dülfe geleifiet, weicher Luderus der Däs ‚ nifchen Könige Siegfrieds und Gottrichs Schwerter Gewam haste geeheligt, und zu dieſen Königen U C. 767 und 784 in Bedrängniffen feine Zus flucht hat genommen, und endlich iſt bezwungen, und 2 785 den chriftiichen Glauben angenommen, fih som. Mainziſchen Bifchofe Lullo taufen, und - bei der Taufe Witichindam nennen kaffen.. Es bat auch derfelbe A. €. 789 mit. Hülfe den ge: meinen (daß. ift, ſowohl hiefiger, als aller andern) Freſen die Wenden. bezwungen, und an derer Ötatt die Meckelnburger eingeführes,. und etliche Aufruͤh⸗ rer mit Weib und Kindern. nach Siebenbürgen ‚und: Flandern (fo damals eine Wildniß und. un⸗
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bebauet Land geweſen) und Braband laſſen fuͤhren, von welchen die Flemminger und Brabander ihren Urſprung ſollen haben. Und weiln die Freſen mit ihren Deichen, und nicht mit den Aufruͤhrern zu ſchaffen gehabt, ſondern ihm dieſelben vielmehr haben daͤmpfen helfen, als hat er fir A: C. 795 im Lande: zu Hadeln bei ihren verbundenen und befreiten: Marfchländerm gelaffeın
Demnach aber-der. Dänifehe König Gottrich, der des 8: Radbodi Tochterſohn geweſen, die Meck— lenburger überzogen, und derſelben Herzogen Thraſicum- in deſſen Hauptſtadt Rorich durch. die Seinigen laſſen erwürgen; da hat er auch. zugleich die Freſen (welche es mis dem. K. Carolo M: wi: der den König: gehalten, und: die er in der wider den König über. den Stöhr: erbaueten Suadt Eſſe⸗ feld, fo: Fuehoe zu diefer Zeit wird gemennet,. nes ben andern zur Beſatzung gebrauchet) angegriffen, diefelben U. 795 mir 200 Schiffen zu Waſſer ane gefallen und beziwungen. Duranf em feinen: Bru— der Siegfried über. fir geſetzet, welcher dizfelben fehr hat belaͤſtiget, und die von ihm beherrfchten Fre⸗ ſen dahin gezwungen, daß ſie zum Zeichen ihrer Umterthaͤnigkeit die Thuͤren ihrer Käufer: nach. dem Norden, nad zwar: fo. niedrig müffen bauen, daß ſie, wenn fie- ausgehen wollen; ficb allewege gegen den nordifchen König buͤcken muͤſſen. Dazu. bat ‚er ihnen: 100 Pfund Silbers (ſeyn 1600 Reichs⸗ thaler) abgeſchatzet, welches nicht fo gar- ein. ſchwe⸗ zer abs: ungebräuchlicher Tribut geweſen. Deun man bas erfilich ein Bau in 240 Fuß lang auf : gesichtet, ‚weicher in. 12° Unterſcheiden getheilet,
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und ift zwiſchen einen jeden LO Fuß laug Raum gelaffen, damit fich die Länge mit der Weite vers glichen. In diefem Gebinde har der Fönigliche Zingmeifter an einem befondern Ende gefeffen, gegen welchem: über ein runder Schild gehangen, und ift die Gewohnheit gewefen, daß ein jeder Freſe, ſo feinen Tribut geben wollte, denfelben indie Höhle des Schildes. geworfen, und habe denn der Zins: meifter eben aufgemerfet, welcher Zins im Einwer⸗ fen am meiſten flingere, als welchen er inſonder⸗ heit, dem Könige zugehörig erachtet... Daraus denn entfianden, daß der Zinsmeifter allein den Tribut ind Königd Saͤckel berechnet, fo. von werten am meiften, geflungen. Und fo einer fo. faut- nicht hinein geworfen worden, fo hat: er venfelben. wol in. den Pfennigſaͤckel angenommen, er hat:aber die Hauptfummen micht vermehret. Und merk der Zinspfennige- viele ohne fonderlihen Klang ſeyn hinein geworfen, als: fep dadurch eben. niek Geldes vergeblich. verthan- worden. Jedoch hat: bernach der K. Carolus M. diefen K. Gortrich: durch den : Bifchof zu: Bremen, und die gemeinen. Srefen U. «€, 808. wieder- in. fein Deich gejaget,. und die Freſen von: dieſer großen Schatzung, fo- man -Ktipfchild. geheiffen,. befreiet,. weiche am deſſen Statt: demfelben: den. vierten Mennig zu Bali, ſuh haben verpflichtet.
Es hat aber dieſer K. Gottrich in ——— Kriege mit dem: K. Carolo M. die Schutte oder den Wall. von. der: Schkei nach der Eider zwei Meilen: lang, erſtlich laſſen auftwerfen, weiche die Koͤniginn Thyra (fo. des Königs: Ethelredi in Eng:
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Sand Tochter, ‚und des Dänifchen Königs Gormo; ni8 Gemahlin gemwefen) weil ihr Herr mir auß; laͤndiſchen "Kriegen befchäftiget, beſſer laſſen auf; führen, und mit. tiefen Graben wol verſehen, da; durch auslaͤndiſche Einfälle zu verhäten, und die endlih vom K. Waldemaro I. und ver K. Mars garetha (fo fonften fhwarze Margareth iſt genannt worden) A. 1164 mit Mauren iſt verbeffert, und wird folcher Wal daher das Dannewerk geheiffen. Dergleichen Wall auch K. Severus weiland zwifchen England und Schottland, von einem Meere zum andern in die 133000 Schritt oder 33 Meilen um U. €. 207, daffen aufführen, fo der Severs— wal iR genannt, und hat Dercyllidas -alfo. den Eherfonefum mit einer » Mauer wider: Die Ihras tier verwahret, und Miktindes den Iſthmum von der Stadt Emmdia’ adgefihloffein, und it abjonder; lich diefem Werke am Ahnlichften die Mauer, da; mit Kerres den Geiopamerun von. — hat abgeſondert.
Nachdem aber K. Gottrich von feinen — Trabanten iſt erwürget, und an deſſen Statt feir ned Brudern Sigfried Sohn, Henning, König in Dännemarf iſt geworden, da hat derfelbe niit dem 8. Carolo M. oder, wie andere wollen, mit def fen Sohn dein K. Lndovico I. Frieden gemachet, und iſt in folchem Friedenſchluß der Eiderflaß zur Scheidung zwifcben den Dänen und Sachfen erfi mahls A. C. 810 verordnet, fo hernach auch vom K. Seiderico A. 1214 belieber, und von Papſt Alexandro IV. U. 1257 beftätiget worden.
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Das ſechsſste Capitel. Vom erſten Zuſtande dieſes Nord-Freßlandes.
Daß dieſe Gegend vor der Freſen Anfunfe in diefetben fait oͤde und wuͤſte wewefen, folches iſt außer allem Zweifl. Denn ob wol die hohe fandigre Derrer, fo auf Föhr, Silt und Amrum, wie auch anf Heiligland nnd in Eiderſtedt fich befanden, biebevor moͤgen bewohnet fenn, daher man Auch durch des Prolomei tres Saxonum Insulas oder drey Inſeln der Sachfen, Buſen ın Ditmarſchen, Peiligland und Nordſtrand will vers “ fanden haben, und ber Meinung ill, daB dev Sachſen Rahme für der Frefen ſey gefeget, fo hat ſich Doch zwifchen denfelben das flache Feld gefunden, welches niedrig geweſen, und darinnen allerley Morafie und Suͤmpfe gelegen, in welchen das Schiff uud Reitgras aufgewächfen, und Baus me und Straub zufammen getrieben, welches fih in der Verrotiung zufammen gefeget, und nach gerade ift verharter, und va man das Wafr fer allgemaͤhlich abgeführere, zu ſolcher Marerie, daraus man das Torf graͤdet, iſt gediehn, wel— ches denn auch Zwerfels frey von der Berdürs zung den Rahmen Terig vder Dorig (gleichfam dürrig) wird empfangen haben Und iſt folches gläublicher, ald das daſſelbe, mie einge vorgeben, in der Sünde oder einer audern Fluth hieher aus Island follte getrieben feyn.
Und ob wol diefe Oerter eins Theils hiebevor fo nahe an einander gelanget, daß man von eis nem zum andern über Stöde, Weberbäume und
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gelegte Steme har gehen koͤnnen, fo ſeyn doch Diefelben von denen durch dieſelben flieffenden Waſ⸗ fern hin und wieder zertheilet geweſen. Inmaſſen durch veifelben gefloffen 1. der Deuerfrom, weh cher von den Scribenten Hleverus und Hyvarus wird geheiflen, and von dem alten Freſchen Wor—⸗ te Aber, dad fo viel ald ein ostium oder Waf: ſers Ausgang bedeutet, aft benennet. Wiewol am dere berichten, daß er feinen Namen vom Haber babe. Maſſen ſich begeben, daß einer über einen Weberbaum, fo über diefen Strom gelegen, mit einem Sach Daber gehen wollen, und den Sad base Fallen laſſen, daher er feinen verloenen Dar der beflager und geſaget: O min goe hever! und habe daher diefer Strom den Namen eupfam gen. Es ift aber derfelber ein Einwich zwiſchen dem Noröftrande und Peninſel Eiderftede, fo weis land feinen Lauf gehabt aufs Welten Poppenbuͤil, und atfo für 500 Jahren Uchhelm von Ever Schup har abgefihieden, und will man, daß eben diefer Strom auch die Derden im Nordſtrande unterſchieden Habe.
Darnach auch 2. der Flauß Milda, weicher au den Saxone nicht unbekannt geweſen, und ans der Oſterſee bey Milftere allgemach zwiſchen den Aeckern nach dem Süden hinunter gefloſſen, und Fb in die Norder-Eider, und endlich mit derfel Gen in der See bat ergoffen Und iſt diefer Fluß diefem feinen erften Lauf nach, ehe er bey Eins zeichnung der Legelicheit nach Der Huſumer Auen iſt abgeleitet, die Schewwung zwifihen den Landen Schlefwigifchen Theile, und dem Lande Eiderfieds
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geweſen, fo aber anſetzo durch der Menfchen Haͤnde alſo iſt angefuͤllet, daß deſſen Spurzeichen faum mehr zu finden. |
‚Serner iſt 3. an demſelben wefloffen der obge—⸗ dachte Eiderfluß, deffen Norderarm (mit welchen ſich die Thren Hat conjungiren) in unterfchtedliche Ströme ausgebrochen, And fi in den jegund fe genannten Peters: und Badenfögen hindurch nach Rießbuͤll und Dingsbill, und endlich. in dev Leger licheit mit der Mitde Hat conjungiret, und ifl mis demfelben ferner in vie Hever geflofien, die ſich wieder mit derfeiben in der See haben ers goffen, fo daß idiefer Eiderſtrom dad ganze jetzt fo genannte Eiderharde umfloffen, und daſſelbe von Uthholm har unterfhieden. Und vb wol ſol— cher Eiderſtrom anfangs. gar klein geweſen, und ſich in der Hever ergoſſen, fo iſt doch derſelbe A. 1338 alſo, wie er jetzund befindlich, erweitert, weil dazumal erſtlich Eiderſtedt und Dithmarſchen recht durch einen andern großen neuen — von einander ſeyn geriſſen.
Weiter 4. die Haſumer Aue, — wol weir band nicht gar tief und breit mag geweſen ſeyn, daher auch U. 1597 ein Theil deſſelben von news em anfgegraben, und an erswohin geleitet. toder den, doch hiebevor die Waffere, fo von. Wittbeck in :diefelbe herunter laufen, zwiſchen Lundenberg ad dem Strande nah der Dever hat hinaus geführet.
Ueber das 5. die Hattſtetter Aue, fo von Ar⸗ lewat herunter kommt, und durch die Haͤttſtetter Marſch ſich in die See ergeußt, welche ihren Lauf
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weiland nicht mach dein Siden gehabt, maßen Morditrand dafelbft landfeſt gewefen, fondern nach dem Nordweſten herum gelaufen, und fich zwifchen Biltring: und Pelwormerharde weiland in. die Des ver bat ergoflen.
ı Und endlich 6. die Soholmer Ane, weiche auf Waygaard zukäuft, und fich gleichmäßig daſelbſt im die See ergießt, die auch vermuthlich mweiland ihr zen Lauf nach der Hever gehabt, dieweil befindfich, daß noch alle Waller dieſes Drtes nach dem Si den zulaufen, und der Auslauf zwifchen Föhr und Spit nah dem ſchmalen Tief erfitich U. 136% anf RNeujahrsnacht iſt eingeriffen.
Dazu ift auch leichtlich zu ermeffen, daß behal⸗ ‚ben die hoben Oerter das uͤbrige Land dieſer Ges ‚gend weiland eine müfle See gemwefen, wenn man ‚berenchter die Baͤume, fo in der Erde. befcylicker, ‚und oftmals aus derfelben herausgegraben werden, «die Ribben des Walfifches,. fo man tief anf der Lieth mehr als ein Klafter fieher unter -dem Lande ‚shervorragen, wie auch die Muſchelſchalen, Sehne: ckenhaͤuſer und dergleichen, fo allenthalben tief in ‚der Erde werden gefunden. Nun aber ift unglaubs lich und wider die Natur, daß. folhe Mufcheln im edirrem: Erdreich ohne Waffer wachfen mögen, weil anfangs in derfelben Schalen lebendige Fifchlein üfeyn vorhanden, die aus der falzen See aufgeho; det, gekochet und gegeffen werden. Und ob mir «wol mweiland von einem benamten Medico iſt ge— „redet, daß fie wenig Nahrung geben, fo hat man »doch nach A. 1634 ergangner Fluch befunden, ddeß ihrer viele mit derſelben fih ‚den Winter
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durch erhalten, nnd Fa ohne Brod und andere Speife allein durch dieſelben feyn ans Gottes fons derbarer Gnade ernähree wurden. Ja die Auſtern fo bey Split gefangen, und dahın as England um A. €. 1020 auf Vrrordnung des Din. Norm. nnd Engl. Kin. Canuti FL wid Magnt follen gefuͤh⸗ ret und gepflaͤnzet worden ſeyn, werden dey Hofe für ein Herreneſſen geachtet. Wenn nun ein folr ches Fiſchlein ſtirbet, fo verduͤrren die Schalen, und wer en dom Winde aus dem Waller anf dei Schlick (wie alfo der Boden geheiffen wird, ‘wenn das Waſſer durch die Ebbe iſt abgelanfen ) nicht allein uͤberall, fondern auch an erlihen Dertern beſonders zuſammen getrieben, Daher Die ‚Kamp: baͤnke enejtehen, dergleichen fich bey Sudfall, Buth—⸗ wehl und vielleicht auch anderweit gefunden, wo— von man einen ſchoͤnen und feſten Kalk kann brens nem. Weil demnach ſolche Maſcheln, Schnecken und Anſterſchalen hin und wieder ſich zu 2,3 oder 4 Eien unter der Erde laſſen finden, als iſt dar— aus zu fihließen, daß die hieherum ich befindenden niedrigen Derter vormals ein gemeiner Schlick, daruͤber weiland Ebbe und Fluth taͤglich gegangen, muß geweſen ſeyn. Welches dean auch mit Spurs zeichen der alten Tiefen inserhalb Landes, und ‚dergleichen mehr, ſattſam kann erwiefen werden. Wie nun aufer alten Zweifel durch die Ergiefs fung der Waſſer diefe niedrigen Derrer zu ſolchem Suftande gerathen, als iſt ganz zweifelhaftig und ungewiß, wenn und mie daffelde von Zeiten zu Zeiten gefhehen und zugeganzen. Und irren Dies jenigen außer Zweifel, die defen Anfang in das
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500. Jahr nach Chriſti Geburt wollen ſetzen. Jn— niaßen fie denn berichten, daß U. C. 600 eine Eng: Afche Königin, Barhören geheißen, aus Urfachen, Daß ein König and Daͤnnemark ſich verſprochen, fie zu Heyrathen, und ſie nachmahls Habe figen laffen, die Hoͤveden zwifchen England and Frank⸗— reich, auf 7 Meilen fich eritrecfende, durch 700 Mann, fo ganzer 7 Jahre daran follen gearbeis ter haben, laſſen durchhanen, in Meinung, aue, dem Könige in Dännemarf zugehörigen Länder, anf ſolche Weife zu ertränfen und zu verfenfen. Daher dur Einftärzung der Weſtſee dieſen Läns dern Ein merflicher Schade ſey zugewachfen, daß zwiſchen der Elbe nnd Riperfurt in die 100000 Menſchen ſollen erfäufet feyn. Es fol auch um dieſelbe Zeit das Mohr ans Island mit dem nords weiten Wind an. einem großen, dicken und finſtern Walde, fo der duͤſtere Damswald geheißen, und in welchen fih weiland viele ungeheure, milde Thiere aufgehalten, feyn angekommen und fich auf gedachten Walde niedergelaffen haben. - Woher man noch große lange Eichenbaͤume mit ihren abs gefallenen Früchten in die 12 bis 16 Fuß tief unter dem Mohr finde, derer Spigen fih alte nach dem Südofien gewen’et. Und follen noch heutiz ges Tages im Kirchfpiel Niebüh einige Dänfer ſtehen, fo von dem Holze aus obgedachtem Walde ſollen gebauet ſeyn. Unddamit folches Niemand fremd -Vorfommen möge, fo mag der:Lefer im 1. Theil - der. Befchreibung der Niederlande Jacobi Meiers S. 278 finden, daß bey St. Onier in Artois vie; RNe Eilaͤnder in einem Pful oder See. liegen, Die
hin und: wieder ſchweben und mit Graß und Bäne ‚men ſeyn bewachſen, und wenn man ein Tau:oder „Strick an einen Baume feſtmachet, man dieſelbe ‚hin und her koͤnue ziehen, obſchon dieſelben kp groß ſeyn, dab auf. etlichen unzaͤhlige Kühe und Schaafe weiden. | Audere aber berichten hievon, daß, wie vor etli⸗ schen Jahren eine Königin von England mit den Aqui⸗ taniern, Ger: und Hollaͤndern große Kriege 198 ‚Führer, und diefelben nicht habe fönnen bezwingen, „bis ‚fie die Hoͤveden zwiſchen England nnd Frank⸗ reich laſſen sdurchhauen, da ſollen Die Laͤnder alſo untergegangen und zur wuͤſten See geworden ſeyn. Doch ſollen die Srefen, fo naͤchſt am Meere gewohnet, seinen Theil derfelben bay kleinen Koͤgen wieder. eins vgeholet: haben, weshalben fie von Carolo M. beſon⸗ siders follen privilegirer'worden: feyn. Welches alles sauer Zweifel falſch if, weil daſſelbe ans feinem bewaͤhrten Sceribeaten kann erwieſen werden, und Idarzu der Zuſtand diefer Dexter und Der Zeit das ; widrige erweifen.. Denn ja, wie Nom im Flor geweſen, und lanze hernach zur Zeit des K. Par driani Britannien von Ptolomaͤo ſchon seine In⸗ ſel wird geheiſſen. Und obwol dieſem zu helfen, jewand: fagen möchte, Das wol habe ſeyn fönnen, daß nicht ferne von der Gee Diele Länder ein wuͤ⸗ ſtes und unwegiges Gebirge möchte zuſammen ges figet haben, und weil miemand uber demſelben habe reifen Fönnen, fo haben Die Scribenten, die “die Laͤuder wicht ſelbſt durchgegogen, es eine Infel bleiben. laſſen, fo dar man. doch Nachrichtung, ‚Daß Julius Agricola, welcher zur Zeit hes Kaiſers
SB: Brei Veſpaſtani um U. €. 79 Britannien bezwun⸗ gen, der erjie gewefen unter den Römern, der da; befunden, daß Britannien allenthalben mit. Meer umgeben wäre. Und obwol auch Leonora Öuiliele . mi. VL des Fuͤrſten in Aquitanien) md: der Pictem einige Tochter und. Erbin, fo von Ludovico VII. 8. in Frankreich, deſſen Gemablin ſie geweſen, iſt verſtoßen, und er ihre Lander eingenommen, bis ſie vom Henrico IE. K. in England, „den: fir. here nach geheirathet, durch ihren Rath, nach vielem, Blutvergieſſen, A. C. 1153 wiederum ſeyn ge wonnen, fo kommt dieſes doch weder mir dem Nas men noch mit der Zeit uͤberein, und iſt dazu auch Earolus M. ſchon A. C. 814: den 28. Jan. oder wie andere ſetzen 3465 den 30. Des geſtorben« Bleibts demnach dabey, daß die Freſen dieſe Ders ter in ſolchem Stande gefunden, und dieſelben durch die vor ihrer Ankunft ergangenen hohen Fluthen ſehn alſo zugerichtet. Auch in ſolcher Waſt ſerflnth, das Mohr aus Island oder mie andere wollen aus Schottland hieher fen getrieben. Dem deſtomehr zu trauen, weil man berichtet, daß nicht allein das meiſte Bauholz, davon die Haͤuſer in Rieſummohr ſeyn gezimmert, nachgerade unter Dies ſem Mohre ſey gefunden und ausgegraben wort den, ſondern auch wre der Landvogt Thomas Dety leffen vielen vornehmen Leuten 1679 in meiner Gegenwart zu Schleswig: hat erzaͤhlet, noch % 1668. unter demfelben Mohr iſt ein Wagen ger fünden darauf ein langer Balken gelegen, worin ein Beil gehauen geweſen und. da man weiter fortgegraben. zur Seite „dei Wagens die Gcbeing
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des Fuhrmanns und vor dem Wagen die Ge ringe det Pferde gefunden. £
Demnach nun die Frefen hHiefeldft — haben fie aufangs ſich auf die hoͤchſten Oerter ges ſetzet, und das beſte Land gebrauchet und bebauet, die Tiefen und Moraͤſte aber liegen laſſen. Und weiln dahin der Sumpfigkeit wegen kein Vieh kommen koͤnnen, als feyn: dieſelben mit Ellern, Birken und andern Buͤſchen, Rohr, Schilf, Schneid graß und andere Waſſerkraͤuter, und nachmahls mit Gras und Heide bewachſen, welches ſich in der Verrottung zuſammengeſetzt, und. nachmahls der Terig (fo ſich faſt uͤberall in dieſem Nord-Frese lande weiland hat erſtrecket) daraus iſt geworden. Und weiln in vielen Jahren Feine hohe Fluth iſt er—⸗ gangen, und immittelſt die niedrigen Oerter nach ge⸗ rade angewachſen, da ſeyn die Leute ſicher gewor⸗ den, und haben ſich (wie auch noch wol geſchieht) auf ebenem Felde zu wohnen begeben, ob ſie gleich dazumahl keine Deiche gehabt haben. Weshalben fie denn auch in der A. €. 516 ergangenen ho⸗ heu Fluth, für weicher man einen lebendigen Dei ring in einem Sode oder Ziehrbrunnen gefangen, defto groͤßern Schaden gelitten, da. das Waſſer Aber ganz Fresfand ergangen, und über 600 Mens ſchen und vielmehr Vieh dadurch iſt ertrunfen. Dieſe Fluth hat’ fie gelehrt, die Werfe, fo ſchon über 500. Jahr zuvor im Gebrauch geweſen, def fer aufzuführen, und das Land durch Einholung und Bedeichung neuer Köge mir Dereulifcher Aw beit zu vergroͤßern, und folches deſtomehr, nach dem A. & 720 fchier ganz Friesland untergan⸗
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gen. und in bdemfeißen bei 100,000 Menſchen feyn ertrunfen, megen dem Schimpf, fo dem heil, Sacrament vom einem Fechter fol angerhan fen. Denn: wie- außer Zweifel falfıh if, daß man vor A. 41354 dieſer Qerter feine, Deiche gehabt, alfo ıfl hingegen wahr, daß obwohl die Einwohner diefer Gegend: den Winter über in Waffer gefeffen, dens noch fie. ihre-Sommisrdeiche gehabt, die jie irgend 8 Fuß hoch haben aufgeführet, damit, fie eine Sommerfluth abhalten Fönnen. Und meiln dag Eiderſtaͤdtiſche Land durch. die vielen ſich darin bes findenden, Stroͤme ift zertheilet gewefen, ats finder man KRadwichtung,. daß: im erſter Bedeichung def Felbem-diefe Drduung ſey gebalten, daß anfangs in Everſchnp S. Johannis Koog zu: Poppenbuͤll, als ein eben hoch Feld, darin keine Reviere ger funden werden, U C. 987. ſey eingenommen, und darauf ferner der Tetenbüller Kircheukoog U C. 995. und nach diefen U. C. 1000 der Tetenbuͤl— ker Südoſterkoog eingeholet, und alſo Eiderftädt an Everſchop ſey landfeſt geworden. Auch iſt zwi— ſchen dieſen Kögen nur ein kleiner Abwehr geleget worden, auf. daß. dem Waſſer im Ands und Einfallen der Durchſchnitt verhindert wurde. Und iſt merklich, daß der Norderdeich von dieſen beyden Koͤgen vor der. Hever, und: der Suͤderdeich von denfelben vor der. Eider gefihlagen, zum. kräftigen Zeugniß, daß diefe beyden Koͤge aus. der Eider und. Dener gedeichet. ſeyn. Darnach iſt der Oſter⸗ hever Scherfenbüllerfoog U. €; 1008 und Marne oder. Martenfoog A. €: 1100 bedeichet,. und ifl dadurch auch Uthholm mir Eiderftädt. landfeſt. ges
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worden, anſetzo andere nach und nach eigehotere Köge a a a ?
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Das fiebende Cusisin Bon Abtheilung des Nord Freslandes
Nachdem die Freſen bei ihrer erſten Ankunfe an dieſen Oertern anfangs ihren Negierungsiik auf Heiligland genommen, da ſeyn ſie ferner nach gerade in Eiderſtaͤdt, Nordſtrand, und nach Foͤhr, Sylt, Wiedingharde und Tondern geruͤcket, und haben auch ein Theil des feſten Landes elubekom⸗ men, fo daher die Freſche Vorgeeſt iſt “genannt worden. Alſo, daß fie dadurch. drei beſondere Landfchaften, nemlich die Lande Eiderftädr, Eber⸗ {hop und Uthholm, 2. die Siebenharden, und 2. die Geeſtharden haben befeget. Solche Lande ha— ben fie ferner in unterfchiedliche Harden- gethedet, und in einem jeden derſelben beſondere Gerichts; fielen: aufgerichtet. Und will man, daß. diefes Wort Harde feinen Urfprung. babe von dem Wors te Recht, melches weiland in Dänifcher Sprache möchte Rid oder Rit ausgefprocdhen worden ſeyn, wofür das H kommen, alfo dad, wie man fir Roß Hors, für Roſenfelde im Herzogthum Bremen Herſenfelde, fuͤr Ripershold Hripeshold geſprochen und geſchrieben; alſo auch Hrit oder; Herrit dem Laute nach entſtanden, fo ein Stuͤck Landesl zu: fammt den Einwohnern deſſelben bedeutet, ſo wiel zu einer Dingftelle gehörig, und auf Griechiſch Nomos wird. genennet. Und ſcheinet andy: däß
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das Engliſche‘ Wort Schire mit demſelben eimt Verwandtniß habe, welches Wort eigentlich ſo viel als ein Theil oder zertheiltes Stuͤck bedeutet, und herkommt von einem: alten Saͤchſiſchen Worte ſchire, oder vielmehr. Freſchen Worte. fcheeren,, dass iſt, zerſchneiden und zertheiten. Wie denn. auch: die Haltigkänder dieſer Derter: im gewiſſe Scheeren oder Beſcheerungen abgetheilt werde; Andere aber derivi⸗ ven: das Wort: Hard oder Dardeh; von Däer: (fo ein Kriegeöheer) und 80 (fo: eine Beſatzung bes Deuter): daß. alſo diefe Länder weiland in gewiffe Legiones, die Harroth geheißen, und in Schwedeh mehreutheils Hundrat oder Hundert, zumeiten auch Herrath genannt werden, ſeyn abgetheilt geweſen. Und. obwol ſolche Abtheilung dem: 8: Haraldo Blatand wird zugeeignet, ſo beweget mich doch zu landen, daß dieſelbe eine von den: Freſen ſelbſt beſchehene Abtheilung und Verordnung: ſey, weiln ich befinde; daß die Mandaten, fo in’den Harden feyn: ausgeſchrieben worden, -Heribannn, ab. heir, "gtiod: exeroitum, &: Baum, quod iussum‘f. 'edietuim, it: poanam: signiſicat, das: ifl,- vom Heer. oder: Kriegsheer, und Bann, fd einen: Ber Fehl und eine Strafe bedeutet, von: den alten: Fre⸗ fen: ſeyn geheiſſen. Dahin auch folgendes. altes Sreſtfches Gefeg deutet: Hot is riacht, alder Di. ftia Frefena. err Pond wird ervis Haet, ven zynre waer, dat hp: hors eh wepen Halda fhikirhi:da Landwer ꝛc. Das an: Es iſt⸗ rkocht, daß ein: jeder freie: Freſe, fo 30 Mund werths Erbe: in: ſein Gewahrſam⸗ oder Ber Pi has derſelhe Pferd und Waſſen halten ſolbl zur
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Landwehr und fo er das nicht hat, fol er am: Richter 2 Br. verbrochen haben.: Wer 20 Pf. an Landgut befiger, der ſoll Kange Gewehr zur Lands wehr haben oder 2 Pf. büßen, wer 12 Pf. ber figer, der foll ein Spied und Schild zur Landwehr haben oder. + Pf. büßen, wer. weniger befiges fol einen Köcher und. Bogen jur Landwehr haben. Es haben aber die Freſen die an dieſen Orten eins genommenen drey Landſchaften folgendermaßen abges theilet, daß nachdem fie anfangs in Eiderſtaͤdt ans sefommen nnd befunden, daß die Ströme und Waſſer daffelbe ſchon vor ihnen in drei Dampreheile abgerheiler- (welche ‚wider anderer Meinung von ans dern: für. des Ptolomaͤi drei. Inſeln geachset wers den) fie es auch bei ſolcher Abtheilung haben: ges laſſen, und weil fie daſelbſt zu Schiffe augekom— men,. haben fie ſowol im. großen Einflegel alter dreyer Darden drey Schiffe, ats in. den beſon⸗ dern Giegeln einer jeglichen Harde ein Schiff bes fonders geführer. Und iſt die: erſte Darde Eiders ſtaͤdt, ader Eiverharde, gleichfam dad Geſtade oder Harde an der Eider geheißen, „deffen Einwohner ‚Eidermauned find geneunt worden. Die andere iſt Urhholm, fo: geheißen von Eith oder Udo, das if, vom Waſſer, damit dieſer Holm. umgeben, ‚oder, daß es der uͤterſte Holm des Landes gemes ſen, deſſen Einwohner die Uthholmer oder. Holmer ſeyn geheißen worden, welcher Theil auch weiland Uchland und Süderſtrand iſt genannt, fo weiland bis an Heiligland hinaus hat gereichet, wie es MWhannes Meyer ir feinen: ausgegebenen Landta⸗ Feln mit allen weiland darin gelegenen Kirchſoie⸗
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len (ſo vor fangen Jahren mit dem zum Heitig—
lande gehoͤrigen Kirchſpielen, vom Meer ſeyn weg— geſpuͤlet) nach Anweiſung des vom Biſchof zu Kor penhagen ihm sersheileten Abriſfes von dieſem Nords Fresland hat vorgeſtellet. Die dritte aber Ever ſchup, oder Averſchup, fo genannt, von dem daran laufenden Heverſtrom, und iſt ſonſten Me Norder— harde, und deſſen Einwohner die Ngrderhardesmang genannt worden.
Die andere Pandfchaft des -Nord:Fresiandes ber greifet die Siebenharden, von derer Anzahl alfo geheißen, ſo auch. hernach die Schiffharden ſeyn ger nannt, weil man damals zu. Schiffe in denfelben bat. muͤſſen hinüber fahren, da man zuvor wol zu Fuß zu denfelben.. and einigen. Oertern der Eider— ſtaͤdtiſchen und Geeſtharden, zmifchen welchen fie gelegen, hat gehen. können, mie davon der große Derrmeg, ſo von Pilworm in den Schlid hinaus Kauft, und. bei. Weſterhever in Wehholm wieder zu Sande kommt; das Kirchſpiel Ulvesbuͤll in Everſchop, ſo in den alten Regiſtern zn Edamss harde wird gerechnet; wie auch der Hammer: oder Strudsweg, fo von Schobuͤll in den Schlick aus kauft, und gleich auf dem. Kirchſpiel Hamm im Strande zugehen; . der. Volksbuͤller Weg, fo- auf Ockholm zulaͤuft; das Kirchfpiel Mohrſum, fo weis land zur großen Probſtei iſt gerechuet; die Kirche Ockholm, fü chemals zu Biltringsharde hat gehöret, und dergleichen. mehr: deffen klare Anzeigungen geben. Es ſeyn aber ſolche Siebenharden folgende: 4. Lundbullingharde, ſo alſo von dem Kirchſpiel Lundenberg geheiſſen. 2. Edomsharde, vom er⸗
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trunkenen Kirchſpiel Eierdam alfo: genannt fo auch weiland die. Bohlharde iſt geheiſſen worden, weiß faſt alle Kirchſpiele derſelben ſich anf Bohligeendigenn 3. Pıtwormbarde, ſo von Pell und Worm, als Stifter der Hanptkirchen daſelbſt iſt benamet. AL Biltringharde, vom Kirchſpiel Biltum alſo geheißen/ davon das von den Amſugern an ſich erhandelte Buͤllingland noch einige Anzeigung giedt. 5. Wie⸗ drichsharde, fo entweder gleichfamn Waſſerharde iſt geheißen, weil ſie hiebebor voller. Seen und Waß. ſer geweſen, die auch hernach zu deſſen Zerreiſſung Urſache gegeben; oder, weil ſie gute Viehweide ges babe, Viehereichsharde, oder von: dem in demfels ben belegenen Wieckholm ift genennet mwordeni 62 Diierharde, darunter Föhr: und Dambrum oder Amrum, welche weiland Bargharde find geheißen; und Sylt, fo auch weiland eine beſondere Harde geweſen und: die Nordweſterharde iſt genaunt wors den, haben gehoͤret. Und 7. Boͤckingharde, alſo von: derſelben vielfältigen. Bächen. und: Fluͤſſen ger nannte, ſo durch den Daͤnnemarks-Graben, welcher; tote: man: verinucher, zur Zeit: des Ko Eriei gegen die Holſteiniſchen Grafen aus Aventoft:See in: der Soholmer Aue iſt geleitet, von Karrharde wird gei ſchieden, und etlicher maßen befejüiget: : Wornächft gelegen iſt 8: die Horsbuͤllharde, ſo alſo von Hors buͤll iſt geheißen, und itzund mehrentheils Wieding⸗ harde wird aenannt, welche ſich bis an Tondern, als der Freſchen Grenzſtadt, nach dem Norden ers ſtrecket, und ſich anch in vorigen Zeiten zu den Siebenharden gehalten, und —— billig den⸗ ſelben allhier beygefuͤget wid.
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Die dritte Landſchaft deſſelben begreift die an der Geeſt liegenden Harden, ſo in Koͤnig Abels Hiſtorie die Norderharden in Anſehen ihrer Gele— genheit gegen Oldenswort, da der Koͤnlg damals gelegen, und ſonſten die Goesharden ſeyn genannt worden, entweder von dem Worte Gow, gleichſam die Gowsharden, oder, Das glaͤublicher ſcheinet, ‚bon der daran liegenden Geeſt oder Goͤſt, welches ſo ‚viel heißer, als Dürre, rocken, oder feige (das ber die gofe Eibe bey Hamburg die nunmehr halb verfiegene oder ausgetrocknete Elbe genannt) ger heißen, weil fie mehrentheild an und auf der Fre— chen Borgerft gelegen. Wie denn diefer Suich.anf der Geeſt an der Seekannt won Tondern bis etwa Treja gelegen, und folgendes hinunter an, der Treen die Freſche Vorgeeſt erwan ift genennet wors ‚den. Deſſen Harden feyn 1. Sundergoßharde, „2. Norgoßharde, fo beide vo. derer ſuͤdlichen und nördlichen Gelegenheit alſo ſeyn geheißen, gleich ‚wie auch Sunder- und Norburg u Alſen daher ‚alfo ſeyn genannt, daß jene die Säder, uud dieſe ‚die Norderburg if. Und was die Srefen jemals 3 in Kehr: over Karharde, fo vom Dorfe Kars „Jum den Namen befommen, mögen’ befeffen haben, —Dieſe in benannten Harden wohnenden Frefen haben alle miteinander ein ſtarkes Buͤndniß unter ‚einander gehalten, und allewege in allen vorges Saufenen, und einem oder andern Theil getroffes nen Fällen feſt zuſammen geſtanden, bis fie A. €. „4300. und in den folgenden Shuhjahren Das, wil: de Meer gleichſam ſelbſt getrennet. Da denn her⸗
mnach nicht befindlich, ‚Daß, wie ſie hiebevor A. 1253
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insgefammt mider König Abel aufgezogen, alſo fie fih in folgender Zeit alle geſammt zuſammen gerhan, ſondern die Rande, als Delgo; oder Heilig: land und die Eiderflädrifche Landen, und die Har— den jede für fih ihr Nochdurft in acht genommen, ohne das gleichwol befindlich, daß die Nordſtran— dinger und die Lundbullingharder Leute A. €. 1418 den iderfiädtern wider der Ditymarfcher vielen Ueberzügen getreue Dülfe und Beiftand geleiſtet.
Anbang zum fiebenten Capitel. Bon den Haraldinifchen Gefegen und. der alten Eintheilung Nord; Freslands.
In der von Heimreich angegebenen Abtheilung des alten Freslandes herrfcht eine nicht "geringe Ver— wirrung, die fich auf gleiche Weife bev ſpaͤtern Schrift; fielleen wieder findet, and Daher um fo meist einer Berichtigung bedarf. Inſofern diefe Unterſuchung zugleich die Abtheilung des Landes nach Harden zu erklaͤren bat, führe fie uns auf die ſo vielfältig eroͤrterte und Doch niemals genügend beantwortete Fra⸗ ge von den Haraldinifhen Gefegen, den Ge: fegen des daͤniſchen Königs Harald Blaatand, für die Srefen, zuruͤck. Heimreich giebt uns felbft das zu Anfeitung, durch den fonft nicht beachteten Wink, daß man den Namen Harde eben vom Namen bes Koͤnig Harald abgeleiter*), und ihn felber ale
*) Das Wort Harde kommt fo wenig von Harald als wie andere glauben von Hundert. Die Ableitung iſt aberall ungewiß. Am wabrfcheinlichiien dürfte es
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Urheber der Hardesabtheilnngen angeſehen Habe. Daß der dänifche König Harald Blaatand mehr reren Völkern dentſches Stammes und winter an— dern auch den Freſen Gefege "gegeben Tabe, ift eine fait ganz allgemem angenommene Meinung, für welche allerdings mehrere Zeugniſſe alter Schrift ſteller zu reden ſcheinen. Da die verfihtedenen Met nungen über die Haraldiniſchen Gefrge gerade im abweichenden Auslegungen jener Zeugniſſe deftehen, fo wird es zur feichtern Ueberſicht dienen, die ger brauchten Beweisſtellen bier vor Augen zu haben, Es find aber folgende:
Adami Bremensis hist. eccles. IH. cap. 18 und ı9. De cuius (Haroldi)- fine cum istum pronepotem sunm, qui nunc ın Dania reg- nat, Suein interrogare malnerim, velut al» ter Tydeus crimen avi retivuit, nie vero parricidium exaggerante, ‚hoc est inquit, quod nos posteri luimus, quod ipse parri- cıda suo expiavit exilio. At ille noster Ha- roldus — — regnavit annos 50, obilus eius t
urſprünglich einen Diſtriet für das militairifche Aufges bot bedeuten uud von Deer ud rede: abgeieitet wers den. Denn fur Das daniſche Wort Herred iſt die Ernmologie aufzufuchen, u. die Analogie von Skibs rede iſt eine fehr muhe liegende. Das urfprüngliche würde Heerrede feyn. Das aber dieſes Wort feine Ends filbe eingebußt, das andere fie beha kin hat, erflärt ſich leicht “aus der verfchiedenen Vverouun der Silben in beiden Morten.
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in festivitate omnmiüm -Santtorum ‚tontigitg memoria eius apud n05 et uxoris eius Guns hild perpetua manebit, (hæec im diebus Adekdagı pontifiois faota comperimus,) cum kamen non omnes ems virtutes explorare potuimus. Sunt autem qui aflırmant, per eum gratias samitatis factas, :aliasque mul tas Contigisse virtutes. Cerlissimum ver» «st, eum tam nostro populo quanı Transal- ‚bianis et Fiesonum genti leges et aura con stituisse, quae adhuc pro tantı auctoritat® viti servare contendunt.
Interea Senex præsul Adaldagus de lega- tione sua voti compos eflectus — in se- ‚necta uberi nırgravit ab domunum etc, _
‚Helmoldi ‚Chron. Slav. I, 15. Huius vixi .(Haraldi) industria in divinis quidem rebus ‚fuit eximia, nıhilo tamen minus in ;mum- ‚dana- sapientia, in his videlicet quae ad .regui ‚gubernationem pertinere - videntur, .adee claruit, ut leges et ıura statuerit, ‚gu epro ‚auctoritate viri non solum Danı sed ‚et Saxones adhuc hodie servare contendunt.
Albertns Stadensis ad annum 984. Ip- "seque (Haraldus) Transalbianis et Freso- "num genti leges et iura constituit, quaeadhuc “pro tantı auötoritate viri servare contendunt,
Es fällt in dei Augen, daß die beiden. legten Schriftſteller blos Adams von Bremen Erzählung „gefolgt find, und diefelbe nur mir einigen Auslaſe ſungen wieder geben. Die erſte Stelle iſt es alſo auf deren Erklaͤrung alles ankommt.
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Beh weitem die mehrften Geſchichtsforſcher ſehen es ald ausgemacht an, daß von den Gefegen die Rede fey, welche der dänifche König Harald Blaa— tand den Landslenten des Verfaſſers (nostro po- pulo) alfo den Bremern, ferner den Holſteinern und den Frefen jenfeits der Wefer gegeben habe*), So meit fcheinen in der That auch die Flaren Worte des Textes zu führen. Vom Inhalt der Gefege hat und aber der Schriftfieller Feine Kum de gegeben; daher man fich in vielen wenig fruchs tenden Muthmaaßungen erfchöpft hat. Bald fol fen es geiftliche Anordnungen, Kirchengefege ge⸗— wefen feyn, wie Arpe und Gadendanı behaup— ten**). Ancher mache weltliche Verordnung zum Inhalte der Gefege***), und zwar ganz neue. Dagegen meinen andere, fvie von Weſtphalen und Eronhelmt), daß es bloß Zufäge nnd Erfäuterumns gen zn den bisherigen Gewohnheitsrechten der Holfteimer und Zrefen geweſen, ſey viel wahrfcheins licher. Schrader t}) verfucht, alle Geſichtspunkte mit einander zu vereinigen, wodurch denn der
*) Vol. vornemlih: Kofod Ancher Zorfvar for de baraldiniffe Love. Lovhiſtorie. Neue Ausg. ater Bd
© 1 — 109. %*) Arpe Feriae aestivales S. 292, und Gadendam hie storia iuris ©. a5. Der Erfire wırd ſchou widerlegt von Dreier in den vermiſchten Abhandl. III. Vorrede S. 3
***) ],c ©. 103 +) v. Westphalen Mon. III. praefatio. p. 65 und Ki
Crouhelms hifterifcher Bericht, ©. 50,
t) Schraders Lehrbuch des — J. S. 29.
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Inhalt gar unbeſtimmt wird. Da aber alle diefe Meinungen, mit Ausnahme der, daß die haraldir nifchen Gefege weltliche Angelegenheiten betroffen haben, (denn dieß bezeugt Helmold, wenn man anders feine Erflärung ein Zeugniß nennen kanu) durch feine trifftigen Gründe unterfiügt werden, und der Inhalt der Gefege felber ung unbefannt ift, fo mag es genug ſeyn, die verfehiedenen Much maaßungen aufgezählt zu haben. a
Das Auffallende der Tharfahe, Daß ein dänis (her König fremden Völkern Gefege gegeben haben fol iſt wohl von mehwern bemerkt, und Anlaß ges worden, für die von Adam dem Bremer erwähns sen Gefege einen andern Urheber aufzufuchen, Ganz unthunlich iſt es jedoch, der Chronologie und ‚anderer genau angegebenen Umnſtaͤnde wegen, mit Otto Sperling*) an Harald Klak Zu denken, der dem freſiſchen Gau Nuſtringen eine Zeitlang als Lehn inne hatte. Conring fuchte auf andere Weife die Schwierigkeit zu heben, nemlich durch die Vermuthung, Daß die Stelle nicht von dem Könige Harald Blaatand, fondern von dem Erz biſchoff Adaldag zu verftehen jey**). Was Tone Ying blos als eine ihm eben beygefalleite Hypotheſe hinwarf, ſuchte der holſteiniſche Landcanzlet von
®) Sperling dedanicae linguas et nominis antiqua glo ria p. 30. Arpe wird von Dreier J. c. ©. 7 dieſelbe Meinung beygelegt, aber mit Unrecht. Bgl. den Tür der iu Feriae aestiv. s. v. Haraldus. ®) Conring de origine iuris Germanici.'p- 1,6. in dee Ä Ausgabe yon 1695.
Friccias durch eine umftändliche Beweisfuͤhrung gur Gewißheit zu erheben*). Trotz des unver⸗ kennbaren Scharfſinnes, mit dem Friccius ſeine Hypotheſe zm vertheidigen weiß, iſt es ihm aber doch nicht möglich geweien, dad Gezwungene im diefer Deutung zu verdeden. Die eingefchobene Zeitbefiimmung nach den Jahren des Erzbifchoffs Adatdag kann zwar feicht den Leer auf einen Augenblick irre machen. Alle Schwierigkeiten vers fchwinden aber, wenn man die Worte: hæc ın diebus Adeldagi pontificis facta comperi«- mus, auch nur in Gedanken parenthetiſch eine ſchließt. Am entſcheidendſten gegen die Hypotheſe von Friccius ift indeß der Uebergang zu der gleich fols genden Erzählung vom Tode des Erzbifhoffs: In- terea Adaldagus præsul cet. woraus erhellet, daß unmittelbar vorher nicht von dem Erzbifchoff Adals dag und von den Wunderwerken nach feinem Tor de geredet feyn koͤnne, mancher anderen Gründe zu gefchweigen, die Ancher in der erwähnten Ads handlung gegen die Meinung von Friccins er— fhöpfend ausgeführte hat. Wenn im Mebrigem eine Conjectur erlaubt wäre, fo möchte ich glaus ben, daß der Sag hæc — comperimus in einer Dandfchrift etwa ausgelaffen und nachher an der unrechten Stelle eingetragen fey. Beſchloͤße man Die Erzählung von König Harald mit jenen Wors ten, hæc in diebns Adeldagi pontificis facta comperinmus, und erinnert man fich dabey in diebus Adeldagi heiße nichts anders, als mwähr-
9 Dreiers —— Abhandlungen Im. — — 1346.
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vend Mb. noch lebte, To wird, mie mir daucht mit den Folgenden: Interea Adaldagus (das einen neuen Abſchnitt anfängt) ein fehr guter Zus fammenbang hergefiellt und die vorgefchlagene Bers fegung erfcheint, wenigſtens als fehr angemeffen, wo nicht gar ald nothwendig. An Die Stelle, wo dieſe Bemerkung jege ſteht, kann fie in der That nicht hingehören. Hæc facta faım nicht den Tod des Koͤnigs und die Wunderwerke am Grabe bezeichnen. Deun Adaldag war drei Jahre vorher geſſorben. Dagegen paßte die Bemerkung fehr gutam Schluße, als eine ungefähre Angabe über das Zeitalter der haraldiniſchen Geſetzgebung. Albert son Stade ſtellt dieſe Begebenheit in dad Jahr 984. Da nun der Erzbiſchoff 988 ſtarb, ſo fan es mit Recht won den haraldiuiſchen Geſetzen chei⸗ Gen, daß fit in diebus Ad. gegeben ſeyn. Gluͤcklicher als Conring und Friccins war ‘in der Eutdeckung des wahren Zuſammenhaugs dieſer Stelle, der gelehrte Suhm, indem er, was bisher alle uͤberſehen hatten, ſcharfſſunig bemerket, daß die ganze Erzählung dem König Swen Eſtrith⸗ fen iu den Mund gelegt wwd*), Dem Adam von Bremen überhaupt ‘fo viele feiner. Nachrichten von dem Morden verdankte. Nach .diefer fo nahe kiegenden und doc fo. ſpaͤt gemachten Entvedung, — die wir mit Dreier und Schlegel**) als ganz
| ) Suhms Dammemarks.Hiftorie III. ©. 205, **) Schlegel zu Auchers Lovhiſtorie. I. Bd. ©. 3, und u. Band ©, 37. Dreiers Literatur des — S. 155.